Dienstag, November 13, 2012

Frisch ausgepackt 13.11.2012

Also, los geht's. Nachdem ich den Vormittag damit zugebracht habe, ein wenig Inventur zu betreiben, hier ein paar Bücher, die sich bislang an meinem Online-Katalog vorbeigemogelt haben. Aber Verstecken gilt nicht. Viel zu schade dafür:


Bernhard Grzimek: Auf den Mensch gekommen


Die Biographie von Bernhard Grzimek (1909-1987) wird wieder mal vor allem die älteren Leser hier im Blog interessieren. Grzimek war in den 1960er- und 1970er-Jahren aufgrund seiner regelmäßigen Fernsehmoderationen für den Hessischen Rundfunk der bekannteste Tierfachmann Westdeutschlands, hat zahllose Tierbücher und etliche Filme veröffentlicht (seine Serie "Ein Platz für Tiere" lief 24 Jahre lang im Fernsehen).

In seiner Biographie blickt er zurück auf seine Kindheit in Oberschlesien, die Studentenzeit in Leipzig und Berlin, seine Zeit als Minsterialbeamter im Reichsernährungsministerium und den Krieg.

Nach Kriegsende war er am Wiederaufbau des Frankfurter Zoos beteiligt. 1947 dann eine Anklage der Militärregierung: Er habe der amerikanischen Besatzungsmacht nicht angegeben, dass er Parteianwärter war. Als dies bekannt wurde, begann ein sonderbares Tiersterben im Zoo. Was zunächst für eine Seuche gehalten wurde, entpuppte sich als eine gezielte Vergiftung von Tieren, in deren Folge Grzimek selbst festgenommen und erneut vor Gericht gestellt wurde. Spannende Zeiten und nur wenigen bekannter Lesestoff.

Natürlich gibt es in dem Buch auch Abschnitte über die Fünfziger Jahre, seine USA-Reise und den Beginn der Fernsehsendungen. Er berichtet über seinen Kampf für Tiere in Deutschland und Übersee, ausführlich von Afrika, aber auch von Cuba, Peru und Russland. Letztlich war er ja ständig unterwegs. Anders als in seinen Fernsehshows geht es ihm in diesem Band aber auch - daher der Titel - um die Leute, denen er begegnete und mit denen er sich auseinandersetzen musste.

Titel Auf den Mensch gekommen : Erfahrungen mit Leuten / Bernhard Grzimek
Person(en) Grzimek, Bernhard
Verleger München, Gütersloh, Wien : Bertelsmann
Erscheinungsjahr 1974 (Erstausgabe!)
Umfang/Format 471 S. : Ill.; ; 22 cm
ISBN/Einband/Preis 3-570-02608-6 Pp. 
Schlagwörter Grzimek, Bernhard / Biographien ; Lebenserinnerungen / Naturwissenschaftler / Einz. Pers. → Grzimek, B. ; Biographie / Naturwissenschaftler / Einz. Pers. → Grzimek, B. ; Grzimek, Bernhard / Autobiographie
Zustand gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/bernhard-grzimek-auf-den-mensch-gekommen-p-1802.html

Eugen Roth: Von Mensch zu Mensch


Eugen Roth wurde 1895 in München geboren. Nachdem er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte studiert hatte, arbeitete er zunächst als Lokalredakteur bei den "Münchner Neuesten Nachrichten", bevor er sich 1933 als freier Schriftsteller niederließ. Sein umfangreiches Lebenswerk umfasst Erzählungen, Gedichte und die heiteren Verssammlungen, die ihn schon zu Lebzeiten zu einem Klassiker des Humors werden ließen. 1976 starb Eugen Roth in München.

In diesem Band "Von Mensch zu Mensch" sind zahlreiche Gedichte und Kurzgeschichten von Eugen Roth versammelt. Vom eingebildeten Kranken, von ruchlosen und galanten Frauen, dem Snob, dem pedantischen Kleinkrämer, von den Tieren mit menschlichen Zügen bis zu den Menschen mit tierischen Zügen entgeht keiner seiner humorvollen Kritik, die alle Schwächen entlarvt. Dieses Werk enthält eine Reihe von erstmaligen Veröffentlichungen sowie eine Auswahl an Gedichten und Prosa aus bisher einzeln erschienenen Bänden und umfaßt das wesentliche Schaffen von Eugen Roth.

