Dienstag, Juli 12, 2011

Neuerscheinungen rund um Shakespeare, Juli 2011

Ein paar ev. interessante Neuerscheinungen rund um Willy, the bard. Zwei Bücher, über die die im Netz noch so gut wie gar nichts zu erfahren ist, sind Karl Tekners "Zur Shakespeare-Bacon-Theorie" und die Neuübersetzung des Sommernachtstraums durch Christian Leonard anlässlich der Aufführung im Sommer 2011 im Natur-Park Schöneberg. Daneben beginnt auch der Kindle-Reader sich für den Barden aus Stratford zu interessieren. Die "Dover-Thrift-Edition" des Hamlet ist jetzt als E-Book verfügbar, ebenso Bastian Conrads dicker Wälzer "Christopher Marlowe: Der wahre Shakespeare". Hier die kompletten bibliografischen Daten:

William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum

Titel: Ein Sommernachtstraum / William Shakespeare
Person(en): Shakespeare, William ; Leonard, Christian [Übers.] ; Schleyer, Susanne [Ill.]
Verleger: Berlin : Lettrétage Moritz Malsch
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang/Format: 200 S. : 31 Ill. ; 172 mm x 112 mm
Gesamttitel: Shakespeares Dramen
Einheitssachtitel: A Midsummer Night's Dream <dt.>
ISBN/Einband/Preis: 978-3-9812062-5-8 Gb. : EUR 8.00
EAN: 9783981206258

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Da der Verlag sich darauf beschränkt, die hinlänglich bekannte Inhaltsangabe der Komödie als Info zum Buch zu verbreiten, hilft auch hier nur eine kleine Recherche. Christian Leonard, der sich für die Neuübersetzung verantwortlich zeichnet, gehört zu einer Theatertruppe, die sich verheißungsvoll "SHAKESPEARE COMPANY BERLIN" nennt. Auf der zur Company gehörenden Website zeigt sich, dass der Sommernachtstraum im Juli 2011 in einer sehr farbenfrohen Inszenierung im Giardino Secreto des Natur-Park Schönebergs in eben jener Übersetzung von Christian Leonhard zu sehen sein wird. Die Bilder auf der Website machen Lust auf mehr. Hier ein kurzer Auszug aus dem Inhalt: "Shakespeares meistgespielte Komödie fasziniert auch nach über 400 Jahren mit ihrer kunstvollen Verknüpfung der unterschiedlichsten Figuren aus den drei Welten. [...] Aus Anlass ihres 10-jährigen Bühnenjubiläums taucht die Shakespeare Company Berlin in diesen festlichen Reigen voll Liebe und Eifersucht, geheimnisvollen Mächten und magischen Verführungen ein. Die Inszenierung stellt das Spannungsfeld zwischen Traum, Alptraum, Fantasie und Wirklichkeit ins Zentrum, während das Ensemble mit Leichtigkeit und Intensität zwischen den Charakteren der Liebenden, Handwerker und Elfen wechselt.
Wie in allen Inszenierungen der Shakespeare Company Berlin erlebt das Publikum Shakespeares Volkstheater in seinem besten, ursprünglichen Sinne: komödiantische Darsteller, virtuose Live-Musik, ansprechende Ausstattung, phantasievolle Kostüme & eine neue Übersetzung voll Poesie und Wortwitz.
"

Übersetzung, Produktion & Künstlerische Leitung des 2 1/2 Stunden dauernden Stücks: Christian Leonard

Spannend ist übrigens auch der Verlag, in dem die Neuübersetzung erscheint. Eigentlich ist die Lettrétage ein Veranstaltungsort für literarische Lesungen und Inszenierungen in Berlin-Kreuzberg. Der Verlag ist anscheinend nur ein kleines Nebengleis des anspruchsvollen Konzepts. Auch hier lohnt ein Blick auf deren Website - zumal, wenn man ohnehin in Berlin oder dessen Umgebung lebt.

