Freitag, August 17, 2012

Schreiben mit Kleinkindern: ein 10-Schritte-Programm

Zwar bin ich selbst aus dem Alter heraus, mich um die Aufzucht von Kleinkindern kümmern zu müssen, während ich gleichzeitig mein Tagespensum an Romanseiten zu Papier bringen will. Aber ich kenne eine Reihe von Autorinnen, die sich genau in der Situation befinden. Insofern teile ich hier an dieser Stelle gern den Link zu Heather James Blog Wordserve Water Cooler. Dort verrät sie zehn Schritte, Schreiben und Kinderaufziehen unter einen Hut zu bringen. Es könnte ganz nützlich sein, sich ein paar ihrer Tipps anzusehen, vor allem, wenn der Abgabetermin für einen Text sich nähere und die Kinder - aus welchen Gründen auch immer - gerade alle Zeit absorbieren, die zur Verfügung steht.

Ihr Stil ist dabei witzig und nicht immer hundertprozentig ernst zu nehmen. Etwa, wenn sie empfiehlt, die Chicken Nuggets oder die Hot Dogs nicht mit schlechtem Gewissen vor die irritierten Kinder zu stellen, sondern damit zu erklären, sie als Mutter sei einfach cool. Und die Schritte 5-7 lässt sie aus - weil sie in Schritt 4 beschlossen hat, sich in Zukunft von allen Extra-Aufgaben und allem Überflüssigen zu befreien.

Manche ihrer Tipps sind in meinen Augen eher fragwürdig. Macht es wirklich Sinn, auf die Tränendrüse zu drücken, um sich ein wenig freie Zeit zum Schreiben zu ergaunern? Aus meiner Sicht als Mann kommen mir da sofort unzählige Techniken aus "Shades of grey", mit denen ich so einem Verhalten begegnen würde.

Hilfreicher dagegen, eine gesunde Distanz zu allen Social Media zu entwickeln. Facebook, Twitter und Pinterest können dir wunderbar deine Zeit stehlen, sind aber erstaunlich unfähig im Bettenmachen, Wäschewaschen und Kochen. Vielleicht würde ich nicht so weit gehen wie Heather, wenn sie sagt, "Pinterest ist der Teufel". Aber im Prinzip hat sie schon recht.

Und was auf jeden Fall auch helfen kann, ist der Kontakt zu anderen schreibenden Müttern. Enorm beruhigend zu sehen, dass manche Frauen keine Schwierigkeiten damit haben, das Putzen von Fensterscheiben auch mal um ein oder zwei Jahre zu verschieben. Solche Einblicke schaffen Solidarität und beruhigen ungemein.

Letztlich schafft Heather James mit ihrem Post vor allem eines: Sich selbst nicht mehr übermäßig ernst zu nehmen und über die kleinen und größeren Pannen im Leben einer doppelbelasteten Mutter zu lachen, statt sich über sich selbst zu grämen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen