Montag, Juli 02, 2012

quergelesen vom 01.07.2012

Eine eigene Büchersendung für Jugendliche von 8 bis 18. Gute Idee. In der aktuellen Folge von "quergelesen", produziert vom RBB und vorgestellt gestern im KiKa, geht es um Urlaubslektüre. Etliche Bücher spielen im Urlaub - oder sind bestens geeignet, in eben solchen mitgenommen zu werden. Daneben werden einige Jugendliche gefragt, was sie denn von eBook-Readern halten. Immerhin lassen sich mit so einem Ding problemlos mehrere Bücher mit in die Ferien nehmen, ohne dass das Gepäck zu stark anschwillt. Aber das Urteil der Probanten ist vernichtend: Zwar sind solche Reader "cool", aber irgendwie fühlt es sich beim Lesen nicht richtig an. Und in der Sonne sind sie eh nicht zu gebrauchen. Außerdem kann man in der Sendung erfahren, was es mit dem Bookcrossing auf sich hat und wie es funktionert.

In der ersten Buchvorstellung geht es um ein Sachbuch. Klick! Fotografie für Kinder heißt es, und es wirkt auf den ersten Blick sehr vielversprechend. Zumindest für junge Leute, die ohnehin viel mit der Kamera unterwegs sind. Neben vielen praktischen Tipps gibt es darin auch einen Exkurs zu den berühmtesten Fotografen der Vergangenheit und ihren speziellen Techniken. Könnte tatsächlich helfen, Lust auf spannendere Fotos zu machen und mit der Kamera im Urlaub auf Entdeckungsreise zu gehen.

Verlagstext: "Digitalkameras machen das Fotografieren kinderleicht. Doch wer einfach nur den Auslöser der Kamera drückt, ist hinterher oft enttäuscht. Für alle Kinder, die das Beste aus ihren Fotos herausholen wollen, erklärt die abwechslungsreiche Einführung am Beispiel berühmter Bilder aus der Geschichte der Fotografie die Grundlagen: Wie beeinflussen Licht und Perspektive das Foto? Worauf muss man bei Tier- oder Sportfotos achten? Kinder lernen die Bilder berühmter Fotografen kennen und finden witzige Anregungen, wie man mit den „fertigen“ Aufnahmen weiter kreativ sein kann."

Für mich als alten Frankreich-Fan am Spannendsten klang Simon van der Geests Der Sommer, in dem ich berühmt werde. Dabei beginnt die Geschichte wie echter Horror. Finja ist mit ihren Eltern auf einem Zeltplatz in Frankreich. Eigentlich. Denn als sie eines Morgens aus ihrem Zelt kriecht, sind ihre Eltern verschwunden. Abgereist. Ohne sie. Zum Glück ist Finja ein patentes Mädchen, das notfalls auch eine Weile zurechtkommt, ohne dass sich Erwachsene um sie kümmern. Außerdem gibt es für den Notfall auch noch die Eltern von Jantwan, einem Jungen, mit dem sie sich befreundet hat. Und in der Zwischenzeit, so überlegt sie sich, will sie berühmt werden. Dann würden die Eltern schon merken, dass sie - mal wieder - ihre Tochter vergessen haben. Kein leichter Plan - aber ein tolles Ferienbuch.

Ebenfalls nach Frankreich in den Urlaub will Meta, die Hauptfigur in Marjolijn Hofs Buch Nie ist ganz schön lang. Das klappt aber nicht, weil Mama sich mal wieder in einen Mann verknallt hat. Und weil dieser Mann Isländer ist, wird kurzfristig der Frankreichurlaub abgesagt und es geht in den hohen Norden. Zunächst ist Meta ziemlich genervt von diesem Bjarni, aber mit der Zeit stellt sie fest, dass der vielleicht gar nicht so doof ist. Als sie dann eines Nachts mitanhören muss, wie sich Mama und Bjarni streiten und Mama beschließt, zurück nach Hause zu fahren, läuft sie weg. Aber weglaufen kann ganz schön gefährlich sein, wenn man die Gegend nicht kennt. Spannend.

