Mittwoch, November 07, 2012

Frisch ausgepackt 06.11.2012

Es hat mich gepackt: Literarische Spurensuche. Jedes Buch eine eigene Welt, jeder Autor ein Schicksal, ein Leben voller Hoffnungen, Unsicherheiten - und der Arbeit am nächsten Werk, dem nächsten Text. Nein, ich kenne nicht alle Autoren, die ich hier vorstelle. Habe nicht alle Bücher gelesen. Mein Ziel ist es, Sie auf meine Suche mitzunehmen. Diese führt über Lexika, Klappentexte und Fanpages. Im besten Fall macht sie Lust auf die Bücher, die bei mir neu hereinkommen. Alle sind käuflich zu erwerben - entweder bei mir, also im Antiquariat "Shakespeare and more" - oder zumindest über den Amazon-Marktplatz, auf den ich ansonsten ganz ungeniert verlinke. Letztlich muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich nicht alle Bücher behalten kann, die bei mir eintrudeln. Es sind zu viele. Aber hinter jedem steht ein Verleger, der es wert fand, sie zu drucken. Der an sie glaubte. Was für ein Vertrauen.

Elias Canetti: Die gerettete Zunge


Canetti auf einen Nenner zu bringen, ist nicht einfach. Geboren 1905 in Bulgarien, Kindheit in England, dann mit 7 Jahren, nach dem Tod des Vaters, der Umzug nach Wien. Aber auch dort hielt es die Familie Canetti nicht lange. Der Kriegspatriotismus der Österreicher machte ihnen Angst, der erste Weltkrieg sollte ihnen recht geben. Also weiter in die neutrale Schweiz. Deutsch ist die Sprache, in der Elias schrieb und veröffentlichte: einen Roman, ein paar Dramen, eine Studie über die Wechselwirkung von Macht und Masse, Aphorismen. Er gilt als Poet. 1981 erhält er den Nobelpreis für Literatur.

Im Rentenalter beginnt er, an einer Autobiografie zu arbeiten. "Die gerettete Zunge" ist der erste Teil davon und behandelt die Zeit bis 1921. Sein Verlag feiert das Buch als "das literarische Ereignis des Jahres 1977". Und auch die Presse ist einhellig begeistert: "Zum Unterschied von den vielen überflüssigen Memoirenschreibern bohrt Canetti tief, eigenwillig, raffiniert eingedrungen in dieses Jahrhundert und seine psychischen wie sozialen Verstrickungen", schreibt etwa der Merkur.

Ich selbst würde mich am liebsten sofort festschmökern. Der Stil, in dem Canetti seine Jungenderinnerungen schreibt, ist gut zu lesen. Die Beschreibungen sind oft szenisch. Er weiß offensichtlich, wie Spannung konstruiert wird. Und malt Bilder, die in Erinnerung bleiben. Es ist die Zeit seines Lebens, in der er beschließt, Dichter zu werden. Zunächst noch unterstützt von seiner Mutter, die selbst die Literatur liebt und regelmäßig gemeinsam mit ihm Dramen las. Später, als er älter wurde und seine Liebe zur Literatur immer noch nicht verschwand, versuchte sie, ihn zu erden, zu einem Beruf zu überreden, der eher geeignet schien, ihn später einmal zu ernähren. Vielleicht ganz gut, dass es ihr nicht gelang.


Titel Die gerettete Zunge : Geschichte e. Jugend / Elias Canetti
Person(en) Canetti, Elias
Ausgabe Ungekürzte Ausg., 76. - 95. Tsd.
Verleger Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag
Erscheinungsjahr 1981
Umfang/Format 318 S. ; 18 cm
Gesamttitel Fischer-Taschenbücher ; 2083
Anmerkungen Lizenzausg. d. Hanser-Verl., München
ISBN/Einband/Preis 3-596-22083-1 kart. : DM 8.80
Schlagwörter Canetti, Elias ; Jugenderinnerungen
Zustand gut erhalten, Lesespuren im Rücken, kleine Kaffeeflecke auf dem Umschlag (s. Foto)
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/elias-canetti-die-gerettete-zunge-p-1770.html

