Montag, September 27, 2010

Literaturliste: LeseZeichen vom 27.09.2010

Vorbehaltlich aller möglichen spontaner Änderungen sind für das Literatur-Magazin "Lesezeichen" des Bayerischen Fernsehens heute Abend, 23:15 Uhr, folgende Beiträge geplant:

Hanns-Josef Ortheil: Die Moselreise

Titel: Die Moselreise : Roman eines Kindes / Hanns-Josef Ortheil
Autor: Ortheil, Hanns-Josef
Verleger München : Luchterhand
Erscheinungsdatum: 27. September 2010
Umfang/Format 219 S. : Ill. ; 20 cm
ISBN 978-3-630-87343-5
EAN 9783630873435
Einband/Preis Pp. : EUR 16.99

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Leseprobe auf randomhouse.de

Mit der »Moselreise«, der Mitschrift einer Wanderung, die er als Elfjähriger zusammen mit dem Vater gemacht hat, legt Hanns-Josef Ortheil ein autobiographisches Dokument vor, das auf eindrucksvolle Weise erkennen lässt, wie der junge Ortheil durch seine danach früh erwachte Obsession für die Sprache und das Schreiben aus dem Stummsein in die Welt fand. Gespiegelt wird diese Mitschrift durch die Beschreibung derselben Reise Jahrzehnte später, und zum »Roman eines Kindes« wird sie durch eine dritte Erzählung, in der Ortheil versucht, zu den geheimen Hintergründen seiner manischen Faszination durch bestimmte Städte und Landschaften vorzudringen.

Natascha Kampusch: 3096 Tage

Titel: 3096 Tage / Natascha Kampusch. Mit Heike Gronemeier und Corinna Milborn
Autorin: Kampusch, Natascha
Verleger: Berlin : List
Erscheinungstermin: 8. September 2010
Umfang/Format: 283 S. ; 22 cm
ISBN: 978-3-471-35040-9
EAN: 9783471350409
Einband/Preis: Pp. : EUR 19.95

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Mehr über das Buch hier im Shakespeare-Blog

Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen - 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben. Jetzt spricht Natascha Kampusch zum ersten Mal offen über die Entführung, die Zeit der Gefangenschaft, ihre Beziehung zum Täter und darüber, wie es ihr gelang, der Hölle zu entkommen.

Jörn Klare: Was bin ich wert?

Titel: Was bin ich wert? : eine Preisermittlung / Jörn Klare
Autor: Klare, Jörn
Ausgabe: Orig.-Ausg., 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Suhrkamp
Erscheinungstermin: 24. Mai 2010
Umfang/Format: 265 S. ; 21 cm
Gesamttitel: Suhrkamp-Taschenbuch ; 4168 : Suhrkamp nova
ISBN: 978-3-518-46168-6
Bestellnummer(n): 46168
EAN: 9783518461686
Einband/Preis: kart. : EUR 14.90

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Leseprobe beim Suhrkamp Verlag

Eine Niere bekommt man in Indien für 300 Euro, ein afrikanisches Adoptivkind »kostet« mit allen notwendigen Papieren 20000 Euro, eine Frau ist in Albanien unter Umständen schon für 800 Euro zu haben. Hieß es nicht immer: Der Mensch ist keine Ware? Tatsächlich werden Menschenleben nicht nur in fernen Ländern ökonomisch bewertet, ihre Monetarisierung hat auch Deutschland längst erreicht: In Krankenhäusern, Behörden und Personalabteilungen denkt man nach über Fragen wie: »Lohnt« sich eine Ampel, wenn man den Wert eines Lebens mit 1,2 Millionen ansetzt? »Lohnt« es sich, ins »Humankapital« der Mitarbeiter zu investieren? »Lohnt« es sich, 75jährigen noch neue Hüften einzusetzen? Doch darf man solche Fragen überhaupt stellen? Ist es legitim, die Würde des Menschen ökonomisch zu relativieren?

»Was bin ich wert?«: Mit dieser Frage hat sich Jörn Klare auf eine sehr persönliche Recherchereise ins Reich der Menschenwert-Berechner gemacht. Sie führt ihn auf Ämter und ins Gefängnis, zu Politikern und Philosophen, zu Ärzten und Gesundheitsökonomen, aber auch zu seiner kleinen Tochter. Ganz am Ende steht eine konkrete Zahl, auf Euro und Cent genau. Und die Erkenntnis: Die Würde des Menschen ist antastbar – zumindest wenn es sich »lohnt«.

Christian Adam: Lesen unter Hitler

Titel: Lesen unter Hitler : Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich / Christian Adam
Autor: Adam, Christian
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Galiani
Erscheinungsjtermin: 19. August 2010
Umfang/Format: 383 S. : Ill. ; 22 cm
Anmerkungen: Literaturangaben
ISBN: 978-3-86971-027-3
EAN: 9783869710273
Einband/Preis: Pp. : EUR 19.95

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Was die Deutschen wirklich lasen. Christian Adam wirft erstmals einen Blick auf ein vergessenes Kapitel deutscher Mentalitätsgeschichte. Dass sich die Deutschen Mein Kampf millionenfach in die Bücherregale stellten, dass ein Band wie Darüber lache ich noch heute. Soldaten erzählen heitere Geschichten mehr als zwei Millionen Mal über den Ladentisch ging, das erwartet man für diese Zeit. Doch wer hätte gedacht, dass - wer wollte - in den Dreißigern noch Huxleys Brave New World lesen konnte, Werner Bergengruens durchaus kritisches Buch Der Großtyrann und das Gericht häufig gekauft wurde, dass ausgerechnet Wind, Sand und Sterne von Antoine de Saint-Exupéry, der sich als Pilot aktiv am Kampf gegen die Nazis beteiligte, während des Kriegs ein großer Erfolg in Deutschland war und mitnichten verboten? Dass die in der DDR so beliebten Die Heiden von Kummerow von Ehm Welk unter der Nazi-Diktatur entstanden und zum Bestseller wurden? Dass Lichtenberg , Rilke , Goethe und selbst Ernst Jünger massenhaft gelesen wurden.

Die Buchbranche boomte, trotz der Vertreibung unzähliger Autoren, trotz brennender Bücher und Verbotslisten, gerade im Krieg. Zahlreiche Autoren erreichten mit ihren Werken riesige Auflagen. Die meisten sind - zu Recht - heute vergessen. Viele aber waren auch in den fünfziger Jahren noch Publikumslieblinge. Manche liest man noch heute. Christian Adam untersucht, wie Bücher unter den Nazis entstanden und wie sie sich - manchmal auch gegen den Willen der Machthaber - zu Bestsellern entwickelten, und welche Bücher wirklich gelesen wurden. Er stellt die politischen Institutionen und Protagonisten vor, die um die Oberhoheit über die Bücher rangen - kurz: er schreibt die Geschichte der Bestseller in der düstersten Epoche der deutschen Vergangenheit, und öffnet damit einen neuen Blickwinkel auf die Mentalität der Deutschen zwischen 1933 und 1945.

Dazu kommen, wie immer, die Lesetipps der Zuschauer:

Quelle: br-online.de/bayerisches-fernsehen/lesezeichen

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