Platz 1 (-) 48 Punkte PIERRE MICHON: Die Grande BeuneTitel: Die Grande Beune / Pierre Michon. Aus dem Franz. von Katja MassuryMit einem Nachw. von Jürg Laederach Autor: Michon, Pierre ; Massury, Katja [Übers.] Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Suhrkamp Erscheinungstermin: 17. April 2011 Umfang/Format: 102 S. ; 18 cm Gesamttitel: Bibliothek Suhrkamp ; Bd. 1463 Einheitssachtitel: La Grande Beune <dt.> ISBN/Einband/Preis: 978-3-518-22463-2 Pp. : EUR 12.90 Bestellnummer(n): 22463 EAN: 9783518224632 Schlagwörter: Frankreich ≶Südwest> ; Dorf ; Lehrer ; Geschichte 1961 ; Belletristische Darstellung Leichtere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe auf bic-media.de Mehr zum Buch auf swr.de Der Erzähler dieser packenden, knappen Geschichten erinnert sich an die erste Stelle als Lehrer, die er 1961 an dem Fluß der Grande Beune, in einem Dorf in Frankreichs Südwesten antrat. Er begegnet zwei Frauen, der älteren Hélène und der jungen Yvonne. Von Yvonne träumt er Tag und Nacht, ihr stellt er nach. Pierre Michon, einer der Meister der französischen Gegenwartsliteratur, hat »Die Grande Beune« in einer unerhört sinnlichen und kunstvollen Sprache geschrieben. Bereits das Motto Andrej Platonovs schlägt den Ton an: »Die Erde schlief nackt und gepeinigt wie eine Mutter, der die Decke herabgeglitten war.« „1961. Der Icherzähler ist 20 Jahre alt, Junglehrer in einem Provinznest am Ufer der Beune, in der Nähe der Höhlen von Lascaux. In der Erde die altsteinzeitlichen Felsmalereien, auf der Erde die Tabakverkäuferin, eine ‚Königin‘, deren ‚Nylonstrümpfe meinen Geist erfüllten‘. Michon erzählt die Geschichte eines von brutalen Sexualfantasien übermächtigten Mannes.“ (Agnes Hüfner) |
Platz 2 (-) 43 Punkte MARC FISCHER: HobalalaTitel: Hobalala : auf der Suche nach João Gilberto / Marc FischerAutor: Fischer, Marc Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Rogner & Bernhard Erscheinungstermin: April 2011 Umfang/Format: 197 S. : Ill. ; 21 cm Anmerkungen: Literaturangaben ISBN/Einband/Preis: 978-3-8077-1072-3 Pp. : EUR 17.90 EAN: 9783807710723 Schlagwörter: Gilberto, João ; Biographie Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe beim Verlag Rogner & Bernard Mehr zum Buch auf swr.de Girl from Ipanema, Chega de Saudade, Corcovado -- diese Klassiker der Bossa Nova sind täglich in den Cafés, Clubs und Radios dieser Welt zu hören. Sie sind berühmt, weil sie so sind, wie Musik sein sollte: ewig gültig und trotzdem immer wieder neu. Erfunden wurde ihr einzigartiger leiser Klang von einem Mann, dessen Gitarre und Gesang alle kennen, mit dem aber kaum jemand geredet hat, weil er sich seit dreißig Jahren in einem Hotelzimmer in Rio de Janeiro versteckt, erst um 8 Uhr abends aufsteht und nie Interviews gibt: Joao Gilberto. Wer ist dieser Joao Gilberto - warum verlässt er sein Zimmer nie, warum spielt er jede Nacht stundenlang nur für die Wände, wenn er vor Zehntausenden auftreten könnte, warum halten ihn fast alle, die je was mit ihm zu tun hatten, für verrückter als Howard Hughes und Thomas Pynchon zusammen? Wer darf zu ihm, wer nicht? In HOBALALA macht sich Marc Fischer auf die Suche nach der letzten großen Musikerlegende unserer Zeit. Er trifft Freunde, Frauen, Weggefährten, um herauszufinden, wie das Herz der Bossa im Innersten tickt und was Lohn und Preis der Kunst sind. Eine Detektivgeschichte zum 80. Geburtstag des großen geheimnisvollen Mr. Joao Gilberto. Kurz nach dem Erscheinen seiner Lebensrecherche ist Marc Fischer verstorben. |
