Dienstag, September 14, 2010

Sascha Lobo: Strohfeuer

Sascha Lobo: Strohfeuer

Titel: Strohfeuer / Sascha Lobo
Autor: Lobo, Sascha
Verleger: Berlin, Rowohlt Berlin
Erscheinungstermin: 17. September 2010
Umfang/Format: 256 S. ; 205 mm x 125 mm
ISBN: 978-3-87134-678-1
EAN: 9783871346781
Einband/Preis: GB., EUR 18.95

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Dank genialer Selbstvermarktung ist Sascha Lobo mit seinem feuerroten Irokesen-Hahnenkamm jedem, der ihn einmal im Fernsehen oder auf Youtube gesehen hat, ein Begriff. Er hat das zu seinem Beruf gemacht: «Mitte 2000 rief er eine auf New Economy spezialisierte Werbeagentur ins Leben, die Ende 2001 nach dem Zerplatzen der Internet-Blase Insolvenz anmelden musste. In der Folgezeit war Lobo bei einer Berliner Werbeagentur als Kreativdirektor im Bereich Internet angestellt und entwickelte freiberuflich Werbekampagnen. Als Werbetexter arbeitete er eigenen Angaben zufolge 'für ein Drittel der DAX-Unternehmen'.» (Zitat Wikipedia)

2006 kam sein erstes, in Kreisen der New Economy viel beachtetes Buch Wir nennen es Arbeit heraus, eine Art Seeleben der Medienindustrie. Darin analysierte er, zusammen mit Holm Friebe, die Arbeitsbedingungen der Internet-Kreativen und zeigte auf, wie die neuen Medien dabei helfen können, den Arbeitsalltag nach völlig neuen Gesichtspunkten zu strukturieren. Dass diese Freiheit auch Schattenseiten hat und die Psyche sich ihre Übersprungsstrategien sucht, um den ständig wachsenden Druck innerhalb der neuen scheinbaren Freiheit auszugleichen, beschrieb er zwei Jahre später zusammen mit Kathrin Passig in dem genialen Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin.

Nun also legt er seinen ersten Roman vor, Strohfeuer. Und natürlich verarbeitet er darin seine Erfahrungen als Werbefachmann und Aktivist der New Economy. Er erzählt, wie er anlässlich einer selbst organisierten Milleniums-Fete zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Möglichkeiten des Internets macht und kurz darauf in eine Agentur einsteigt, die Internet-Start-ups managt.

Leider hat der Rowohlt-Verlag keine Vorab-Exemplare für Rezensenten rausgerückt, und dass nirgends - weder auf dem Buchcover, noch auf der Homepage von Sascha Lobo zum Buch - etwas über den Inhalt über die Leseprobe hinaus zu erfahren ist, lässt Dunkles ahnen. Nein, einen ausgearbeiteten Spannungsbogen vermute ich nicht nach der Lektüre eben dieser Leseprobe. Auch eine gründliche psychologische Ausdeutung der Hauptcharaktere zu erwarten scheint mir der Sache nicht gerecht zu werden. Lobo hat einen schnellen Roman geschrieben, was der Szene, um die es inhaltlich geht, ja weitestgehend gerecht wird. Gut gelingt ihm die Skizzierung von Settings, die den Leser in den Ort der Handlung eintauchen und diese miterleben lassen. Und auch die sinnlichen Eindrücke finden ihren Platz, visuell, olfaktorisch, haptisch. Ob dies über einen 250-Seiten-Roman tragen kann, muss sich zeigen.

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