Mittwoch, Juni 20, 2012

Mit Büchern leben

In meiner Wohnung befinden sich geschätze 50.000 Bücher. Das ging ganz gut, bis ich eines Tages beschloss umzuziehen. Um mehr Platz zu haben, versteht sich. Natürlich war das eine Milchmädchenrechnung. Wenn man 25 Jahre in einer Wohnung wohnt, dann wachsen die Bücherregale organisch mit. Jeder Platz wird ausgenutzt, immer wieder kommen neue Regale an neue Plätze. Das wirkt natürlich. Gemütlich.

Ganz anders als tausende Umzugskisten mit Literatur, die ganze Zimmer versperren. Denn da soll von einem auf den anderen Tag Platz geschaffen werden und das, was vorher über Jahre langsam wuchs, will in kürzester Zeit erreicht sein. Ein sinnloses Unterfangen, das nur mit viel Phantasie und Seelenruhe in Angriff zu nehmen ist.

Heute bekam ich eine E-Mail von Jokers.de, in der ein Buch von Leslie Geddes-Brown angepriesen wurde: Räume für Menschen, die Bücher lieben. Leider stellte ich schnell fest, dass hier keine Restauflage verkauft wurde, sondern dass Jokers das Buch zum normalen Ladenpreis anbietet. Also keinen Cent billiger als Amazon. Immerhin bieten beide Buchversender die Möglichkeit, in diesen Bildband hineinzuschauen. Die Bilder gefallen mir und inspirieren mich, auch in meiner neuen Umgebung weitere ungewöhnliche Lösungen für das Verstauen zu suchen. Hier der Verlagstext zum Buch:

"Bücher vermitteln nicht nur Wissen und machen Freude, sie bieten auch fantasievolle Möglichkeiten für die Raumeinrichtung. Leslie Geddes-Brown – selbst begeisterte Bücherliebhaberin – zeigt, wie man dicke Wälzer und schmale Bändchen gekonnt in Szene setzt: mal streng und formal, mal herrlich farbenfroh, mal locker und zwanglos, in jedem Raum der Wohnung ebenso wie in oft vernachlässigten Ecken und Winkeln. Das Buch «Räume für Menschen, die Bücher lieben» präsentiert originelle Ideen: von der mustergültig geordneten Bibliothek bis zu den vermeintlich chaotischen Stapeln auf dem Fußboden, von verschiedenen Möglichkeiten zum Aufbewahren wichtiger Nachschlagewerke bis zu zeitgemäßen Aufbewahrungs- und Beleuchtungslösungen und Tipps zur effektvollen Kombination von Büchern und anderen Objekten. Für alle Bibliophilen, die nicht nur das geistige, sondern auch das dekorative Potenzial von Büchern voll ausschöpfen möchten."

Fatal die Funktion: Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben? Denn natürlich hat Leslie Geddes-Brown nicht als einzige die Idee, private Buchwelten zu fotografieren. Also tauche ich ab in die Welt der Bücher. Da gibt es zum Beispiel den Bildband: Wie wir mit Büchern wohnen von Roland Beaufre und Dominique Dupuich aus dem Brandstätter Verlag. 192 Seiten im Format 25 x 25 cm, ca. 200 Abb. Auch hier gebe ich einfach mal den Verlagstext wieder:

"Bücherschränke, Buchregale oder ganze Bibliotheken: Das sind nie einfach nur Aufbewahrungsorte für Bücher, sondern einzigartige dekorative Elemente, die jeder Wohnung, jedem Haus eine persönliche Note verleihen und mehr als viele andere Design Details Auskunft über Persönlichkeit, Interessen und Lebensstil ihrer Besitzer geben. Viele der in diesem Buch gezeigten Lösungen zeugen von hoher Kreativität, ob sie nun speziell für einen eigenen Bibliotheksraum entworfen wurden oder einfach jede Ecke und Nische einer Wohnung nutzen, ob sie klassisch oder modern, wohl geordnet oder in einer Art organisiertem Chaos gestaltet sind. Ihre Besitzer sind Künstler und Sammler, Designer und Schriftsteller, Modemacher und Politiker. Dieses Buch ist wie ein Reiseführer durch die Bibliotheken passionierter Leser, eine so abwechslungsreiche wie bezaubernde Inspirationsquelle für alle, die ihre Bücher endlich ins rechte Licht rücken möchten."