Und spannend geht es weiter. In der nächsten Geschichte, Eine völlig andere Geschichte, geht es um einen Erfinder und seine drei Kinder. Seine letzte Erfindung stellt alles andere in den Schatten. Eigentlich eine Zeitmaschine, ist es bei richtigem Gebrauch eine Maschine, die fast alles kann. Sagt zumindest der Testleser Lorenz Slotny. Hinter dieser Maschine sind nun alle her: Spione, Räuber und Verbrecher. Sogar die Mutter der Familie Cheeseman haben sie umgebracht, um an die Erfindung heranzukommen. Nun hoffen alle, dass auch dieser Mord durch die Zeitmaschine wieder rückgängig gemacht werden kann. Dass aus diesem Buch kein Nägelbeißer wird, dafür sorgen: "drei kluge, nette, geistreiche und halbwegs geruchlose Kindern - ein haarloser Hund mit übersinnlichen Fähigkeiten - supergeheime Geheimagenten - internationale Superspione (einer davon ist zufällig ein Schimpanse) - organisierte Verbrecher - ein Cowboy-Poet - verschiedene Mitglieder eines Wanderzirkus - und - natürlich - eine Sockenpuppe namens Steve".


Testleserin Lina hat Jagd nach den Schattenwesen quergelesen. Die Geschichte erzählt von den Geschwistern Marty und Grace, die zu ihrem Onkel Wolfe auf eine ziemlich düstere Insel müssen, weil ihre Eltern aus einem Flugzeug gestürzt sind, erzählt Lina. Ein bischen verwirrend für mich, wer jetzt wo abstürzt, weil irgendwie auch das Flugzeug von Wolfe und den Kindern nicht heil ankommt. Mit einer Pudeldame namens T.H. und einem Schimpansenmädchen namens Bo machen die Drei eine Bruchlandung im Kongo. Dorthin haben sie sich aufgemacht, weil es im Kongo ein Dinosaurierei geben soll. Und natürlich sind auch hier schon skrupellose Trophäensammler auf dem Weg, das Ei zu klauen. "Spannend, lustig und richtig cool", sagt Lina.

Zum Schluss gibt es noch ein paar Gedichte. Vom Fischer, der ein Künstler war heißt der wunderschön illustrierte Band von Manfred Schlüter. In 30 Kurzgeschichten erzählt er von kleinen, kostbaren Momenten und den großen Fragen des Lebens. Zum Beispiel von einer Stadt, die für einen Augenblick den Atem anhält. Von einer Insel, die sich verliebt oder einem Schatten, der seinen Menschen verlässt. "Wahrscheinlich ist jeder Tag ein besonderer Tag. Aber bestimmt war der Tag, an dem die Welt mich kennenlernte, ein besonders besonderer Tag, oder?", heißt es an einer Stelle. An einer anderen fragt sich Schlüter: "Was ist aus dem Bleistift geworden, an den ich mich noch so gut erinnern kann?" Sicher kein Buch zum In-einem-Rutsch-Lesen. Aber viele kleine Geschichten zum Nachlesen und Nachträumen.

Kommentare:

  1. Hey,
    ich wusste gar nicht, dass du "quergelesen" schaust. Ich hab die Sendung früher geliebt, bin aber inzwischen aus dem KiKa Alter raus und verpasse die Sendung daher regelmäßig. Ein paar der Bücher klingen wirklich interessant. Ich glaube ich werde bei amazon mal reinlesen.

    Danke für die Tipps.
    liebe Grüße Emma

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  2. Hi Emma,

    wenn ich Zeit habe, schaue ich alles, was mit Büchern zu tun hat. ;-) Finde es einfach enorm spannend, was auf dem Buchmarkt so passiert. Außerden denke ich, dass hier ab und zu auch Eltern reinschauen und Tipps dann durchaus ihren Sinn machen.

    Lieben Gruß,
    Norbert

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