Freitag, Juli 06, 2012

Fröhlich lesen - vom 5.7.2012

Auch wenn wir es nicht zugeben: Glücklich zu sein ist schon etwas Tolles. Nicht umsonst haben Bücher über das Glück immer wieder das Potential, in die Bestsellerlisten aufzusteigen. Denken wir nur an Hectors Reise: oder die Suche nach dem Glück von Francois Lelord, Eckart von Hirschhausens Glück kommt selten allein ... oder Stefan Kleins Glücksformel, alles Bücher, die sich ewig in den Verkaufscharts hielten. Gestern bei Susanne Fröhlich im Talk Christoph Koch mit seinem neusten Glücksexepriment: Im Selbstversuch nahm er sich ein Jahr lang Zeit, alle möglichen Glücksformeln auszuprobieren und an sich selbst zu testen. Sternhagelglücklich: Wie ich versuchte, der zufriedenste Mensch der Welt zu werden heißt sein Buch.

Als weiterer Gast im Studio ist Else Buschheuer, die sich ebenfalls in ihrem aktuellen Buch mit der Frage beschäftigt, wie wir denn anders leben können. Um so vielleicht ein wenig mehr aus dem Dasein herauszuholen. Verrückt bleiben!: Mein Leitfaden für freie Radikale heißt das Ergebnis ihrer Überlegungen und Selbstversuche.

Christoph Koch eröffnet die Runde damit zu erzählen, dass er zu Beginn seines "glücklichen Jahrs" geheiratet hat. Für ihn eine wunderbare Möglichkeit, seinen Glücksstatus zu optimieren. Die Frauen sind skeptisch. Susanne Fröhlich wirft ein, dass das wohl eine typisch männliche Erfahrung sei und Statistiken zeigten, dass Männer weit stärker von Ehen profitierten als Frauen. Und Else Buchheuer ist ohnehin gebranntes Kind, die offensichtlich schon mehrere Ehen hinter sich hat und der Ehe als Glücksgarant deswegen auch nur bedingt traut.

Einig hingegen sind sich die Drei beim Thema Altruismus: Dinge für andere zu tun ist lange nicht so selbstlos, wie man meinen könnte. Denn letztlich profitiere man selbst am meisten davon. So hat Frau Buschheuer eine Weile in Kalkutta gelebt und anschließend in einem Experiment einen Kurs in Sterbebegleitung belegt, um auch hier in Deutschland etwas für andere zu tun. Und ein Leben nur für sich selbst sei eh nicht das Wahre, meint sie. Und Christoph Koch erzählt von dem Experiment, einfach jeden, der ihn darum bat, einen Euro in die Hand zu drücken - ein Projekt, das auf die Dauer ziemlich ins Geld gehen kann, kurzfristig aber auch zu spannenden Ergebnissen führte.

Viele der Tipps, die die beiden geben, klingen durchaus bekannt. Sport kann eine Möglichkeit sein, seinen Energiehaushalt zu optimieren und sich besser zu fühlen. Das ist bekannt. Und so meint Frau Buschheuer, es sei ohnehin schwierig, ein Buch über neue Dinge zu schreiben, weil eigentlich alles, was gesagt werden kann, auch schon einmal gesagt wurde. Aber eben vielleicht nicht in der Radikalität, die sie mit ihrem neuen Buch vertritt. Zwar finden sich auch dort Ratschläge, mit denen schon Konfuzius hausieren gegangen ist, wie etwa, mal einen anderen Weg zu benutzen als den sonst täglich eingeschlagenen. Oder die ganze Palette von "Simplify your life"-Weisheiten, sich von seinem Besitz zu trennen, um freier durchs Leben zu gehen. Aber sie vermittelt die Bereitschaft, Dinge einfach einmal auszuprobieren, um sich und seine Grenzen ständig zu erweitern. Und das macht durchaus Lust.

So ist auch Susanne Fröhlichs Resümee: "Es gibt eine Menge Dinge, die Sie tun können. Auf jeden Fall sollten Sie diese Bücher lesen: Sternhagelglücklich von Christoph Koch und Verrückt bleiben! von Else Buschheuer. Ich finde, es macht so 'Klick' im Kopf und man hat Anregungen und dann hopst man mal nur in der Wohnung. Muss ja nicht gleich im Zug sein. Tun Sie, was immer Sie wollen. Aber tun Sie's mit Leidenschaft!"





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