Dienstag, November 02, 2010

SWR Bestenliste November 2010

Listen sind ein wunderbares Hilfsmittel durch den Dschungel der Neuerscheinungen. Hier die SWR Bestenliste für den November 2010, das Ergebnis der kollektiven Leseerlebnisse von 30 LiteraturkritikerInnen, die im Auftrag des SWR ihre Punkte vergaben. Natürlich wie immer mit Links zu den Leseproben im Netz - soweit irgend vorhanden. Lesetipps für den eher etwas anspruchsvolleren Geschmack, fernab der Bestsellertische - zumeist. Eine Liste, die dieses Mal auch (fast) komplett neu zusammengestellt wurde, lediglich Thomas Lehr - letztes Mal auf Platz 1 der Liste - und Alain Sulzer - letztes Mal noch auf Platz 10 - haben es noch einmal unter die TopTen geschafft.

Platz 1 (-) 82 Punkte

LUTZ SEILER : im felderlatein

Titel: Im Felderlatein : Gedichte / Lutz Seiler
Autor: Seiler, Lutz
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Suhrkamp
Erscheinungsjtermin: 20. September 2010
Umfang/Format: 99 S. ; 21 cm
ISBN: 978-3-518-42169-7
Bestellnummer(n): 42169
EAN: 9783518421697
Einband/Preis: Pp. : EUR 14.90
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im felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den «satzbau dieser gegend», die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit.

Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte – im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der «ersten zärtlichkeit», geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch «kleine schwarze zahlungseinheiten» waren. Oder für die Odyssee der «fussinauten», den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die «aus den kniekehlen gesungen hat». Legenden im felderlatein.

"Jedes Gedicht geht langsam von oben nach unten." sagt Lutz Seiler. Es ist das Ergebnis eines langsamen sich Setzens und gleichzeitig scheint es nach vorne zu gehen, langsam, träumerisch.

Platz 2 (-) 62 Punkte

PETER HANDKE: Immer noch Sturm

Titel: Immer noch Sturm / Peter Handke
Autor: Handke, Peter
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Suhrkamp
Erscheinungstermin: 20. September 2010
Umfang/Format: 165 S. ; 25 cm
ISBN: 978-3-518-42131-4
Bestellnummer(n): 42131
EAN: 9783518421314
Einband/Preis: kart. : EUR 15.90
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Das Jaunfeld, im Süden Österreichs, in Kärnten: Dort versammeln sich um ein »Ich« (oder steht es eher am Rande?) dessen Vorfahren: die Großeltern und deren Kinder, unter ihnen die eigene Mutter. Sie erscheinen ihm, da sie ihn bis in die Träume begleiten, in einer Vielzahl von Szenenfolgen, in denen sich die unterschiedlichsten Spiel- und Redeformen abwechseln . ein Panorama, das weit über alle literarischen Genres hinausreicht und sie sich zugleich anverwandelt. Gestaltet Peter Handke eine beispielhafte Familientragödie in Szenen? (Immerhin sterben zwei der Brüder in den vierziger Jahren.) Erzählt er anhand einzelner Stationen das Epos eines Volkes, der Slowenen? (Von ihnen ging der einzige bewaffnete Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime innerhalb dessen ursprünglicher Grenzen aus.) Entwirft er das Geschichtsdrama der ewigen Verlierer (die einmal die Historie auf ihrer Seite wähnten und doch nichts erreichten)? Oder wendet er sich, erzählend-dramatisch, zurück zur eigenen Biographie, deren Voraussetzungen und Folgen?

In diesem Buch von Peter Handke durchdringen sich Prosa und Drama, Theatralisches und Poetisches, Geschichtliches und Persönliches, und so wird am Ende doch fraglich, ob der überlebende Bruder der Mutter wirklich das letzte Wort hat: "Es herrscht weiterhin Sturm. Andauernder Sturm. Immer noch Sturm. Ja, wir haben das Unrecht begangen - das Unrecht, hier, gerade hier, geboren zu sein."