Platz 3 (-) 37 Punkte ANNA KIM: Invasionen des PrivatenTitel: Invasionen des Privaten / Anna KimAutorin: Kim, Anna Verleger: Graz ; Wien : Literaturverl. Droschl Erscheinungstermin: 2011 Umfang/Format: 106 S. ; 18 cm Gesamttitel: Essay ; 63 ISBN/Einband/Preis: 978-3-85420-781-8 kart. : EUR 15.00 EAN: 9783854207818 Schlagwörter: Godthåb ; Eskimo ; Kulturelle Identität ; Soziokultureller Wandel ; Assimilation <Soziologie>> ; Geschichte Leichtere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe beim Droschl Verlag Mehr zum Buch auf swr.de Nach Grönland fahren, um sich selbst zu finden? In den Inuit, den Ureinwohnern dieses Landes, die Paradigmen der eigenen Existenz entdecken? Genau das beschreibt Anna Kim in ihrem Bericht über diese polare Insel, deren landschaftliche Schönheiten so weit weg sind von allem, was die Touristik uns als schön anpreist: die Kargheit, die Leere, die Farben und Formen von Eis, Schnee und Wasser. Anna Kim blättert die Kolonialgeschichte dieses Landes auf, eine Kolonialgeschichte, die so unerbittlich und so erniedrigend für seine Bewohner ablief wie jede andere koloniale Geschichte auf der Erde und die zu extrem beschädigten Identitäten führte und zu einem, bevölkerungspolitisch gesehen, großen Anteil an dänisch-grönländischen »Mischlingen« – eine Mischkultur, die unter Zwang und unter großen Verlusten zustande kam. Was es bedeutet, hier Dänisch oder Grönländisch zu sprechen, was es bedeutet, anders auszusehen, als Teil welcher der beiden Kulturen man durchgeht oder eben nicht, welcher Preis an Geborgenheit bzw. Fremdheit zu bezahlen ist, wenn man sich in die Identitäts-Maschinerie von Einschluss/Ausschluss begibt – das zeigt Anna Kim, die in Südkorea geborene österreichische deutschsprachige Schriftstellerin, auf beklemmende Weise anhand von Beobachtungen und Gesprächen auf, die sie in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, führte. Und noch etwas rückt dieser wichtige Essay zurecht: dass Reisen auch das Ventil für die Sehnsucht sein kann, als eine existenziell Fremde endlich in adäquater Umgebung zu sein, endlich mit Fug und Recht fremd zu sein, freiwillig. |
Platz 4 (-) 34 Punkte ALBERT OSTERMAIER: Schwarze Sonne scheineTitel: Schwarze Sonne scheine : Roman / Albert OstermaierAutor: Ostermaier, Albert Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Suhrkamp Erscheinungstermin: 18. Mai 2011 Umfang/Format: 287 S. ; 21 cm ISBN/Einband/Preis: 978-3-518-42220-5 Pp. : EUR 22.90 Bestellnummer: 42220 EAN: 9783518422205 Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe auf bic-media.com Mehr zum Buch auf swr.de Unauflöslich und ungeheuerlich erscheint das Dilemma, das dem zweiten Roman von Albert Ostermaier seine aufs äußerste gehende existentielle, moralische und gesellschaftliche Dimension verleiht. Ein junger Mann, aufgewachsen in einem katholischen Internat in Bayern, der sein Leben darauf ausgerichtet hat, Schriftsteller, Dichter zu werden, muß sich entscheiden zwischen sicherem Tod und ungewissen Überleben, für das er sich allerdings zwei völlig unbekannten Menschen überlassen muß. Eine ausgewiesene prominente Ärztin stellt ihm die Diagnose, er