Gesualdo Bufalino: Die Lügen der Nacht


Auch Bufalino gehört zu den Autoren, die sich schlecht in eine Schublade stecken lassen. Der 1920 auf Sizilien geborene Schriftsteller verfasste Erzählungen, Romane, Gedichte, Theaterstücke, Aphorismen und Essays, war aber bereits 60, als er mit dem Schreiben begann. Während des Zweiten Weltkriegs war er an Tuberkulose erkrankt und verarbeitete die Erfahrung in seinem ersten Roman "Das Pesthaus", für den er prompt den italienischer Literaturpreis Premio Campiello bekam, der seit 1962 jedes Jahr von den Industriellen der italienischen Region Veneto (Venetien) ausgeschrieben wird. Der Erfolg ermutigte ihn.

Für seinen zweiten Roman, eben "Die Lügen der Nacht" erhielt er den Strega-Preis. Darin erzählt er von vier zum Tode verurteilten Freiheitskämpfern. In der Nacht vor ihrer Hinrichtung reden sie über ihre Leben. Vier ganz unterschiedliche Charaktere treffen da aufeinander: ein Baron, ein Soldat, ein Student und ein Dichter. Sie alle sind voller Selbstzweifel, auch wenn sie diese nicht immer durchscheinen lassen. Als Held sieht sich keiner von ihnen.

Das Buch entzieht sich einer einfachen Einordnung. Dem Autor selbst ist das egal: "Je nach Wunsch: historische Phantasie, metaphysischer Krimi, moralische Legende" sagt er über das Buch. Spannend allemal.

Titel Die Lügen der Nacht : Roman / Gesualdo Bufalino. Aus dem Ital. von Marianne Schneider
Person(en) Bufalino, Gesualdo
Ausgabe 1. Aufl.
Verleger Frankfurt am Main : Suhrkamp
Erscheinungsjahr 1997
Umfang/Format 203 S. ; 18 cm
Gesamttitel Suhrkamp-Taschenbuch ; 2745
Einheitssachtitel Le menzogne della notte ‹dt›
ISBN/Einband/Preis 3-518-39245-x kart.
Zustand gut erhalten, minimaler Randabrieb
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/gesualdo-bufalino-die-luegen-der-nacht-p-1771.html

Gioconda Belli: Bewohnte Frau


Ewig her, dass ich das Buch gelesen habe. Auch hier geht es um Freiheitskampf, diesmal allerdings irgendwo in Lateinamerika. Die Protagonistin Lavinia ist eine selbstbewusste, emanzipierte junge Architektin. Als der Freiheitskämpfer Felipe und ein verwundeter Freund von ihm sich eines Nachts in ihrem Haus vor den Häschern verstecken, ist dies ihr erster Kontakt mit der Widerstandsbewegung in ihrem Land. Im Kontakt und der Auseinandersetzung mit ihm beginnt sie selbst, sich politisch zu positionieren und den Kampf gegen den staatlichen Terror aufzunehmen. Wohlwissend, dass ihr im Falle einer Entdeckung die Folter droht. Oder schlimmer noch: der Vulkan. Denn immer wieder verschwinden Dissidenten einfach auf Nimmerwiedersehen.

Gioconda Belli ist 1948 in Nicaragua geboren und gehört heute zu den wichtigsten Autorinnen Lateinamerikas. Mit ihrem Roman "Bewohnte Frau" untersucht sie letztlich die eigenständige Rolle der Frauen im politischen Widerstand. Während sie sich auf der einen Seite im Untergrund engagiert, erhält sie andererseits den Auftrag, für einen der verhassten Militärs, Vela, eine Villa zu bauen. Sie nutzt die so entstehenden Kontakte, um einen Anschlag auf Vela mit vorzubereiten.

In einer zweiten Erzählebene spielt ein Orangenbaum eine wichtige Rolle, der eine Wiedergeburt einer engagierten politischen Kämpferin aus dem 16. Jahrhundert ist. So stehen magischer Realismus neben dem, was Sartre einst Literature engagé nannte, gepaart mit einem starken lateinamerikanischen feministischen Selbstbewusstsein, das Belli in diesem Roman offensiv vertritt.