Dann aus dem Gerstenberg Verlag der Band: BücherWelten. Von Menschen und Bibliotheken. Broschiert, 256 Seiten, 25 x 20 cm:

"Lesen und Glücklichsein ist für viele Menschen eins. Beim Lesen kommen wir zur Ruhe, finden zu uns selbst. Nicht unerheblich ist die Umgebung, in der wir unserer Leidenschaft frönen: Zum Buch gehören Gemütlichkeit und Geborgenheit. BücherWelten stellt eindrucksvolle Büchertempel wie die Stiftsbibliothek St. Gallen oder die Bibliothèque nationale in Paris vor und bietet darüber hinaus spannende Einblicke in eine große Zahl privater Bibliotheken. Ob Schriftsteller, Verlegerin, Literaturagent, Kritiker, Designer oder Künstlerin - sie alle können sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen."

»BücherWelten ist ein Buch zum Schwelgen und Blättern, das Liebhaber zu später Abendstunde zum Träumen verleiten kann - und manchmal auch zum Neidischwerden.«
Rheinischer Merkur

Anscheinend hat jedes Land sein eigenes Buch über Buchwelten geschaffen. Nach den Franzosen ("Wie wir mit Büchern wohnen") und Deutschland ("BücherWelten") gibt es auch einen amerikanischen Bildband. Er stammt von Estelle Ellis und Caroline Seebohm, ist im Gerstenberg Verlag als Sonderausgabe erschienen und heißt: Mit Büchern leben: Buchliebhaber und ihre Bibliotheken. Ebenfalls broschiert, im Großformat 30 x 23 cm. Vielleicht der praktischste Band in dieser kleinen Sightseeing-Tour:

"Wer schon immer einmal einen Blick in die Refugien anderer Bücherfreunde werfen wollte, liegt mit diesem Bildband goldrichtig. Die vierzig Bücherliebhaber, deren Bibliotheken hier vorgestellt werden, teilen das Grundgefühl, dass ihr Zuhause erst durch Bücher wohnlich wird. Erstaunlich aber, wie unterschiedlich ihre Bibliotheken sind! Vom 'Bücherturm' in einem luftigen New Yorker Loft über den behaglichen Raum in einer ehemaligen Scheune bis zur eleganten Herrenhausbibliothek reicht das faszinierend vielfältige Spektrum. Bunt ist auch der Kreis derer, die wir auf diese Weise kennenlernen: der Herzog von Devonshire, Flora Biddle vom berühmten 'Whitney Museum of American Art', Keith Richards von den 'Rolling Stones' ... Zusätzliche Kapitel geben professionellen Rat zu Aufbau und Systematisierung einer Büchersammlung, zu Regalen, Bibliotheksleitern und Beleuchtung, Pflege und Restaurierung von Büchern."

Viel Spaß beim Stöbern!

Kommentare:

  1. 50.000 Bücher?! Wow!!
    Da verblassen meine 570 dagegen, von der Menge gesehen. Gut, ich lebe auch zuhause bei meinen ELtern und meine Bücher und ich teilen uns ein Zimmer...
    Viele Grüße!

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  2. Gruß zurück. Eine Zeitlang kamen hier inflationär viele Bücher rein, zumal gutmeinende Freunde anfingen, mir kartonweise Fundstücke mitzubringen. Dem habe ich irgendwann einen Riegel vorgeschoben. Aber ich habe in sehr jungen Jahren begonnen zu sammeln und bin mittlerweile doch etwas gesetzteren Alters. ;-) Nun gut, von ein paar kleinen Setzrissen abgesehen scheint das Haus es mir nicht übel zu nehmen, dass ich es so belade.

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