leide an einer nur von ihr diagnostizierbaren tödlichen Krankheit, die eine sofortige Therapie im amerikanischen Texas erfordere. Der väterliche Mentor, ein katholischer Priester, rät, der Ärztin zu vertrauen und in die USA zu reisen. Wie soll sich der angehende Schriftsteller entscheiden? Andere Diagnosen einholen, obwohl sie laut Ärztin die Krankheit nicht aufspüren können? Dem Rat der Eltern folgen und sich sofort dem Krankenhaus ausliefern? Statt dessen rekapituliert er sein Leben und die Ereignisse, die zu dieser dramatischen Situation geführt haben. Diese Recherche der vergangenen und verlorenen Jahre eines jungen Mannes weitet sich durch die detailgetreue, nüchterne Schilderung der Internatsjahre zu einem umfassenden, erschütternden Panorama moralisch-politischer Strukturen im Süden Deutschlands, in dem der einzelne wenig, die Kirche alles zählt. Und nur wer sich gegen die miteinander verzahnten Hierarchien stellt, ist, wie Albert Ostermaier, in der Lage, souverän vom Leiden, dem eigenen wie dem anderer, einfühlsam und zugleich distanziert, spannend und mitreißend, anklagend und erklärend zu erzählen. " 'Schwarze Sonne scheine' ist das Werk eines Verstoßenen, der denen, die ihn verletzt haben, seine Wunden endlich zeigen will. Mehr als eine Anklage ist der Roman eine flehende Frage: Wie konntest du mir das antun? Die Antwort darauf liegt nicht in der Literatur." (Felicitas von Lovenberg) Der Roman "Schwarze Sonne scheine" ist auch als Hörbuch erhältlich: 5 CDs in Hardcover Verpackung mit Buchnägeln Spieldauer ca. 360 Minuten Gekürzte Lesung gelesen von Albert Ostermaier mit Musik von Hans Platzgumer Regie: Wolfgang Stockmann Verlag: Griot Hörbuch Auflage: 1 Erscheinungstermin: 1. August 2011 ISBN-13: 978-3941234321 |
Platz 5 (-) 32 Punkte HENRY ROTH: Ein AmerikanerTitel: Ein Amerikaner : Roman / Henry RothAus dem Amerikan. von Heide Sommer Autor: Roth, Henry ; Sommer, Heide [Übers.] Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Hamburg : Hoffmann und Campe Erscheinungstermin: 12. Mai 2011 Umfang/Format: 382 S. ; 22 cm Einheitssachtitel: An American type ISBN/Einband/Preis: 978-3-455-40321-3 Pp. : EUR 23.00 3-455-40321-2 EAN: 9783455403213 Schlagwörter: New York Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe auf bic-media.com Mehr zum Buch auf swr.de »Ein Amerikaner liest sich wie das Kaleidoskop einer Reise durch die Seele Amerikas, ein unabwendbares Schicksal, derart reich an Entdeckungen und Kontrasten, dass Roths moderne Interpretation des wandernden Juden selbst Tocqueville geblendet zurückgelassen hätte.« Los Angeles Times Henry Roth, der 1995 starb, hatte eine ungewöhnliche Schriftstellerkarriere. Sein erster Roman Nenn es Schlaf (1934) wurde in Amerika zu einem großen Erfolg und zum Klassiker. Es folgten sechs Jahrzehnte der Schreibblockade, bis er mit über achtzig Jahren nach dem Tod seiner Frau zum Schreiben zurückkehrte und in einem Schaffensrausch Tausende von Manuskriptseiten verfasste, die später in einen vierbändigen Romanzyklus einflossen. Romanheld und Alter Ego in all seinen Werken ist die jüdisch-amerikanische Figur des Ira Stigman, dessen Lebens- und Leidensweg fast ein ganzes Jahrhundert umfasst. Ein Amerikaner ist der krönende Abschluss seines Werks, in dem Roth nicht nur die dreißiger Jahre in Amerika wiederaufleben lässt, sondern auch seiner Ehefrau, der Pianistin und Komponistin Muriel Parker, ein Denkmal setzt. |