Titel Bewohnte Frau : Roman / Gioconda Belli. Aus dem nicaraguanischen Span. von Lutz Kliche
Person(en) Belli, Gioconda
Ausgabe Ungekürzte Ausg., 5. Aufl.
Verleger München : Dt. Taschenbuch-Verl.
Erscheinungsjahr 1991
Umfang/Format 374 S. ; 18 cm
Gesamttitel dtv ; 11345
Einheitssachtitel La mujer habitada ‹dt›
Anmerkungen Lizenz des Hammer-Verl., Wuppertal
ISBN/Einband/Preis 3-423-11345-6 kart. : DM 9.80
Schlagwörter Lateinamerika ; Untergrundbewegung ; Terrorismus ; Junge Frau ; Belletristische Darstellung
Zustand gut erhalten, leichte Leseknicks in Rücken und Umschlag
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/gioconda-belli-bewohnte-frau-p-1772.html

Kobo Abe: Das Gesicht des anderen


Abe Kobo ist Japaner, geboren 1924, gestorben 1993. Sein Interesse galt Rilke, später Poe, Dostojewski, Kafka, aber auch der Philosophie. Das Ergebnis ist dementsprechend, wenn auch nicht leicht klar wird, ob er er in seinem Denken von diesen Autoren beeinflusst ist oder sie schlicht nachahmt. Der Ton des Romans jedenfalls ist düster, analytisch, metaphorisch. Die Frage, der sich Kobo Abe stellt, ist die nach der Rolle des Aussehens bei der Wirkung eines Menschen auf die ihn umgebenden Gesellschaft: Welche Rolle spielen Gesicht und Mimik in der Kommunikation? Welche Möglichkeiten bietet eine Maskierung und wäre dies eventuell sogar ein brauchbares Zukunftsmodell, alle Menschen Masken tragen zu lassen?

"Das Gesicht des Anderen" nennt der Verlag einen "modernen Jekyll-und-Hyde-Roman": Ein Spezialist für Kunststoff-Chemie wird bei einem Laborunfall im Gesicht entstellt. Schnell merkt er, dass die ihn umgebenden Menschen nun, da er gezwungen ist, mit Bandagen im Gesicht herumzulaufen, völlig anders auf ihn reagieren als zuvor. Schlagartig ist er in seiner Einsamkeit gefangen. Selbst seine Frau ist hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Ohnmacht, so dass sie sich ihm zusehends entfremdet. So beschließt er, der Fachmann, sich eine Gesichtsmaske zu bauen, so realistisch, dass die Prothese nicht als solche zu erkennen ist. Das Projekt gelingt und er plant nun, als Fremder seine Frau neu zu verführen.

Dass dieses Buch kein leichter Lesestoff ist, dessen sind sich alle Rezensenten einig. Auführlich beschreibt Kobo Abe seine Überlegungen zur Herstellung der Maske und der erwarteten Implikationen auf die Gesellschaft. So tritt die Handlung immer wieder hinter die Gesellschaftsanalyse zurück. Der Roman lebt von diesen Analysen und schärft den Blick für unser Auftreten und unsere Wirkung auf andere. Wer neben Poe und Kafka auch mit Heidegger und Jaspers etwas anfangen kann, ist bei der Lektüre klar im Vorteil.

Titel Das Gesicht des anderen : Roman / Kobo Abe. Dt. v. Oscar Benl
Person(en) Abe, Kōbō ; Benl, Oscar
Ausgabe 1.-4. Tsd.
Verleger Reinbek b. Hamburg : Rowohlt
Erscheinungsjahr (1971)
Umfang/Format 229 S. ; 8
Einheitssachtitel Tanin no kao ‹dt›
ISBN/Einband 3-498-00006-3, Hardcover mit Schutzumschlag
Zustand gut erhalten, Schutzumschlag mit zwei kleinen Rissen an den Falzen
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/kobo-abe-das-gesicht-des-anderen-p-1773.html

Rudolf Hagelstange: Der große Filou. Die Abenteuer des Ithakers Odysseus


Die Existenz Hagelstanges ist bisher komplett an mir vorbeigegangen. Der 1912 im Harz geborene Autor arbeitete im Krieg als Berichterstatter in Frankreich und Italien, geriet in Gefangenschaft, veröffentlichte noch 1945 in Italien einen Band mit Sonetten. Fortan lebte er als freier Schriftsteller. Zahlreiche Preise, unter anderem das große Bundesverdienstkreuz. Lange Zeit Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Autoren. Sein Werk umfasst Gedichte, Romane, Erzählungen, Reiseberichte, Kinderbücher und Essays.