Titel Von Mensch zu Mensch / Eugen Roth. [Ill.: Alfred Zacharias]
Person(en) Roth, Eugen
Verleger Klagenfurt : Verlag Buch u. Welt
Erscheinungsjahr [ca. 1975]
Umfang/Format 367 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.) ; 22 cm
Anmerkungen Lizenzausg. d. Hanser-Verl., München, u. d. Ehrenwirth-Verl., München
ISBN/Einband Hardcover mit Schutzumschlag
Zustand Kleiner Fleck im Kopfschnitt, sonst gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/eugen-roth-von-mensch-zu-mensch-p-1801.html

So, wie heißt es bei "Monthy Python" doch immer: "Und nun zu einem völlig anderen Thema: Alistair MacLean (1922-1987). In den 80er Jahren gehörte er mit 30 Millionen weltweit verkauften Büchern zu den erfolgreichsten Schriftstellern seiner Zeit. Er fing an mit Kriegs- und Spionageromanen, verlegte sich später aber immer mehr auch auf "normale" Thriller. Zwei seiner Romane habe ich gerade aus der Kiste gekramt:

Alistair MacLean: Partisanen


Hier in diesem 1982 erschienen Thriller wendet er sich noch mal dem 2. Weltkrieg zu. Ich zitiere mal den Rückentext: "Ein verwegener Partisanenstreich an Bord des Torpedobootes 'Columbus'. Zwei österreichische Funkspezialisten sollen in den jugoslawischen Untergrund geschmuggelt werden. Die heimliche Fracht ist doppelt gefährlich, denn einer der beiden ist eine Frau. Ein italienischer Killertrupp versucht dieses Unternehmen mit allen Mitteln zu vereiteln. Doch keiner rechnet mit der Hilfe des Kapitäns und der Cleverness des Partisanenführers, der sich persönlich um dieses gefährliche Kommando unternehmen kümmert.
Die Widerstandskämpfer sind zu allem entschlossen - was sie aber an Bord des Torpedobootes erwartet, verschlägt selbst hatgesottenen Thriller-Freunden den Atem."

Auf der deutschen Fanseite von Alistair MacLean kommt dieser Roman nicht so gut weg. Eines seiner schwächeren Bücher soll es sein, ein Abklatsch von "Geheimkommando Zenica". Ein Roadmovie in Buchform mit ansonsten dünner Handlung. Wohl nur für eingefleischte Fans und Sammler wirklich interessant. Dafür aber sehr gut erhalten.

Titel Partisanen : Roman / Alistair MacLean
Person(en) MacLean, Alistair
Ausgabe 3. Aufl.
Verleger München : Heyne
Erscheinungsjahr 1986
Umfang/Format 189 S. ; 18 cm
Gesamttitel [Heyne-Bücher / 1] Heyne-Bücher : 1, Heyne allgemeine Reihe ; Nr. 6592
Einheitssachtitel Partisans ‹dt›
Anmerkungen Lizenzausg. d. Droemerschen Verl.-Anst. Knaur, München
ISBN/Einband/Preis 3-453-02188-6 kart.
Zustand gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/alistair-maclean-partisanen-p-1803.html

Für die Leute, die ihn erst kennenlernen wollen, habe ich hier noch einen Dreierband von ihm, übrigens mit dem eben oben schon erwähnten "Geheimkommando Zenica":

Alistair MacLean: Angst ist der Schlüssel • Geheimkommando Zenica • Die Überlebenden der Kerry Dancer

In "Angst ist der Schlüssel" geht es um ein mit Gold beladenes Flugzeug, das ins Meer gestürzt ist. Natürlich hängt sich sofort eine Gruppe Banditen an die Suche an, und als sie die genaue Position des Flugzeuges haben, kapern sie die Jacht eines Multimillionärs und machen sich an die Bergung. Aber auch die Behörden haben längst Wind von der Sache bekommen und schleusen den Experten Talbot in die Gruppe ein. Der hat noch eine Rechnung mit dem Chef der Verbrecher offen und so kämpft mal wieder jeder gegen jeden. Recht spannend umgesetzt, mit den üblichen Verwicklungen und einem durchaus überraschenden Finale unter Wasser.