Platz 6 (-) 31 Punkte INGEBORG BACHMANN : Die RadiofamilieTitel: Die Radiofamilie / Ingeborg BachmannHrsg. und mit einem Nachw. von Joseph McVeigh Autor: Bachmann, Ingeborg ; McVeigh, Joseph [Hrsg.] Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Suhrkamp Erscheinungstermin: 23. Mai 2011 Umfang/Format: 410 S. : Ill. ; 21 cm Anmerkungen: Literaturangaben ISBN/Einband/Preis: 978-3-518-42215-1 Pp. : EUR 24.90 Bestellnummer: 42215 EAN: 9783518422151 Schlagwörter: Wien ; Familie ; Alltag ; Geschichte 1950 ; Belletristische Darstellung Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe beim Suhrkamp Verlag Mehr zum Buch auf swr.de Im Herbst des Jahres 1951 tritt eine »kettenrauchende Meerfrau mit Engelhaar, die mehr flüsterte als sprach« in die Hörspielabteilung des amerikanischen Besatzungssenders Rot-Weiß-Rot in Wien ein. Ingeborg Bachmann, so der Name der jungen Frau, wird für die nächsten beiden Jahre das Unterhaltungsprogramm des Senders prägen und die Radiofamilie Floriani zur bekanntesten und beliebtesten Sendung der Nachkriegszeit machen. Sie sind bürgerlich, und sie sind verschroben, die Florianis: Da ist Hans, der Paterfamilias, Oberlandesgerichtsrat und ehrenhaft bis in die Knochen. Von den rotzfrechen Kindern wird er um den Finger gewickelt: »Ich bin eine komische Figur in meiner Familie«, beklagt er sich bei seiner Frau Vilma, Generalstochter aus dem Ersten Weltkrieg, »also ein bisserl etwas Höheres«, und in dieser Frage nicht gewillt, dem Herrn Gemahl zu widersprechen. Strenger geht sie da schon mit dem Onkel Guido ins Gericht, dem Halbbruder des Oberlandesgerichtsrats. Er war ein Nazi, aber ein kleiner, der sonst nichts angestellt hat. »Nur ein Trottel, der auf den Hitler hereingefallen ist.« Woche für Woche kommen sie zusammen und verhandeln mit viel Witz und Ironie den Kalten Krieg, die Entnazifizierung, den beginnenden Wiederaufbau – und neben dem großen auch das kleine Geschehen im Nachkriegsösterreich. Lange galten die von Ingeborg Bachmann verfaßten Skripte als verloren. In diesem Band sind sie nun, zusammen mit einem ausführlichen editorischen Nachwort des Herausgebers, erstmals publiziert. |
Platz 7-8 (7-8) 21 Punkte ALEXANDER KLUGE: Das Bohren harter BretterTitel: Das Bohren harter Bretter : 133 politische Geschichten / Alexander KlugeMit einem Gastbeitr. von Reinhard Jirgl Autor: Kluge, Alexander Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Suhrkamp Erscheinungsjahr: 2011 Umfang/Format: 336 S. : Ill. ; 21 cm Einband/Preis: Pp. : ca. EUR 24.90 ISBN: 978-3-518-42219-9 Bestellnummer(n): 42219 EAN: 9783518422199 Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe beim Suhrkamp Verlag Mehr zum Buch auf swr.de Von Max Weber stammt der berühmte Satz, die Politik sei »ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich«. Von ihm ausgehend, untersucht Kluge in 133 Geschichten jene Werkzeuge, die politisch agierenden Menschen im harten Kampf um die Macht zur Verfügung stehen. Für intelligente Zähigkeit als Voraussetzung politischer Veränderung ist Max Webers Bohrer gewiß ein geeignetes Bild. Was ist aber ein Hammer im politischen Geschäft? Was heißt 'Feingriff'? Und zuletzt führen alle Fragen auf die eine: Was ist dieses 'Politische' überhaupt? Inmitten der aufgeregten Debatten über Stuttgart 21 und Sarrazin behält Kluge kühlen Kopf. Ihn als Literaten interessiert die Frage: »Wie erzählt man davon?« Politik, sagt er, ist ein besonderer Aggregatzustand alltäglicher Gefühle. Sie ist überall. Sie bewegt private Lebensläufe ebenso wie die Öffentlichkeit. Und so behaupten sich in seiner Geschichte neben den Großen auch die Kleinen, Unbekannten, fast Namenlosen: Elfriede Eilers neben Perikles und Putin und die in 700 Meter Tiefe versunkenen chilenischen Bergleute neben Napoleon, Obama und Angela Merkel, der »Kanzlerin am falschen Ort«. |
Platz 7-8 (-) 21 Punkte ANGELA KRAUSS: Im schönsten FallTitel: Im schönsten Fall / Angela KraußAutorin: Krauß, Angela Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Suhrkamp Erscheinungstermin: 14. März 2011 Umfang/Format: 99 S. ; 21 cm ISBN/Einband/Preis: 978-3-518-42173-4 Pp. : EUR 14.90 Bestellnummer(n): 42173 EAN: 9783518421734 Leichtere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe auf bic-media.com Mehr zum Buch auf swr.de Heimlich arbeitet diese Frau wie jeder Mensch am Glück. »Das Weltgebäude will errichtet werden! Man muß ja irgendwo wohnen.« Die Welt indes zeigt sich als die, die sie ist: als Erschütterte, von Datenmengen Überwucherte, Sich-Verlierende. Geräte, Weltgipfel, Stilettos und ein sagenhafter ungenutzter Raum im Hirn – die Frau hält allabendlich den Kopf ins Freie, um sich der Standfestigkeit des Ganzen zu vergewissern. Tagsüber gehen Erschütterungen durchs Haus. Karel arbeitet an der Überwindung der Materie durch Information. Unter den Absätzen der Nachbarin und der lose herumfliegenden Zukunft steigt der Druck. »Jemand muß das zusammenhalten!« Irgendwo unter dem Gebirge aus hochaktuellen Zerfallserscheinungen ruht das Urmuster vollkommener Harmonie. Wie die Liebe in einer Zeit der Worst-case-Szenarien bewahrt werden kann, als allerschönster Fall, dem ist in diesem Buch alles auf der Spur. Mit ihrer »einzigartigen Melange aus Naivität der Empfindung und erzählerischer Raffinesse« (Wolfgang Emmerich) umfängt Angela Krauß die Unfaßbarkeit der Welt. Esprit, Zärtlichkeit, Ermutigung und große poetische Kraft fließen in einen warmen Beschwörungston. Beschworen wird nichts Geringeres als die Liebe, das Weltall, die Zukunft. |
Platz 9-11 (-) 20 Punkte ELISABETH FILHOL: Der ReaktorTitel: Der Reaktor : Roman / Elisabeth FilholAus dem Franz. von Cornelia Wend Autor: Filhol, Élisabeth ; Wend, Cornelia [Übers.] Ausgabe: Dt. Erstausg., 1. Aufl. Verleger: Hamburg : Ed. Nautilus Erscheinungstermin: 25. Mai 2011 Umfang/Format: 121 S. ; 22 cm Einheitssachtitel: La centrale <dt.> ISBN/Einband/Preis: 978-3-89401-740-8 Pp. : EUR 16.00 EAN: 9783894017408 Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe bei der edition nautilus Mehr zum Buch auf swr.de Drei Selbstmorde hat es gegeben unter den Arbeitern im Atomkraftwerk. Einer der Toten ist Lo ïc, Yanns bester Freund, mit dem zusammen er schon seit Jahren als Zeitarbeiter im Rhythmus der jährlichen Wartungen von Reaktor zu Reaktor zieht. »Neutronenfutter« nennen sich diese Leute selbst, denn für jeden, der wegen zu hoher Strahlenbelastung ausfällt, gibt es sofort willigen Ersatz. Die Arbeiter leben im Wohnwagen oder im Hotel, vereint durch eine gewisse Solidarität, die sich aber bei der fehlenden Arbeitsplatzsicherheit und dem Stress