Montag, November 01, 2010

google und blogger.com

Als Internetbuchhändler bleibt mir oft nichts anderes übrig, als mich auch um den ganzen technsichen Krempel zu kümmern, der mit google-Platzierungen u.s.w. zu tun hat. Wenn ich als Händler bei google nicht gelistet bin, sinken meine Umsätze sofort um circa 50%. Nun hat blogger.com im April des Jahres seine Veröffentlichungspolitik geändert. War es bisher möglich, einen blogger.com-Blog direkt via ftp in seine Website einzubinden, waren ab April nur noch blogs unter blogspot.com möglich.

Das wäre nicht so dramatisch, wenn google nicht Dubletten im Netz radikal abstrafte. Dubletten sind Texte, die sowohl auf der eigenen Website liegen als auch auf fremden Sites (auch wenn "fremd" in diesem Zusammenhang lediglich bedeutet, dass der Autor auf einer anderen Seite veröffentlicht als der eigentlichen Homepage). Die Tatsache, dass blogger.com also den gesamten Blog nach blogspot transferierte, die alten Inhalte aber auch auf den Besitzer-Websites ließ, führte nun - der internen google-Logik folgend - dazu, dass sämtliche alten Beiträge auf blogspot als Dubletten gelistet wurden. Damit sackte der Blog in die Untiefen der Nichtregistration. Ärgerlich, weil natürlich auch Blogs davon leben, dass ihre Inhalte gelistet werden.

Einzige Abhilfe: ich habe kurzerhand auf blogger.com alle alten Posts gelöscht. Das ist ein wenig schade, weil das Archiv dort sehr übersichtlich angezeigt wurde. Andererseits sind die Inhalte aber weiterhin über die alte Adresse: http://shakespeare-and-more.com/blog/shakespeareblog.html verfügbar. Und eine Komplettauflistung aller älteren Beiträge findet sich unter http://shakespeare-and-more.com/blog/shakespeareblog.html. Ich habe hier auf blogspot lediglich einige wenige ältere Posts gelassen, zu denen es aktuellere Kommentare gab, weil ich die Verwirrung bei meinen Lesern in Grenzen halten wollte. Jetzt gehe ich davon aus, dass mir die Götter der google-Algorithmen deutlich wohlgesonnener sein werden.

Wenn man bedenkt, dass ich eigentlich Buchhändler geworden bin, um Shakespeare oder Böll unters Volk zu bringen, bewege ich mich jetzt doch sehr in den Niederungen der Bits und Bytes. Leben in Fülle stelle ich mir irgendwie anders vor. Komme mir eher vor wie Orpheus auf dem Weg aus der Unterwelt, hin- und hergerissen zwischen seiner Geliebten und dem Überlebensinstinkt.

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