Platz 3 (10) 49 Punkte

ALAIN CLAUDE SULZER: Zur falschen Zeit

Titel: Zur falschen Zeit : Roman / Alain Claude Sulzer
Autor: Sulzer, Alain Claude
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Galiani
Erscheinungstermin: 22. Juli 2010
Umfang/Format: 229 S. ; 21 cm
ISBN: 978-3-86971-019-8
EAN: 9783869710198
Einband/Preis Pp. : EUR 18.95
Schlagwörter Schweiz ; Ehemann ; Coming-out ; Selbstmord ; Geschichte 1952 ; Belletristische Darstellung
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Wer zur falschen Zeit den Falschen liebt ...

Mit der Wucht einer griechischen Tragödie erzählt Alain Claude Sulzer einen großen Roman über Liebe und Verrat und die Unausweichlichkeit des Schicksals.

Es ist die Uhr am Handgelenk seines Vaters, die ihn aus unerfindlichen Gründen plötzlich interessiert. Siebzehn Jahre lang hatte das Foto, auf dem der Vater sie trägt, wenig beachtet im Regal in seinem Zimmer gestanden. Gekannt hatte er seinen Erzeuger nicht, die Mutter hatte ungern von ihm erzählt. Doch jetzt, mit siebzehn, erwacht seine Neugier. Es ist das Bild eines professionellen Fotografen, die Uhr aber steht auf Viertel nach sieben. Welcher Berufsfotograf macht zu solch einer Zeit Bilder?

Der Erzähler beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Auf der Rückseite des Porträts findet er eine Pariser Adresse – und stellt mit Erstaunen fest, dass der Fotograf sein mysteriöser Patenonkel ist, der sich seit der Taufe nie mehr gemeldet hat. Ohne die Mutter oder den Stiefvater in seine Pläne einzuweihen, hebt er all sein Geld ab, hinterlässt einen knappen Abschiedsbrief und reist nach Paris. Dort gerät er auf die Spur der wahren Geschichte seines Vaters. Einer Geschichte, die den Boden unter seinen Füßen zum Wanken bringt.

Mit großer Dezenz und dennoch mit der Wucht einer griechischen Tragödie entfaltet Alain Claude Sulzer in seinem Roman die Geschichte eines Mannes, der an sich selbst und an den Zeitumständen, in denen er lebt, scheitert. Die Geschichte eines Mannes, der erkennen muss, dass die Heirat mit seiner Frau, die ihm selbst lange wie die Rettung schien, ein Fehler war. Und dass er sie betrügen und hintergehen muss, um die wahre Liebe seines Lebens zu leben.

»Mit seiner Erzählweise, die Nah- und Fernsicht gekonnt vereint, ist Sulzer ein Meisterwerk psychologischen Erzählens gelungen.«
spiegel-online

Platz 4-5 (-) 45 Punkte

KLAUS BÖLDL: Der nächtliche Lehrer

Titel: Der nächtliche Lehrer : Roman / Klaus Böldl
Autor: Böldl, Klaus
Verleger: Frankfurt, M. : S. Fischer
Erscheinungstermin: 4. August 2010
Umfang/Format: 125 S. ; 21 cm
ISBN: 978-3-10-007627-4
EAN: 9783100076274
Einband/Preis: Pp. : EUR 16.95
Schlagwörter: Schweden ; Kleinstadt ; Lehrer ; Ehefrau ; Unfalltod ; Belletristische Darstellung
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In einer kleinen Stadt im hohen Norden von Schweden tritt Lennart eine Stelle als Lehrer an. Er heiratet die Bibliothekarin Elisabeth, die kurz darauf bei einem Unfall ums Leben kommt. Danach wird Lennart vollends zum Einzelgänger, der seine Tage auf einem prähistorischen Grabhügel verbringt und irgendwann seine Arbeit aufgibt. Nur manchmal kehrt er noch nachts in das Schulhaus zurück, wo er umgeht wie ein sanftes Gespenst, das sein Leben sucht.

Klaus Böldl schreibt mit absoluter Souveränität über Sehnsucht, Erinnerung und den Lauf der Zeit voller Lakonie, Humor und höchster Spannung. Es ist eine Prosa, die den Schleier der Wirklichkeit zerreißt, um das verborgene Geheimnis des Lebens aufzudecken.

