Mittwoch, November 03, 2010

Katzenbücher November 2010

Eine norwegische Waldkatze sieht im strömenden Regen nicht mehr so majestätisch aus wie auf der Fensterbank. Sie ist bei diesem Wetter dankbar für eine Katzenklappe, die ihr die Möglichkeit lässt, mal kurz zu gucken, ob alles an seinem Platz ist. Aber ausgedehnte Spaziergänge durch ihr Revier verschiebt sie doch lieber auf besseres Wetter. Wer will es ihr übel nehmen. Ich sitze bei dem Wetter auch lieber unter der Leselampe. Ein schnurrender Kater am Fenster, direkt über der Heizung, kommt mir da gerade recht.

Für alle, die gern in Romanen schmökern, in denen Katzen die (heimlichen) Protagonisten sind, hier die Neuerscheinungen für November 2010:

Nicht wirklich neu ist die Reihe Warrior Cats von Erin Hunter. Sie war aber eine Zeitlang nicht mehr lieferbar, weil die erste Auflage vergriffen war. Nun schmeißt Beltz & Gelbert die Taschenbuchausgabe auf den Markt, jetzt im November die Bände eins und drei.

Erin Hunter: Warrior Cats

Mehrteiliges Werk: Hunter, Erin: [Warrior cats ] Warrior cats. - Weinheim : Beltz & Gelberg
Teil: Bd. 1., In die Wildnis
Auflage: 2. Aufl.
Erscheinungstermin: 2. November 2010
Umfang/Format: 299 S.
ISBN: 978-3-407-81041-0
Bestellnummer(n): 81041
EAN: 9783407810410
Einband/Preis: broschiert : EUR 8,95

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Leseprobe auf amazon.de

«Jenseits der Menschen, tief verborgen im Wald, leben die ungezähmten Katzen in Clans zusammen. Der Hauskater Sammy hat seine Zweibeiner verlassen, um sich dem DonnerClan anzuschließen. Er genießt das wilde Leben des Waldes in vollen Zügen, lernt zu jagen, seine Instinkte zu gebrauchen und seine Feinde zu riechen. Das Leben im Wald stellt ihn immer wieder auf die Probe, denn der Platz ist eng, das Futter knapp. Blaustern, die Königin des DonnerClans, hat Zweifel, ob es der Clan schaffen wird, bis zur Blattfrische zu überleben. So kommt die Zeit, in der sich Sammy, der nun den Namen Feuerpfote trägt, beweisen muss.»

Die Idee zu dieser Romanserie ist nicht schlecht: Einen ehemaligen Hauskater zieht es in die Wildnis. Dort sind Katzen nicht mehr die lieben, netten Kuscheltiere, sondern Jäger, die ihr Revier bis auf Blut verteidigen. Die Katzen rotten sich zu Clans zusammen, weil die Überlebenschancen einer einzelnen Katze im Wald vernichtend klein wäre. In sich verspüren sie etwas von der Wildheit ihrer Vorfahren, spüren das Leben in sich und müssen sich den Herausforderungen der Natur stellen.

Das hätte ein Abenteuertrip à la Unten am Fluss oder Die unglaubliche Reise werden können. Mir ist klar, dass das Leben der Katzen in der Wildnis rauh ist. Trotzdem ist mir das Ergebnis zu martialisch geraten, und auch die mystischen Aspekte, die Rückgriffe auf alte Clangeschichten, sowie der Schreibstil überzeugen mich nicht wirklich. Vielleicht eine Buchserie, die vor allem jüngere Leser gefangennehmen kann. Freundlicherweise hat der Verlag ja eine Leseprobe zur Verfügung gestellt, so dass sich jeder selbst ein Bild von Stil und Inhalt machen kann.

Hinter dem Pseudonym Erin Hunter verbirgt sich übrigens gleich eine kleine Schreibfabrik, bestehend aus drei Autorinnen: Während Victoria Holmes meistens die Ideen hat und das gesamte Geschehen im Auge behält, bringen Cherith Baldry und Kate Cary die Abenteuer zu Papier. So ist es kein Wunder, dass es neben der sechsbändigen Reihe mittlerweile auch ein paar Warrior Cats-Comics mit eigenen Geschichten gibt, sowie einen siebten Band, der der Einfachkeit halber Special Adventure genannt wird. Ich spare es mir an dieser Stelle, auf Band Drei: Geheimnisse des Waldes gesondert zu verweisen, obwohl der am 2. November 2010 in die 8. Auflage geht.

Völlig neu auf dem Markt ist hingegen folgendes Buch:

Sophie Winter: Filou: Ein Kater sucht das Glück

Titel: Filou : Ein Kater sucht das Glück - Roman / Sophie Winter
Autorin: Winter, Sophie
Verleger: München : Page & Turner
Erscheinungstermin: 15. November 2010
Umfang/Format: 192 S. : 10 schw.-w. Ill., 10 schw.-w. graph. Darst. ; 200 mm x 125 mm
ISBN: 978-3-442-20370-3
EAN: 9783442203703
Einband/Preis: GB. : ca. EUR 12.99

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«Filou hat es nicht leicht: Der kleine rote Kater ist ein Waisenkind und lebt auf der Straße. Sein täglich Brot muss er sich im beschaulichen südfranzösischen Beaulieu hart erkämpfen: gegen die erwachsenen Kater und Katzen, die ihn verspotten und verjagen – und gegen die erfahrene und listige Lucrezia, die ihn nach dem Tod seiner Mutter aufgenommen hat und gnadenlos ausbeutet. Als er Marla kennenlernt, ein kleines Mädchen aus der Nachbarschaft, glaubt er, im Paradies zu sein. Doch man vertreibt ihn aus dem Paradies. Er streift ziellos umher – bis er die schöne Josephine und ihre beiden Kleinen trifft. Endlich weiß Filou, was Glück ist.»:

Leider hat der Verlag Page & Turner, der übrigens zum randomhouse-Imperium gehört, bisher weder Leseprobe noch Leseexemplar zur Verfügung gestellt, so dass ich über diesen Titel bisher nichts sagen kann.

Marilyn Edwards: Neue Katzengeschichten von Moon Cottage

Titel: Neue Katzengeschichten von Moon Cottage / Marilyn Edwards
aus d. Engl. übers. von Cécile G. Lecaux ; ill. von Peter Warner Autorin: Edwards, Marilyn ; Lecaux, Cécile G. [Übers.] ; Warner, Peter [Ill.]
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Köln : Bastei Lübbe
Erscheinungstermin: 13. November 2010
Umfang/Format: 208 S. ; 186 mm x 125 mm
Einheitssachtitel: More Cat Tales from Moon Cottage [dt.]
ISBN: 978-3-404-16515-5
EAN: 9783404165155
Einband/Preis: GB. : EUR 8.99

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Leseprobe auf bic-media.com

«Pushkin, ein junger Kater mit graublauem Fell, ist so klein, dass er in der hohlen Hand sitzen kann. Trotz seines jungen Alters hat er es aber schon faustdick hinter den spitzen Öhrchen. Dies müssen die zwei Katzendamen Fannie und Titus zu ihrem Leidwesen feststellen, als der Winzling in Moon Cottage einzieht. Mit der Ruhe ist es nämlich erst einmal (m)aus und vorbei. Kein Wunder also, dass die älteren Katzendamen alles andere als begeistert von dem ungestümen Neuankömmling sind. Wird es dem kleinen Kater dennoch gelingen, die Herzen seiner fauchenden Mitbewohnerinnen zu erobern?»

Ruhige, völlig unaufgeregt erzählte Alltagsgeschichten aus dem Moon Cottage sind das Markenzeichen von Marilyn Edwards, mit denen sie sich bereit in ihrem ersten Buch, Die Katzen von Moon Cottage, einen Namen gemacht hat. Ihr Stil ist leicht lesbar, nicht ohne ein Augenzwinkern in der Art, wie sie ihre Stubentiger beschreibt. Ganz nebenbei fließen immer wieder kleine Sachinfobrocken über den Alltag mit Katzen in die Geschichten ein. Nichts, was gestandene Katzenbesitzer überraschen würde, aber Material, das zum Sich-Identifizieren einlädt. Ein wenig Heile Welt eben, mit dem kleinen Pushkin als größter Herausforderung.

Marilyn Edwards' Stil hat anscheinend genug Lesern gefunden, um jetzt den zweiten Band Moon Cottage-Erzählungen auf Deutsch auf den Markt zu werfen. Es lohnt sich, einen Blick auf die Leseprobe zu werfen.

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