"Der große Filou" ist seine Prosa-Adaption der Odyssee, eine Art Nacherzählung in moderner Sprache. "Dabei sind die komplizierten Verknüpfungen des homerischen Epos vereinfachend offengelegt und die vielfältig verflochtenen Handlungsstränge entwirrt", heißt es im Verlagstext. Dabei geht es Hagelstange weniger um die historischen Bezüge, als um die psychologische Ausdeutung, die "menschliche Substanz". Angeregt zu dieser Arbeit haben ihn eine Reihe von Holzschnitten eines Brasilianers namens Hansen-Bahia, die in der bibliophilen Erstausgabe des Romans auch enthalten waren, in der vorliegenden Taschenbuchausgabe jedoch fehlen.

Titel Der grosse Filou : d. Abenteuer d. Ithakers Odysseus / Rudolf Hagelstange
Person(en) Hagelstange, Rudolf
Ausgabe Ungekürzte Ausg.
Verleger München : Deutscher Taschenbuch-Verlag
Erscheinungsjahr 1979
Umfang/Format 112 S. ; 18 cm
Gesamttitel dtv ; 1431
ISBN/Einband/Preis 3-423-01431-8 kart.
Zustand gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/rudolf-hagelstange-der-grosse-filou-p-1774.html

Susan Howatch: Das Schloss am Meer


Susan Howatch ist Engländerin, 1940 geboren. Ihr Spezialgebiet sind Familiensagas, in denen sie ihre Protagonisten über einen langen Zeitraum begleitet. Davor aber hatte sie sich an einer Reihe von Gothic Novels versucht, zu denen auch "Das Schloss am Meer" gehört, das sie im Alter von 27 Jahren veröffentlichte.

Karen, die Protagonistin des Romans, hat sich vor drei Jahren von ihrem Mann getrennt, nachdem sie diesen mit ihrer Zwillingsschwester Veronica erwischte - just in jenem namensgebenden Sommerhaus an der schottischen Küste. Mittlerweile lebt sie in den Vereinigten Staaten. Als sie eines Tages einen Freund ihres Mannes trifft, erfährt sie, dass Veronica seit damals verschwunden ist. Sie beschließt, nach England zu fahren und dort Nachforschungen anzustellen.

Sie begreift, dass sie ihren Mann noch immer liebt und überredet ihn, mitzukommen in jenes Haus, in dem sie die beiden damals ertappte. Dabei wird ihr immer klarer, dass Veronica damals umgebracht worden musste. Die Frage ist nur, von wem.

Dieser Roman ist nicht ganz so düster wie die anderen Gothics von Howatch, sondern erinnert im Stil eher an einen klassischen Whodunit, wenn auch mit einer leicht unheimlichen Atmosphäre, einer durchgehaltenen Spannung und dem genreüblichen melodramatischen Schluss.

Titel Das Schloss am Meer : Roman / Susan Howatch. [Dt. Übers. von Hans E. Hausner]
Person(en) Howatch, Susan
Ausgabe Genehmigte, ungekürzte Taschenbuchausg., 4. Aufl.
Verleger München : Heyne
Erscheinungsjahr 1983
Umfang/Format 239 S. ; 18 cm
Gesamttitel [Heyne-Bücher / 1] Heyne-Bücher : 1, Heyne allgemeine Reihe ; Nr. 5786
Einheitssachtitel April's grave ‹dt›
Anmerkungen Lizenz d. Knaus-Verl., Hamburg
ISBN/Einband/Preis 3-453-01249-6 kart.
Zustand gut erhalten, Knick im vorderen Einband
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/susan-howatch-das-schloss-am-meer-p-1775.html