"Geheimkommando Zenica" ist ein Bosnien-Kriegsroman aus der Feder MacLeans. Die titelgebende Zenica-Brücke liegt irgendwo in den zerklüfteten Bergen der Herzegowina. Sie ist die einzige Möglichkeit für die deutschen Truppen, die Neretva, den bedeutendsten Fluss der Region, zu überqueren. Die dort ansässigen jugoslawischen Partisanen können ihre Stellung nicht länger halten. Die Allierten sehen nur eine Möglichkeit, den Vormasch der Deutschen zu stoppen: Die Brücke muss gesprengt werden. Ein neuer Auftrag für Captain Mallory und sein Team, die gerade erst von ihrem Einsatz aus Navarone zurückgekehrt sind.

Und noch ein ganz früher MacLean aus den späten 50ern befindet sich in diesem Sammelband: "Die Überlebenden der Kerry Dancer" spielt mitten im zweiten Weltkrieg. Im schwer umkämpften Südostasien treibt ein Rettungsboot auf dem Ozean. Die bunt zusammen gewürfelte Gruppe von Insassen hat schon viel hinter sich. Zweimal schiffbrüchig, ständigen Angriffen der Japaner ausgeliefert und geplagt von Hunger und der brennenden Sonne, landen sie schliesslich an der Küste von Java. Was jedoch keiner von ihnen vermutet: In ihren eigenen Reihen wartet noch eine groessere Gefahr. Ein deutscher Spion.

Titel Angst ist der Schlüssel / [dt. Übers. von Paul Baudisch]
Beigefügtes Werk Geheimkommando Zenica / [dt. Übers. von Georgette Beecher-Kindler]
Die Überlebenden der Kerry Dancer / [dt. Übers. von H. E. Gerlach]
3 Romane in 1 Bd. / Alistair MacLean
Person(en) MacLean, Alistair
Ausgabe Genehmigte, ungekürzte Taschenbuchausg.
Verleger München : Heyne
Erscheinungsjahr 1986
Umfang/Format 567 S. ; 18 cm
Gesamttitel [Heyne-Bücher / 23] Heyne-Bücher : 23, Heyne-Tip des Monats ; Nr. 1
Einheitssachtitel Fear is the key ‹dt›
Anmerkungen Einheitssacht. d. beigef. Werkes: Force ten from Navarone ‹dt›/ South by Java Head ‹dt› - Lizenz d. Kindler-Verl., München
ISBN/Einband 3-453-54244-4 kart.
Zustand gut erhalten, minimaler Randabrieb. Rücken wohl schon bei der Bindung leicht gedellt
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/alister-maclean-angst-ist-der-schluessel-p-1804.html

Hier noch mal ein etwas neuerer MacLean:

Alistair MacLean: Goodbye Kalifornien


"Wir befinden uns in einer Erdbebenregion", sagte der Professor. "San Francisco ist geologisch und seismologisch eine Stadt, die auf den Tod wartet. Los Angeles ist umringt von Erdbeben-Zentren - sieben starke Beben gab es bis jetzt. Keiner weiß, wo das nächste, das Monster, zuschlagen wird."

Das war der erste MacLean, den ich überhaupt gelesen habe. Ich fand ihn ziemlich spannend. Darin geht es um die Frage, was eine Bombe im St. Andreas-Graben auslösen könnte. Mit anderen Worten: Sind Naturkatastrophen von Menschenhand herbeizuführen, inkl. Erdbeben, Tsunamis etc.? In der Geschichte entführt ein Gangster eine Reihe von Atomwissenschaftler. In ihrem Verlies treffen sie auf einen bereits vor Monaten gekidnappten Experten für Wasserstoffbomben. Nun werden sie gezwungen, gemeinsam eine Bombe zu bauen, die dann im St. Andreas-Graben versenkt werden soll. Das würde entlang der Verwerfungslinie zu ungeahnten Schäden führen, Millionen von Menschen töten und Kaliforniens größte Städte dem Erdbeben gleichmachen - eine Serie von Erdbeben, die verheerendere Folgen hätte als alle vorangegangenen Naturkatastrophen in der Geschichte der Erde.

Polizei und FBI, vor allem Sergeant Ryder, beginnen die Suche nach dem Erpresser, der als letzte Warnung eine kleine Atombombe vor Los Angeles zündet. Ein erschreckendes Fazit: Eine Handvoll Verbrecher genügt, eine Weltmacht zu erpressen!

