Montag, September 13, 2010

Stephen Hawking: Der große Entwurf

Stephen Hawking: Der große Entwurf

Titel: Der große Entwurf : eine neue Erklärung des Universums / Stephen Hawking ; Leonard Mlodinow
Dt. von Hainer Kober
Autor: Hawking, Stephen W. ; Mlodinow, Leonard
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Reinbek bei Hamburg : Rowohlt
Erscheinungstermin: 7. September 2010
Umfang/Format: 189 S. : Ill., graph. Darst., Kt. ; 26 cm
Einheitssachtitel: The grand design [dt.]
ISBN: 978-3-498-02991-3
EAN: 9783498029913
Einband/Preis: Pp. : EUR 24.95

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Leseprobe beim Rowohlt Verlag

Zugegeben: ich gehöre zu jenen Leuten, an denen der Hype um Hawkings erstes Buch, Eine kurze Geschichte der Zeit, relativ spurlos vorbeigegangen ist. Zwar steht das Buch bei mir im Regal, aber irgendwie habe ich mich nie daran getraut. Quantenphysik als populärwissenschaftlicher Diskurs, das war mir suspekt. Auch hatte ich den Eindruck, der Hype um das Buch sei nicht zuletzt auch der medienwirksamen Person des Autors geschuldet. Nur über einen Sprachcomputer in der Lage, mit der Außenwelt zu kommunizieren, an den Rollstuhl gefesselt, fordert sein Anblick Mitleid nahezu heraus. Umso eindrucksvoller, dass sich der Geist Stephen Hawkings in Weiten aufmacht, in die Normalsterbliche nur selten gelangen.

Nun, zwölf Jahre später, also der nächste Coup des Mannes, dem die Ärzte in den Achtzigern vielleicht noch zwei Jahre zu leben gaben. Und wir sehen, dass die Forschungsreise, die er damals begann, nun ein großes Stück weiter fortgeschritten ist: seine Suche nach der "einen Theorie von allen", auf deren Spur sich seinerzeit schon Einstein gemacht hat. Was ist es, was die Welt zusammenhält? Wie lassen sich die divergierenden Theorien der Relativität und der Quantenphysik so zusammenbringen, dass daraus ein neues Weltverständnis möglich wird?

Möglich gemacht haben die Antwort auf diese Fragen zum einen bahnbrechende Entdeckungen in der Astronomie, andererseits aber auch einiger theoretischer Durchbrüche. Sie führten zu Hawkings neuer Theorie über den Ursprung und die Entwicklung des Universums, die er in seinem aktuellen Buch Der große Entwurf plastisch und bildreich darlegt. «Um das Universum auf fundamentalster Ebene zu verstehen, müssen wir nicht nur wissen, wie sich das Universum verhält, sondern auch, warum. Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts? Warum existieren wir? Warum dieses besondere System von Gesetzen und nicht irgendein anderes? Das ist die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Wir werden versuchen, sie in diesem Buch zu beantworten.»

Das ZDF-Kulturmagazin aspekte brachte am 10.09.2010 ein Feature über dieses Buch. Letztlich wird auch in diesem Beitrag der Mythos Hawking aufrecht erhalten. Der Mann, der sich nur mühsam vorwärts bewegen kann, sich jedoch gedanklich in elf Dimensionen bewegt. Der Körperbehinderte, der sich wünscht, einmal einen Ausflug ins All machen zu können und der sich bei der NASA auf die Schwerelosigkeit vorbereitet. Und dann, reduziert auf wenige Sätze, die neue Theorie und deren Konsequenzen: Schwerkraft und Quantenphysik bewirken, dass Universen aus dem Nichts entstehen. Für einen Schöpfergott ist letztlich keinen Platz mehr. Aber, so Hawking, Gott ist ohnehin nur eine Name , den die Menschen dem geben, das sie nicht verstehen. Die Wissenschaft jedoch erkläre die Welt so, dass alle sie verstehen können.

Hawkings neues Werk soll ab 1. Oktober 2010 auch als Hörbuch lieferbar sein:

5 CDs, ungekürzte Lesung
Sprecher: Ranga Yogeshwar
Verlag: Audiobuch
Erscheinungstermin: 1. Oktober 2010
ISBN-10: 3899643976
ISBN-13: 978-3899643978








1 Kommentar:

  1. Ich weiß gar nicht, mehr wann ich zum ersten Mal von Stephen Hawking gehört habe, ich habe gerade versucht mich mal daran zu erinnern aber mir fällt es nicht ein. Ich habe das Gefühl ihn schon immer zu kennen, denn er begleitet mich schon etliche Jahre mit seinen Dokumentationen und vor allem Büchern, die ich verschlinge, aber Schwierigkeiten habe zu verstehen. Ich denke die wenigsten Menschen verstehen seine Thesen und Überlegungen wirklich, meiner Meinung nach geht es auch nicht wirklich um das verstehen, sondern um die Möglichkeit selbst über Dinge nachzudenken und seine eigene Überlegung zu tätigen. Dafür, dass er das schafft und mich dabei seit Jahren dabei unterstützt, bewundere ich ihn. Ich bewundere ihn außerdem auch als Mensch, denn andere würden mit einem solchen Schicksalsschlag ein ganz anderes Leben führen. Aber das natürlich nur am Rande, es geht ja um diese mehrteilige Dokumentation zum Buch, die ich kurz gesagt empfehlen kann. Die einzige Kritik „Es ist zu kurz“. Spaß beiseite, ich sauge diese Dokus so in mich auf, dass mir dabei die über zwei Stunden zu kurz vorkommen, ich hätte da gerne noch mehr zu gesehen. Absolute Kaufempfehlung, schau aber selbst einfach mal rein.

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