unter der nuklearen Bedrohung schnell verbraucht. Dieser Roman macht die Bedrohung ebenso fühlbar wie die Faszination für das Kraftwerk und die Angst davor. Filhol schreibt in einem nüchternen, lakonischen Stil, der die Atmosphäre unter den Beschäftigten, die physikalischen Prozesse sowie die Arbeitsabläufe kunstvoll verdichtet. Der Reaktor ist auch ein Symbol für die Gesellschaft. Der Roman ist in Frankreich von einem großen Medienecho begleitet und mit dem Prix France Culture Télérama ausgezeichnet worden und war zeitweise auf Platz 6 der französischen Bestsellerlisten. "Filhols Roman beleuchte einen Aspekt, der bei der Ausstiegsdebatte bisher keine Rolle gespielt hat und der mit Zahlen und Vorschriften nicht erfasst werden kann. Die Arbeiter an der "Front" der Energiegewinnung stellen keine Risikoabwägung an. Es ist ihr Körper, der ihnen mit Schweißausbrüchen, mit Schwäche- und Panikanfällen signalisiert, dass sie für diese Technologie nicht geeignet sind - und umgekehrt diese Technologie nicht für sie, nicht für uns." (Martin Ebel) [mehr zu: ELISABETH FILHOL: Der Reaktor] |
Platz 9-11 (1) 20 Punkte PETER KURZECK: VorabendTitel: Vorabend / Peter KurzeckAutor: Kurzeck, Peter Verleger: Frankfurt, M. ; Basel : Stroemfeld Erscheinungsjahr: 2011 Umfang/Format: 1015 S. ; 21 cm Gesamttitel: Kurzeck, Peter: Das alte Jahrhundert ; 5 ISBN: 978-3-86600-079-7 EAN: 9783866000797 Einband/Preis: Pp. : EUR 39.80 (DE) Schlagwörter: Oberhessen ; Schriftsteller ; Erinnerung ; Geschichte 1946-1975 ; Belletristische Darstellung Mittelschwere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Mehr zum Buch auf swr.de Seit Mitte der neunziger Jahre arbeitet Peter Kurzeck an dem großen autobiographisch-poetischen Projekt „Das alte Jahrhundert“. Die ersten vier Bände sind bereits erschienen: Übers Eis (1997), Als Gast (2003), Ein Kirschkern im März (2004) und Oktober und wer wir selbst sind (2007). Über das Autobiographische hinaus entsteht eine faszinierende Zeitgeschichte. (Norbert Wehr im WDR)"Im Jahr 1982 in Frankfurt-Eschersheim ein langes Wochenende im Herbst. Der Erzähler ist mit Frau und Kind bei Freunden zu Besuch. Vielleicht das letzte Wochenende, bevor die Freunde nach Südfrankreich ziehen. Der Erzähler ist müde. Will schlafen. Um ihn her der Nachmittag und die vertrauten Stimmen und dazu die Stimmen in seinem Kopf. Und dann muß er erzählen! Eine lange Reise. Und wir begleiten ihn in das Land seiner Kindheit. Das Oberhessen aus der Zeit nach dem Krieg und bis in die Siebziger Jahre. Gestern noch hier und jetzt ein versunkenes Land, eine Sage. Man muß die ganze Gegend erzählen, die Zeit! Und dazu die Menschen. Kleinbauern, Handwerker und Gießereiarbeiter. Die Oberdorfwitwen, die alten Leute und ihre Geschichten. Und die Kinder, als wir alle noch Kinder waren. Die alten Kaufläden. Flohmarkt- und Flüchtlingsgeschichten. Wie es bei der Arbeit zugeht. Lebensläufe, Vergangenheiten, die Zeit. Was die Zeit mit uns macht. Das Fernsehen. Die Liebe. Drei Paargeschichten. Wie man mitten im Pferdefuhrwerk- und Dampflokzeitalter als Sechsjähriger in Lollar am Güterbahnhof bei der amtlichen Waage steht (neben einer großen Pfütze) und weiß vom Hörensagen, die Erde ist eine Kugel. Ein langer Herbstnachmittag und er ist sechs und muß sich alle Stimmen und Farben und jede Einzelheit merken. Und hat keine