Karl Tenkner: Zur Shakespeare-Bacon-Theorie

Titel: Zur Shakespeare-Bacon-Theorie / Karl Tenkner
Autor: Tenkner, Karl
Verleger: Paderborn : Salzwasser Verlag
Erscheinungstermin: Juli 2011
Umfang/Format: 52 S. ; 210 mm x 148 mm
ISBN/Einband/Preis: 978-3-943185-96-6 Pb. : EUR 12.90
EAN: 9783943185966

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Inhaltlich ist über das Buch im Augenblick gar nichts zu erfahren. Auffällig ist jedoch, dass es im Salzwasser-Verlag erscheint, einem Verlag, der sich eigentlich vor allem mit Nautik beschäftigt und nebenbei zahlreiche Reprints zu allen möglichen Themen im Programm hat. Auch der Umfang von 52 Seiten lässt darauf schließen, dass hier mit einem dünnen Bändchen mal eben Geld gemacht werden soll. Denn der Preis von 12,90 Euro ist für die Seitenzahl ziemlich hoch. Ursprünglich war wohl geplant, das Buch auf 80 Seiten anzulegen, jedenfalls ist auf der Verlags-Seite zum Buch noch von so vielen Seiten die Rede. Aber das kann auch ein Marketing-Gag sein.

William Shakespeare: Hamlet, Prinz von Dannemark

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 141 KB
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch (?)
ASIN: B005AIOTXQ

Bin mir bei dieser Ausgabe nicht sicher, ob die Verantwortlichen bei amazon nur beim Foto geschlampt haben und deswegen von der Dover-Thrift-Edition die Rede ist, die ja englischsprachig sein dürfte. Denn der Titel "Prinz von Dannemark" lässt ja auf eine alte deutsche Übersetzung schließen. Wie auch immer, die Kindle-E-Books sind ja ohnehin vor allem deswegen ins Gerede gekommen, weil so mancher meint, mit ihnen eine schnelle Mark zu generieren. Mehr zum Thema hier: Warum der Kindle-Bookshop mit ungewollten Inhalten kämpft von Michael Moorstedt.

Bastian Conrad: Christopher Marlowe - Der wahre Shakespeare

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 16701 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Buch&Media; Auflage: 1 (8. Juli 2011)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B005C5RWYA

Leseprobe auf issuu.com

Verlagstext:
Schrieb William Shakespeare seine Werke wirklich selbst? An dieser Frage entzünden sich seit Jahrhunderten heftige Diskussionen. Das Buch will zeigen , dass wir das Paradigma, dass William Shakespeare aus Stratford mit dem Autor der Werke William Shakespeares identisch war, aufgeben müssen zugunsten der Einsicht, dass in Shakespeare nur das Dramatiker-Pseudonym von Christopher Marlowe erkannt werden kann. Shakspeare aus Stratford wurde dafür honoriert, dass er ab 1593 bereit war, zu Rettung des tödlich bedrohten Dichtergenies Marlowe nach dessen endgültiger Aufgabe von Name und Identität seinen maskierenden Namen für die Aussenwelt zu Verfügung zu stellen. Conrads Ausführungen mit Auswertung zahlloser unberücksichtigter oder vernachlässigter Quellen sind in ihrer Detailliertheit einzigartig und liefern einen völlig veränderten, bislang verdrängten Einblick in die literarische Welt des Elisabethanischen Zeitalters.
Bastian Conrad, 1941 in Marburg/Lahn geboren, war ein Jahrzehnt Abteilungsleiter und Professor für Klinische Neurophysiologie an der Universität Göttingen. Die letzten 20 Jahre seines aktiven Berufslebens leitete er die Neurologische Klinik der Technischen Universität München (Rechts der Isar). Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Artikel und ist Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher. Er ist heute freiberuflich tätig und lebt in München. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Urheberschaft der Shakespeareschen Werke.

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