Platz 4-5 (-) 45 Punkte

GISELA VON WYSOCKI: Wir machen Musik

Titel: Wir machen Musik : Geschichte einer Suggestion / Gisela von Wysocki
Autor: Wysocki, Gisela von
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Suhrkamp
Erscheinungsjahr: 2010
Umfang/Format: 257 S. ; 21 cm
ISBN: 978-3-518-42208-3
Bestellnummer(n): 42208
EAN: 9783518422083
Einband/Preis: Pp. : EUR 22.90
Schlagwörter: Odeon-Werke ; Normalrillen-Schallplatte ; Musiker ; Vater ; Geschichte 1924-1947 ; Belletristische Darstellung
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Der Vater, ein Pionier der frühen Schellack-Kultur, holt in den zwanziger und dreißiger Jahren die Tanz- und Varietéorchester Berlins ins ODEON-Aufnahmestudio. Später, in der Nachkriegszeit, bringt er jeden Abend aus der Stadt eine neue schwarze Scheibe mit, aus der zum Schrecken der Tochter laute Musik ertönt. Der Vater erscheint ihr als Zauberer, der Opernsänger, Pianisten und ganze Orchester in das winzige Format der Schallplatte zwängen kann. Nichts interessiert die Tochter mehr, als herauszufinden, was es mit der geheimnisvollen, väterlichen Welt der Musik auf sich hat. Deshalb nimmt sie Klavierunterricht, studiert mit dem Vater Couplets und kleine Tänze ein und versucht sich als Kinderstar, scheitert aber auf skurrile Weise mit jedem dieser Versuche. Sie muß sich also etwas anderes einfallen lassen.

Wir machen Musik, die erste große Prosaarbeit der Essayistin und Theaterautorin Gisela von Wysocki, ist die szenenreiche Geschichte einer éducation musicale. Zwischen Burleske und Drama erzählt sie von Täuschungen und Enttarnungen und der Faszination eines Kindes für die Welt der Musik: eine vom Mysterium der Technik berührte »Alice in Wonderland« aus der Mark Brandenburg.

»Gisela von Wysockis autobiografischer Roman ist eine hinreißende Familienstory der Nachkriegszeit, aus dem in Trümmern liegenden Berlin. ... Und er ist das Porträt einer Familie mit einer Mutter, die für Telefunken Weihnachtswerbung macht, und einem Kind, das singen soll und kläglich beim Heinerle-Lied scheitert.«
(Verena Auffermann)

Platz 6 (-) 40 Punkte

ANDREAS MAIER: Das Zimmer

Titel: Das Zimmer : Roman / Andreas Maier
Autor: Maier, Andreas
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Suhrkamp
Erscheinungstermin: 6. September 2010
Umfang/Format: 202 S. ; 21 cm
ISBN: 978-3-518-42174-1
Bestellnummer(n): 42174
EAN: 9783518421741
Einband/Preis: Pp. : EUR 17.90
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Leseprobe beim Suhrkamp Verlag

Mit einem Bein steht er noch im Paradies, dafür hat die Geburtszange gesorgt. Immer ist er ein Kind geblieben, und wurde doch stets älter, und leben mußte er auch irgendwie. Nun ist er schon dreißig und hat seine große Liebe, einen VW-Variant Typ 3, mit dem fährt er zwischen den blühenden Rapsfeldern umher.

Es ist das Jahr der ersten Mondlandung, 1969, als man in Frankfurt am Main noch Treppensteigen geht in den Bordellaltbauten um den Bahnhof herum. Ein Tag im Leben Onkel J.s. Hin- und hergerissen zwischen Luis Trenker, der Begeisterung für Wehrmachtspanzer und den Frankfurter Nutten, wird J. plötzlich als ein Mensch erkennbar, der außerhalb jeden Schuldzusammenhangs steht, noch in den zweifelhaftesten Augenblicken. Einer, der nicht zugreift, weil er es gar nicht kann, während die Welt um ihn herum sich auf eine heillose Zukunft wie auf die Erlösung vorbereitet.