Wahl, wird ein Dichter. Wenn man auf einem Berg wohnt, führt jeder Heimweg am Ende mühsam bergauf. Die Nachkriegs-, die Not-, die Hunger-, die Hamster-, die Schwarzmarkt- und dann die neue und immer noch eine neuere neue Zeit. Der Fortschritt. Und fängt dann zu fahren an. Baustellen, der Straßenbau, Autobahnen, Schnellstraßen und Autobahnzubringer. Staatssekretäre, Ehrenjungfrauen und das Weltbild der Igel. Eine vergessene alte Landstraße, die leer in der Sonne liegt. Supermärkte, Einkaufsfahrten, Räubergeschichten, ein gelungener Amoklauf und die langen Sommer der späten Sechziger Jahre. Ein ganzes Zeitalter und jeder Augenblick fängt zu reden an." „Der Proust der Bundesrepublik heißt Peter Kurzeck. [...] Die Entfaltung des Augenblicks war immer die Kurzeck-Spezialität. Das stete Murmeln der Zeit, die Ausfaltung des Bewußtseins, der vergebliche Wettlauf mit der Komplexität des Hörens, Fühlens, Tastens und Schmeckens, des Sehens und der Erinnerung: so viel in einem Moment!“ (Elke Schmitter) Der Roman ist für Oktober 2012 als Hörbuch angekündigt: 4 Audio CDs Sprecher: Peter Kurzeck Verlag: Stroemfeld Erscheinungstermin: Oktober 2012 ISBN-13: 978-3866000896 |
Platz 9-11 (-) 20 Punkte PEGGY MÄDLER: Legende vom Glück des MenschenTitel: Legende vom Glück des Menschen : Roman / Peggy MädlerAutorin: Mädler, Peggy Ausgabe: 1. Aufl. Verleger: Berlin : Verl. Galiani Erscheinungsjtermin: 7. Februar 2011 Umfang/Format: 211 S. ; 21 cm ISBN/Einband/Preis: 978-3-86971-032-7 Pp. : EUR 16.95 EAN: 9783869710327 Schlagwörter: Deutschland <DDR> ; Familie ; Generationsbeziehung ; Lebensführung ; Belletristische Darstellung Leichtere Lektüre Buch ansehen bei amazon.de Mehr zum Buch auf swr.de Ziemlich viel, scheint es, hat sich Peggy Mädler mit ihrem Debütroman vorgenommen – denn in ihrem von Geschichten prallen Buch geht es darum, wie Glück entsteht, wie Gesellschaft funktioniert und wie private Erinnerung und die große Geschichte zueinander stehen. Die bescheidene, gewitzte und elegante Art, mit der sie die Anmaßung der Fragestellungen erzählerisch unterläuft, macht ihren Erstling zu einem Kabinettstück der deutschen Literatur. Knapp fünfzehn Jahre nach der Wende findet die junge Erzählerin im Nachlass der Großeltern ein Buch, das ihr Großvater zu einem Betriebsjubiläum geschenkt bekommen hat. Ein Fotoband von 1968, der Vom Glück des Menschen heißt, komponiert und betextet von Rita Maahs und Karl Eduard von Schnitzler. Die Anmaßung eines politisch verordneten Glücks irritiert die Enkelin. Wie kann ein Staat auf die Idee kommen, seinen Bürgern vorzuschreiben, wie sie glücklich werden? Anhand weiterer Fundstücke aus dem Nachlass beginnt sie zu rekonstruieren, wie sich ihre Großeltern kurz vor dem Zweiten Weltkrieg kennenlernten, heirateten und sich nach dessen Ende fast wie Fremde wieder gegenüberstanden, wie ihr Vater und ihre Mutter sich in der DDR kennenlernten und durchschlugen und wie sie, die Erzählerin selbst, und ihr älterer Bruder die Wende und die Zeit danach erlebten. Dabei überschreibt Peggy Mädler je ein Kapitel aus dem Propagandaband mit »Legenden« aus der Familiengeschichte ihrer Erzählerin. So entstehen die »Legende vom Glück der Arbeit«, die »Legende vom Glück des Miteinanders« usw. , und plötzlich wird klar: Ob und wie Menschen das Glück finden, hat oft weniger mit den großen Rahmenbedingungen zu tun, als mit privaten Begegnungen, kleinen Gesten und unspektakulären Zufällen. Und: Die besten Geschichten schreibt nicht die Geschichte, sondern das Leben selbst. Peggy Mädler ist dabei ein enorm warmherziger, reicher und sprachlich immens variabler Romanerstling gelungen. Ein Buch, das irgendwie glücklich macht. |
Persönliche Empfehlung im Juli/August von Elmar Krekeler (Berlin): THOMAS WOLFE : Die Party bei den JacksTitel: Die Party bei den Jacks / Thomas WolfeAus dem Amerikan. Engl. übers. von Susanne Höbel. Nachw. von Kurt Darsow Autor: Wolfe, Thomas ; Höbel, Susanne [Übers.] ; Darsow, Kurt [Nachr.] Verleger: Zürich : Manesse-Verl. Erscheinungsjahr: 2011 Umfang/Format: 347 S. ; 22 cm Einheitssachtitel: The party at Jack's <dt.> ISBN/Einband/Preis: 978-3-7175-2234-8 Gewebe : ca. EUR 24.95 EAN: 9783717522348 Schlagwörter: New York- Manhattan ; Oberschicht ; Bühnenbildnerin ; Juden ; Geschichte 1928 ; Belletristische Darstellung Buch ansehen bei amazon.de Leseprobe auf randomhouse.de Mehr zum Buch auf swr.de Dieses erstmals ins Deutsche übersetzte Prosajuwel führt uns empor in die höchsten Sphären von Manhattan – mitten hinein in die Glamourwelt der Schönen und Reichen. Starlets und Damen von Welt, Broker und Magnaten, Privatiers und Parvenüs geben sich auf einer Penthouse-Party die Ehre. In stakkatohaften Sequenzen fängt Thomas Wolfe den Rhythmus einer rastlosen Metropole ein, in der der Tanz ums goldene Kalb immer ausgelassenere Formen annimmt. Alles, was Rang und Namen hat, findet sich im Art-déco-Ambiente von Esther und Frederick Jack ein: sie eine gefeierte Broadway-Künstlerin, er ein aus Koblenz stammender Jude und Selfmade-Millionär. Die Roaring Twenties sind auf ihrem Höhepunkt angelangt, schon wirft die Große Depression ihre Schatten voraus. Doch vom drohenden Ende der Sause will man bei den Jacks noch lange nichts wissen … Mit seiner Innenansicht einer New Yorker Luxusadresse – von der Dachterrasse bis hinab in den Untergrund, von wo die Subway feine Vibrationen durchs Gebäude schickt – zeichnet Wolfe das Panoptikum einer faszinierenden Stadt und einer faszinierenden Epoche. „Wir schreiben das Jahr 1925 und die Jacks geben eine Party. Hoch über der Park Avenue. Ganz New York kommt, lässt sich bedienen. Die Gesellschaft tanzt. Ein Land entblößt sich in seiner sozialen Zerrissenheit. Thomas Wolfe – das zeigt dieser schmale Roman von 1937 - konnte mehr als bloß unförmige, unendliche Romane einzig über sich selbst schreiben. Er war ein garstiger Gesellschaftsanalyst. Er zeichnet hinreißend böse Porträts, schreibt süchtig machende Sätze, entwirft ein Fegefeuer der Eitelkeiten und der Träume. Und schießt es los.“ (Elmar Krekeler) |
Quelle der SWR Bestenliste Juli/August 2011: www.swr.de/bestenliste Wie immer weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass die SWR Bestenliste Juli/August 2011 lediglich aus einer Liste von zwölf Büchern mit Platzierungen und Kurzbeschreibungen besteht. Die längeren Buchbeschreibungen hier im Blog, die sich zumeist auf die Verlagsangaben beziehen, sowie die kompletten bibliographischen Angaben, die Links zu Leseproben der Verlage oder Verweise auf Hörbucheditionen sind ein Service dieses Blogs. |
Samstag, Juli 09, 2011
SWR Bestenliste Juli/August 2011
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