Titel Goodbye Kalifornien : Roman / Alistair MacLean. [Die Übers. aus d. Engl. besorgte Georgette Skalecki]
Person(en) MacLean, Alistair
Verleger Stuttgart ; Hamburg ; München : Dt. Bücherbund
Erscheinungsjahr [1981 ?]
Umfang/Format 384 S. ; 21 cm
Einheitssachtitel Goodbye California ‹dt›
Anmerkungen Lizenzausg. d. Lichtenberg-Verl., München
ISBN/Einband Hardcover mit Schutzumschlag (nur für Mitglieder)
Zustand gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/alistair-maclean-goodbye-kalifornien-p-1805.html

Genug der Thriller. Hier ein wenig aus der Kategorie 'Emotions'

Constance O'Day-Flannery: Jahreszeiten der Gefühle


Die drei Schwestern Allie, Ginny und Nancy sind an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, an dem alles zusammenzubrechen scheint. Ginny, die erfolgreiche Immobilienmaklerin, hat echte Probleme mit Männern und Nancy, die Karrierefrau par excellence, betäubt ihren Frust mit Kokain. In ihren persönlichen Krisen alleingelassen, finden die Schwestern wieder zueinander. Zum ersten Mal in ihrem Leben sehen sie ihre Kindheit und Jugend nicht durch die rosarote Brille. Gemeinsam haben sie stark genug, sich ihren Problemen zu stellen und noch mal von vorne anzufangen. (Verlagstext)


Constance O'Day-Flannery hat sich bei diesem Roman ein klein wenig von ihrem Image als Nackenbeißer-Autorin entfernt. Während sie sonst vor allem an Romance Novels arbeitete, versucht sie sich hier an einem latent gesellschaftskritischen Thema und blickt hinter die Fassaden der heilen amerikanischen Welt. Sie weiß, wie man schreiben muss, ist mit Gefühlen bestens vertraut und legt so einen lesenswerten Roman hin, der auch außerhalb der einschlägigen Reihen bestehen kann.

Alle ihrer bisher über 20 Romane haben es übrigens auf die nationale Bestsellerliste geschafft. Ein Versuch könnte sich also lohnen.

Titel Jahreszeiten der Gefühle : Roman / Constance O'Day-Flannery. Aus dem Amerikan. von Hans Schuld
Person(en) O'Day-Flannery, Constance
Ausgabe Dt. Erstausg.
Verleger München : Heyne
Erscheinungsjahr 1997
Umfang/Format 364 S. ; 18 cm
Gesamttitel [Heyne-Bücher / 1] Heyne-Bücher : 1, Heyne allgemeine Reihe ; Nr. 10053
ISBN/Einband/Preis 3-453-11650-X kart.
Zustand gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/constance-odayflannery-p-1806.html

Und für die Leute, denen die Weltliteratur heute bisher ein wenig kurz gekommen ist:

Scholem-Alejchem: Menachem Mendel, der Spekulant


Sie kennen "Tewje, der Milchmann"? Oder zumindest das Musical "Anatevka"? "Tewje" stammt aus derselben Feder wie auch "Menachem Mendel". Es spielt ebenfalls unter den osteuropäischen Juden und ist ebenso von heiter-wehmütiger Selbstironie gezeichnet wie jenes. Aber Mendel ist ein Aktivist, ständig dabei, neue Geschäfte anzuleiern und vielversprechenden Aktien hinterherzuleiern. Nur leider versteht er von seinem Geschäft nicht allzu viel.

In Briefen an seine Frau erzählt er von seinen Projekten, mit denen er das große Geld ständig zum Greifen nahe wähnt. Und liebevoll stutzt sie ihn jedes Mal zurecht, glaubt ohnehin nicht an die hochtrabenden Pläne. Es ist kein Wunder, dass Mendel schließlich in Amerika landet, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Denn etwas von diesem amerikanischen Traum geistert unentwegt durch die Hoffnungen des Protagonisten, der nie Zeit hat, sich immer unter Druck sieht, weil er das große Geld so nah wähnt und nur noch den einen, entscheidenden Schritt tun muss.

So steht der Roman irgendwo in der Tradition zwischen Mark Twain und Miguel de Cervantes. Wie Sancho Pansa reagiert auch Mendels Frau immer wieder mit der Bauernschläue kleiner Leute und begegnet den hastig dahingeworfenen Briefen ihres Mannes mit erdenden Sprichwörtern. Und ebenso bezieht der Roman seine Spannung nicht zuletzt aus dem Gegensatz dieser beiden Figuren.

Titel Menachem Mendel, der Spekulant / Scholem-Alejchem. Aus dem Jidd. übertr. von Siegfried Schmitz
Person(en) Sholem Aleykhem
Ausgabe 1. Aufl.
Verleger Frankfurt am Main : Insel-Verl.
Erscheinungsjahr 1991
Umfang/Format 214 S. ; 19 cm
Gesamttitel Insel-Taschenbuch ; 1298
Einheitssachtitel Menaḥēm Mendl ‹dt›
ISBN/Einband 3-458-32998-6 kart.
Zustand gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/scholem-alejchem-menachem-mendel-der-spekulant-p-1807.html

Monika Schaefer: Weil ich beim Beten lügen musste


Das kenne ich ein wenig. Pietistisches Milieu, beinahe schon ein wenig "spooky" die Geschichten, die abends am Ofen kursieren. Ein harscher Arbeitsethos hat sich irgendwie in die Religion hineingeschmuggelt. Wer anders denkt, behält das besser für sich, schon gar als Kind. Manchmal, wenn er nachdenklicher Stimmung war, erzählte mein Vater Geschichten aus der Zeit vor der Vertreibung, von Ostpreußen und Pommern. Mein Großvater war Laienprediger und mein Vater bekam das zu spüren. So landete ein wenig von dieser strengen, religiös motivierten Ethik auch bei mir.

Der hier vorliegende Erinnerungs-Text stammt jedoch von einer Frau, von Monika Schaefer. Sie ist 1940 in Berlin geboren. Als Kind erlebte sie Evakuierung und Flucht, heißt es auf dem Umschlag über sie. Denn ansonsten ist von ihr wenig mehr bekannt, als dass sie mittlerweile mit ihrem zweiten Mann auf der kleinen portugiesischen Atlantik-Insel Porto Santo lebt.

Über das Buch heißt es auf dem Einband: "Beklemmender Tochter-Mutter-Konflikt in preußisch-pietistischem Milieu, der Roman einer verlorenen Kindheit während der 40er Jahre unseres Jahrhunderts in einem auf Frömmigkeit, Leistung und preußische Tugenden ausgerichteten Elternhaus. Die Autorin, die nach Medikamenten- und Alkoholmissbrauch zu sich selbst gefunden hat, macht sich bewusst, dass ihre mangelnde Fähigkeit, mit dem Leben zurechtzukommen, ihre Wurzeln in der Kindheit haben muss. Aber von zehn Jahren ihrer Kindheit weiß sie nichts mehr. Sie nutzt den Besuch ihrer hinfälligen alten Mutter, um ihre Erinnerungen wiederzugewinnen. Erinnerungen an Ängste, an einen unbarmherzigen Anpassungsdruck, dem sie sich bis zur Selbstaufgabe unterworfen hat, um Liebe und Anerkennung zu bekommen."

Titel Weil ich beim Beten lügen musste : Rekonstruktion einer verlorenen Kindheit / Monika Schaefer
Person(en) Schaefer, Monika
Ausgabe 1. Aufl.
Verleger Stuttgart : Kreuz-Verl.
Erscheinungsjahr 1992
Umfang/Format 352 S. ; 22 cm
Anmerkungen Lizenz der Breitsohl-AG, Literarische Agentur Zürich
ISBN/Einband/Preis 3-7831-1147-1 kart. : DM 34.00
Schlagwörter Berlin ; Pietismus ; Eltern ; Kind ; Erlebnisbericht
Zustand gut bis sehr gut erhalten
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/monika-schaefer-weil-ich-beim-beten-luegen-musste-p-1808.html

Klaus Mehnert: Peking und Moskau


Klaus Mehnert (1906-1984) war ein politischer Journalist, Publizist und Autor zahlreicher Bücher. Aufgrund seines Geburtsortes Moskau war er zeitlebens gleichermaßen in der russischen wie der deutschen Kultur zuhause und sprach so perfekt Russisch, dass er bei seinen Reisen in der Sowjetunion oft nicht als Deutscher erkannt wurde.

Seit dem Sturz Chruschtschows steht der Konflikt zwischen Peking und Moskau samt seinen Folgen (der Aufspaltung der kommunistischen Weltbewegung und der Wandlung des Verhältnisses Moskaus zur westlichen Welt) erst recht im Mittelpunkt des politischen Interesses, und Mehnerts Buch fand als das Standardwerk über dieses Thema weite Verbreitung in aller Welt; in dreizehn Ländern ist es übersetzt worden, und die Gesamtauflage erreichte mehr als 300.000 Exemplare.