Janina David: Ein Stück Himmel. Ein Stück Erde. Ein Stück Fremde


Drei Bände Biografie in einem dicken Wälzer zusammengefasst. Die polnische Jüdin Janina David erzählt von ihrer bürgerlichen Kindheit auf dem Dorf, vom Beginn des Krieges, vom Warschauer Ghetto und ihrer Flucht daraus. Sie weiß, dass sie ihre Eltern nie wiedersehen wird, kommt schließlich in einem Kloster unter. Doch auch dieses ist gegen Kriegsende nicht mehr sicher, so dass Janina wieder fliehen muss. Irgendwann begreift sie, dass sie ganz auf sich allein gestellt ist, dass sie weder Familie noch Mitschülerinnen je wiedersehen wird. Mit einer Schar anderer heimatloser Kinder gelangt sie schließlich nach Frankreich, wird aus einem Übergangslager herausgeschmuggelt und nach Paris geholt. Aber der Überlebenskampf im Frankreich der Nachkriegszeit ist hart. Schließlich wandert sie nach Australien aus und baut sich langsam eine neue Existenz auf.

Die Geschichte ist verbürgt, mittlerweile auch verfilmt. Dabei liest sich der Stil Janina Davids leicht und entwickelt schnell einen Sog. Wer also Lust auf ein wenig Zeitgeschichte hat und Jugenderinnerungen mag, ist mit Janina David gut bedient. 660 Seiten spannende Unterhaltung, die unter die Haut gehen.

Titel Ein Stück Himmel : [Erinnerungen an e. Kindheit]
Beigefügtes Werk Ein Stück Erde  : [Das Ende einer Kindheit]. Ein Stück Fremde : [Erinnerungen an eine Jugend] Die Geschichte eines Lebens ; Janina David. [Aus d. Engl. von Hannelore Neves]
Person(en) David, Janina
Ausgabe Vollst. Taschenbuchausg.
Verleger München : Droemersche Verlagsanstalt Knaur
Erscheinungsjahr [1986 ?]
Umfang/Format 235, 203, 219 S. ; 18 cm
Einheitssachtitel A square of sky ‹dt›
Anmerkungen Einheitssacht. d. beigf. Werke: A touch of earth ‹dt›. - Light over the water ‹dt›. Lizenzausg. d. Hanser-Verl., München, Wien
ISBN/Einband/Preis 3-426-01474-2 kart.
Zustand gut erhalten, Lesespuren im Rücken, minimaler Randabrieb
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/janina-david-ein-stueck-himmel-p-1776.html

Theodor Böttiger: Die Weine Deutschlands


Zugegeben: Von Weinen habe ich wenig Ahnung, finde aber immer noch, dass es sich lohnt, sich ein wenig damit zu beschäftigen. Abends beim Lesen kommt ein schönes Glas Wein einfach deutlich besser als eine Flasche Bier. Der "Führer durch die deutschen Weinregionen" ist da der ideale Einstieg, um Wissenslücken zu füllen und nicht auf Gedeih und Verderb auf die Hilfe der Verkäufer angewiesen zu sein.

Auf den ersten Seiten bietet Böttiger ein wenig Geschichte. Er beginnt mit den Römern in Deutschland und arbeitet sich langsam ins zwanzigste Jahrhundert fort. Auch die Entstehung des Weins bekommt ein eigenes Kapitel und beschreibt den Prozess von der Gährung bis zum Verschneiden. Deutschlands Reben und Trauben stellt er ebenso vor wie das deutsche Weingesetz, das ja für die Qualitätsbezeichnungen maßgeblich ist. Auch auf Kauf, Lagerung und Pflege der Weine geht er ein, bevor er schließlich seine Tour durch die deutschen Weinregionen beginnt, die von der Ahr bis nach Württemberg führt. Ein kleines Wein-ABC und eine Liste der deutschen Weinorte schließen das informative Büchlein ab.

Titel Die Weine Deutschlands : ein Führer durch d. dt. Weinregionen; mit d. neuen Weingesetz / Theodor Böttiger
Person(en) Böttiger, Theodor
Ausgabe Orig.-Ausg.
Verleger München : Heyne
Erscheinungsjahr 1974
Umfang/Format 303 S. : Kt.; ; 18 cm
Gesamttitel Heyne-Bücher ; Nr. 4186 : Prakt. Reihe
ISBN/Einband/Preis 3-453-40152-2 kart.
Zustand gut erhalten, leichter Randabrieb, Knick im vorderen Einband. Remittendenzeichnung am unteren Schnitt
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/theodor-boettiger-die-weine-deutschlands-p-1777.html

