Montag, Januar 02, 2012

Shakespeare-Challenge 2012 - Januar: Romeo und Julia

Manche Ideen sind so gut, dass ich einfach dabei sein will, egal, wie zeitintensiv sie sind. Eine Shakespeare-Challenge hat Karla Paul, die Redaktionsleiterin von lovelybooks.de und Frau für den dortigen Bereich Social Media ins Leben gerufen. Begleitet wird die Challenge durch ihren Blog Buchkolumne.de und natürlich von einer Leserunde auf lovelybooks.de.

Los geht es aktuell mit Romeo und Julia, der wohl herzergreifendsten Liebesgeschichte aller Zeiten. Wie immer bei good old Will kein Stoff, den er sich selbst ausgedacht hat (mal ganz abgesehen von der Frage, ob nicht der adlige de Vere tatsächlich Urheber der Version ist). De facto aber existiert von der Geschichte bereits eine Fassund von 1562 aus der Feder Arthur Brookes, der Shakespeare inhaltlich weitestgehend folgt und von der er sogar ein paar Formulierungen geklaut hat. Immerhin strafft Will das ausladende Versepos von Brookes, macht aus der monatelangen Affaire eine einzige stürmische Nacht, und erhöht so deutlich das Tempo der Geschichte. Dichten heißt verdichten, so das offensichtliche Motto, dem er hier folgt.

Wer Lust hat, bei der Challenge mitzumachen, legt sich am Besten die Gesamtausgabe zu, die mittlerweile relativ günstig zu haben ist. Eine Hörbuchversion mit dem kompletten Text gibt es eingelesen von Katharina Thalbach, allerdings in der leicht modernisierten Fassung von Thomas Brasch, die ich persönlich ein wenig gewöhnungsbedürftig finde. Für die Schlegel-Übersetzung gibt es leider nur eine Szenenauswahl als Hörversion. Und wer nicht ernsthaft an der Challenge teilnehmen will, sondern einfach Lust hat, sich den Stoff zu vergegenwärtigen, der mag auch mit der Erzählversion von Barbara Kindermann auskommen.

Natürlich gibt es auch famose Verfilmungen. Als ich noch deutlich jünger war, hatte es mir Olivia Hussey als Julia in der Zefirelli-Inszenierung
angetan. Wenn ich mich recht erinnere, arbeitet Zefirelli - ebenso wie Baz Luhrmann in der Neuinszenierung mit Leonardo di Caprio - mit dem Originaltext. Und ist sogar in Verona abgedreht worden, während die neue Version in Mexico entstand.

Wie auch immer: Das neue Jahr bietet die Möglichkeit, sich einmal in einer Gruppe Gleichgesinnter an Shakespeare abzuarbeiten und sich mit anderen darüber auszutauschen. Klingt vielversprechend.

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