Nach den Romanen "Wäldchestag", "Klausen", "Kirillow", "Sanssouci" und "Onkel J. Heimatkunde" setzt Andreas Maier neu an: Das Zimmer ist ein Erinnerungsporträt und Roman zugleich, vielleicht der Beginn einer großen Familiensaga, eine Reflektion über Zeit und Zivilisation, über die Würde des Menschen und wie sie erhalten bleiben kann. "Der begabteste Schwadroneur unter den jüngeren Autoren." Ulrich Greiner, Die Zeit

"Onkel J. - Heimatkunde" hießen die gerade erschienenen Kolumnen von Andreas Maier. Jetzt steht der Onkel im Mittelpunkt des neuen Romans, der Beginn eines großen Erzählprojekts: die Welt aus der Perspektive der Wetterau, einer Heimat, die kein Zuhause ist.

Platz 7 (-) 33 Punkte

WOLFGANG HERRNDORF: Tschick

Titel: Tschick : Roman / Wolfgang Herrndorf
Autor: Herrndorf, Wolfgang
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Rowohlt Berlin
Erscheinungstermin: 17. September 2010
Umfang/Format: 253 S. ; 21 cm
ISBN: 978-3-87134-710-8
EAN: 9783871347108
Einband/Preis: Pp. : EUR 16.95
Schlagwörter: Berlin-Hellersdorf ; Russischer Einwanderer ; Kriminelle Karriere ; Belletristische Darstellung
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»Ein klappriges Auto kam die Straße runtergefahren. Es fuhr langsam auf unser Haus zu und bog in die Garagenauffahrt ein. Eine Minute stand der hellblaue Lada Niva mit laufendem Motor vor unserer Garage, dann wurde der Motor abgestellt. Die Fahrertür ging auf, Tschick stieg aus. Er legte beide Ellenbogen aufs Autodach und sah zu, wie ich den Rasen sprengte. „Ah“, sagte er, und dann sagte er lange nichts mehr. „Macht das Spaß?“«

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

»Was für eine Liebeserklärung in einem pikaresken, fast kleinkriminellen Zusammenhang! Man lacht viel, wenn man Tschick liest, aber ebenso oft ist man gerührt, gelegentlich zu Tränen. Ein Buch, das einen Erwachsenen rundum glücklich macht und das man den Altersgenossen seiner Helden jederzeit schenken kann.« (Gustav Seibt)

Platz 8 (-) 31 Punkte

COLM TÓIBÍN: Brooklyn

Titel: Brooklyn : Roman / Colm Tóibín
Aus dem Engl. von Giovanni und Ditte Bandini
Autor: Tóibín, Colm ; Bandini, Giovanni [Übers.]
Verleger: München : Hanser
Erscheinungstermin: 6. September 2010
Umfang/Format: 302 S. ; 22 cm
Einheitssachtitel: Brooklyn [dt.]
ISBN: 978-3-446-23566-3
Bestellnummer(n): 505/23566
EAN: 9783446235663
Einband/Preis: Pp. : EUR 21.90
Schlagwörter: Brooklyn [NY] ; Irin ; Verkäuferin ; Integration ; Geschichte 1950 ; Belletristische Darstellung
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Die junge Irin Eilis Lacey wandert um 1950 nach Amerika aus, um in Brooklyn eine neue Arbeit zu finden. Doch sie passt sich nur langsam an das neue Leben an, schließt nicht leicht Freundschaft. Ganz allmählich gewinnt sie Selbstvertrauen und merkt, dass sie zu einer selbständigen, erwachsenen Person geworden ist. Das macht ihr die Entscheidung zwischen Irland und Amerika, zwischen dem einen und dem anderen Mann, nicht leichter.

Der preisgekrönte Autor Colm Tóibín beschreibt eindrucksvoll ein klassisches Schicksal einer Emigration, den Werdegang einer ganz normalen Frau - ganz und gar aus ihrer Perspektive gesehen.