Nadine Gordimer: July's Leute


Nadine Gordimer gehört zu den bekanntesten weißen Autoren Südafrikas. Immer wieder greift sie in ihren Büchern das Thema Apartheid auf. 1974 bekam sie den Booker Prize, 1991 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Die Grundidee hinter "July's Leute" ist die Frage, was mit der weißen Bevölkerung in Südafrika passieren würde, käme es tatsächlich zu einer schwarzen Revolution. Nadine Gordimer spinnt diese Idee weiter und erzählt die Geschicht von Bam und Maureen Smales, die während des (fiktiven) Bürgerkriegs aus ihrem Haus aufs Land fliehen müssen. Begleitet werden sie von ihrem Hausboy July, der die Familie nebst ihrer drei Kinder erst einmal in seinem Heimatdorf unterbringt.

Dieser Roman ist von seiner Idee her nicht unähnlich Kobo Abes Reflexion über das Selbst in "Das Gesicht des anderen".Von einem Tag auf den anderen zerreißen für die Smales die festgefügten Beziehungen. Und mit der Flucht stellen sich auch weitere Fragen, nach ihrem Körper, ihrem Denken. Plötzlich sind sie nicht mehr Teil der besitzenden Klasse, sondern Flüchtlinge, werden argwöhnisch beäugt, sind ihrer Selbstsicherheit beraubt. Ein klassisches Experiment der Literatur, weniger politisches Statement als psychologische Studie.

Titel July's Leute : Roman / Nadine Gordimer. Aus d. Engl. von Margaret Carroux
Person(en) Gordimer, Nadine
Ausgabe Ungekürzte Ausg.
Verleger Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verlag
Erscheinungsjahr 1985
Umfang/Format 205 S. ; 18 cm
Gesamttitel Fischer ; 5902
Einheitssachtitel July's people ‹dt›
Anmerkungen Lizenzausg. d. S.-Fischer-Verl., Frankfurt am Main
ISBN/Einband/Preis 3-596-25902-9 kart.
Zustand gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/nadine-gordimer-julys-leute-p-1778.html

Elçin: Das weiße Kamel


Der Unionsverlag ist ja dafür bekannt, Literatur aus sonst eher vernachlässigten Regionen der Welt zu holen. Der 1943 geborene Elçin stammt aus Aserbaidschan. Seine literarische Karriere begann 1965 mit der Erzählung "Eine von Tausend Nächten". Die Themen seiner Erzählungen fand er in Baku und dem Umland.

Auch "Das weiße Kamel" spielt in Baku, in den 40er Jahren, also noch in der Zeit der Repression durch die UdSSR: Balakerim geht keiner geregelten Arbeit nach. Abends versammelt er regelmäßig die Kinder der Nachbarschaft um sich, um ihnen Geschichten zu erzählen. Dabei geht es immer wieder um genau jenes titelgebende weiße Kamel. Auch der klein Alekber, der Ich-Erzähler des Romans, gehört zu jenen, die immer wider gern den Geschichten lauschen. Als er eines Tages einen amerikanischen Füller zu sehen bekommt, ein Ding, das ihm wie aus einer anderen Welt zu stammen scheint, beschließt er, selbst Schriftsteller zu werden und die gehörten Geschichten aufzuschreiben.

Der Stil Elçins balanciert zwischen Realismus und Märchen, deutlich angelehnt an die episch-orientalische Erzähltradition einerseits, andererseits collagenhaft-assoziativ und damit sehr modern. Ist Baku nach dem Eurovision Song Contest für uns greifbarer geworden? Das Bild, dass die Medien von dem Land zeichneten, ist ein ganz anderes als das, welches Elçin auferstehen lässt. Was mit Sicherheit nicht nur daran liegt, dass er eine inzwischen siebzig Jahre zurückliegende Zeit heraufbeschwört.

Titel Das weisse Kamel / Elçin. Aus dem Aserbaidschan. von Alpaslan und Gökalp Bayramli
Person(en) Elçin
Verleger Zürich : Unionsverl.
Erscheinungsjahr 1992
Umfang/Format 237 S. ; 19 cm
Gesamttitel Unionsverlag-Taschenbuch ; 23
Einheitssachtitel Ak deve ‹dt›
ISBN/Einband/Preis 3-293-20023-0 kart.
Zustand gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/elcin-das-weisse-kamel-p-1779.html

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