Aus dem Inhaltsverzeichnis:
Völker: Der Mensch, Das Erbe, Die Gesellschaft, Der Einbruch des Westens; Revolutionäre: Proletarier oder Bauern? Mit oder ohne Burgeoisie, die schwierigen Intellektuellen, Die Partei und ihr Stil; Nachbarn: Stalin - Tschian - Mao, Beiderseits der längsten Grenze, Von Staat zu Staat, Von Volk zu Volk; Partner und Rivalen: Nach Stalins zweitem Tod, Kurzweg zum Kommunismus, Um die Weltpolitik des Ostblocks; Scheibenschießen auf lebende Ziele; Ausblicke und Folgerungen. Mit Anmerkungen, Auswahlbibliographie, Personen- und Sachregister

Hier ein paar Pressereaktionen:
"Ein faszinierendes Buch. " (Svenska Dagbladet, Stockholm)
"Eine reiche historische, politische, soziologische und geistesgeschichtliche Untersuchung, die sich zugleich wie ein Erlebnisbericht liest." (Neue Zürcher Zeitung)
"Mehnert steht obenan in Fragen des chinesisch-sowjetischen Streites. " (Times, London)
"Wie ein packendes Drama lässt Klaus Mehnert die Entwicklung vor uns abrollen. Die vier Hauptteile des Buches lesen sich wie die vier Aufzüge eines gewaltigen Schauspiels. " (Stuttgarter Nachrichten)

Titel Peking und Moskau / Klaus Mehnert
Person(en) Mehnert, Klaus
Ausgabe 81. - 100. Tsd.
Verleger Stuttgart : Dt. Verl.-Anst.
Erscheinungsjahr 1963
Umfang/Format 605 S., 1 Karten-Beilage in Rükkenschlaufe : Mit einer neunfarbigen Eurasien-Karte ; 8
Anmerkungen Mit Literaturverz. (S. 589 - 597)
ISBN/Einband Lw.
Zustand gut bis sehr gut erhalten, allerdings ohne Schutzumschlag
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/klaus-mehnert-peking-und-moskau-p-1809.html

Horst Grünert/Ernst P. Siegert: Die DDR - Staat, Gesellschaft, Wirtschaft


Quellensammlung zum Thema DDR, zusammengestellt für den Gemeinschaftskundeunterricht. Das Ganze aus dem Jahr 1969, also aus einer Phase, in der DDR und Linke ohnehin Staatsfeind Nr. 1 waren. Insofern schon wieder spannendes Zeitdokument. Wen wundert es, wenn gleich im Vorwort davon die Rede ist, es bestünde die Gefahr, irgendwie könne sich eine "Anerkennung oder Hinnahme dessen, 'was nicht sein darf'" zwischen die Zeilen schmuggeln.

Weil nun von außen immer schwerer zu begreifen sei, in welche Richtung sich die DDR in jenen Jahren bewegt, sei eine Bestandsaufnahme dessen wichtig, was sich in diesem Teil Deutschlands seit 1945 auf den Sektoren Politik, Gesellschaft und Wirtschaft "entwickelt und verändert und worin sich die DDR von der BRD innerlich entfernt hat." Platz für "politische Spekulationen" soll dieser Band nicht lassen.

Damit aber ist dieses Büchlein, speziell für den Schulunterricht zusammengestellt, selbst wieder ein Stück Zeitgeschichte und -dokument. Leider im Unterricht stark missbraucht ist das vorliegende Exemplar, angefüllt mit Unterstreichungen und ein paar Randbemerkungen. Aber vielleicht gehört genau das auch dazu, um ein Stück Deutschen Alltags im Jahr 1969 begreifen zu können.

Titel Die DDR : Staat, Gesellschaft, Wirtschaft / von Horst Grünert u. Ernst P. Siegert
Person(en) Grünert, Horst ; Siegert, Ernst Peter
Ausgabe 3. Aufl.
Verleger Frankfurt (am Main), Berlin, München : Diesterweg
Erscheinungsjahr 1969
Umfang/Format 156 S. : 1 graph. Darst.; ; 18 cm
Gesamttitel Materialien zur Gemeinschaftskunde
Anmerkungen Literaturangaben.
ISBN/Einband/Preis 3-425-07565-9 kart.
Sachgruppe(n) Schulbücher
Zustand Zahlreiche Unterstreichungen und ein paar Randbemerkungen, Schul- und Nutzerstempel auf Titelseite
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/gruenert-siegert-ddr-p-1810.html

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