«Dieses Buch wird Bestand haben: Colm Tóibín erzählt in seinem Roman von irischen Ausgewanderten in Amerika, die zu Doppelgängern ihrer selbst werden, und taucht die Metropole New York in das Licht des Alltags.» (Lothar Müller)

Platz 9 (-) 30 Punkte

LEW TOLSTOI: Krieg und Frieden

Titel: Krieg und Frieden / Lew Tolstoi. Übers. und kommentiert von Barbara Conrad
Person(en) Tolstoj, Lev N. ; Conrad, Barbara [Übers.]
Verleger München : Hanser
Erscheinungstermin: 6. September 2010
Umfang/Format 19 cm
Einheitssachtitel Vojna i mir [dt.]
ISBN 978-3-446-23575-5
EAN 9783446235755
Einband/Preis Gewebe : EUR 58.00
Schlagwörter Russland ; Adel ; Napoleonische Kriege ; Belletristische Darstellung
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Das Epos einer Welt des Friedens, die unaufhörlich bedroht ist vom Krieg: Tolstois Klassiker der Weltliteratur liegt nun nach einem halben Jahrhundert endlich in einer Neuübersetzung vor, die als erste konsequent dem Original folgt. Tolstois größtes Werk beschreibt die Epoche der Napoleonischen Kriege und vor allem des Russlandfeldzugs in unvergleichlicher, monumentaler Weise. Er spannt ein weit verzweigtes Netz von Machtkämpfen, Familien- und Liebesgeschichten, in das die Weltgeschichte immer wieder gewaltsam eingreift. Nachwort und Anmerkungen der Neuausgabe beschreiben den geschichtlichen Hintergrund und machen die überwältigende Leistung des großen Schriftstellers durchschaubar.

"Ohne falsche Bescheidenheit - es ist wie die Illias." Tolstoi hat recht behalten. Jetzt erscheint der Klassiker zum 100. Geburtstag neu übersetzt.

Platz 10 (1) 25 Punkte

THOMAS LEHR : September. Fata Morgana

Titel: September : Fata Morgana ; Roman / Thomas Lehr
Autor: Lehr, Thomas
Verleger: München : Hanser
Erscheinungstermin: 16. August 2010
Umfang/Format: 477 S. ; 22 cm
ISBN 978-3-446-23557-1
Bestellnummer(n): 505/23557
EAN: 9783446235571
Einband/Preis: Pp. : EUR 24.90
Schlagwörter: New York ; Hochschullehrer ; Tochter ; Elfter September ; Tod ; Belletristische Darstellung
Bagdad ; Arzt ; Tochter ; Attentat ; Tod ; Belletristische Darstellung
Schwierigere Lektüre

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Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. Thomas Lehr, in Deutschland einer der "klügsten und brillantesten Schriftsteller" (FAZ), begibt sich in seinem grandiosen, vielschichtigen Werk auf eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen. In einer verdichteten, lyrischen Sprache erzählt "September" vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.


Persönliche Empfehlung im November
von Sibylle Cramer (Berlin):

Innokentij Annenskij: Wolkenrauch

Ausgewählte Gedichte, zweisprachig.
Titel: Wolkenrauch : Gedichte / Innokentij Annenskij. Aus dem Russ. übertr. und hrsg. von Martina Jakobson
Autor: Annenskij, Innokentij F. ; Jakobson, Martina [Übers.]
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Hörby/Schweden : Ed. Rugerup
Erscheinungstermin: 3. März 2010
Umfang/Format: 155 S. ; 21 cm
Anmerkungen: Text dt. und russ. - Teilw. in kyrill. Schr.
ISBN: 978-91-89034-28-0
Einband/Preis: kart.: EUR 19,90

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»Das schmale lyrische Werk Innokentij Annenskijs (1855-1909) kündigt die Moderne an. Zwar tastet er das symbolistische Vertrauen in die Einheit von Natur und Kunst als zweiter Natur nicht an. Aber seine Verse feiern den Formenreichtum flüchtiger Natur, ohne sie zu vergeistigen. Zumal in den 'Dreiblättern' (Trilistniki) überrascht die Tonlage nüchterner Schwermut angesichts zerrissener Zauberfäden, einer entzweiten Welt. Das erklärt seine Wirkung namentlich auf Anna Achmatowa, die ihm mehrere Gedichte widmete.« (Sibylle Cramer)

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Die Bestenliste im Internet:
http://www.swr.de/bestenliste

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