Dienstag, November 27, 2012

Frisch ausgepackt - Weihnachtsbücher 2

Das ist nun Tradition bei mir, völlig egal, ob noch Kinder im Haus waren oder ich mich allein um Weihnachtsbäckereien und solchen Kram kümmere: Weihnachten ohne Astrid Lindgren ist irgendwie nicht richtig. Zu einer richtigen Weihnachtsstimmung gehören Smaland, Schnee und die Kinder aus Lindgrens Geschichten. Als ich beschloss, auch verlagsneue Bücher bei "Shakespeare and more" aufzunehmen, landeten sofort auch ein paar Weihnachtstitel von ihr in meinem Sortiment. Einige wenige sind noch da:

Astrid Lindgren: Weihnachten in Bullerbü

Muss ich zu dem Titel noch etwas sagen? Die Geschichte hat alles, was zur Weihnacht dazugehört. Pfefferkuchenbacken und Holz aus dem Wald holen, um es warm zu haben. Das Schlagen der Weihnachtsbäume am Tag vor Heiligabend. Lasse, Bosse, Lisa, Britta, Inga, Ole und die kleine Kerstin, die von Hof zu Hof zieht, um Weihnachtslieder vor den Fenstern zu singen. Und die dann weiter zu Großvater gehen, um dessen Baum zu schmücken. Und natürlich fällt Schnee, den ganzen Tag. Dafür geht es nachts mit dem Pferdeschlitten zur Christmette.

Viele Impressionen, keine durchgehende Geschichte. Aber Bilder, die zum Träumen anregen.

Titel Weihnachten in Bullerbü / Astrid Lindgren. Bilder von Ilon Wikland. [Dt. von Silke von Hacht]
Person(en) Lindgren, Astrid ; Wikland, Ilon ; Hacht, Silke von [Übers.]
Verleger Hamburg : Oetinger
Erscheinungsjahr 2004
Umfang/Format [34] S. : überw. Ill. ; 22 x 27 cm
Einheitssachtitel Jul i Bullerbyn ‹dt.›
ISBN/Einband 3-7891-6134-9 Pp. 
Sprache(n) Deutsch (ger), Originalsprache(n): Schwedisch (swe)
Sachgruppe(n) Kinder- und Jugendliteratur
Katalog-LinkVerlagsneu: http://www.shakespeare-and-more.com/catalog/weihnachten-in-bullerbue-p-1446.html
Gebraucht: http://www.shakespeare-and-more.com/catalog/weihnachten-in-bullerbue-p-1475.html

Astrid Lindgren: Wie gut, dass es Weihnachtsferien gibt, sagte Madita


In dieser langen und fast durchgehend bebilderten Geschichte hat Madita, die schon ein halbes Jahr zur Schule geht, das erste Mal Ferien. Und natürlich dreht sich alles um Weihnachtsgeschenke, um Marzipanschweine und das Winterwetter. Sogar ein Abenteuer erleben Madita und ihre kleine Schwester Lisabet. Denn als sie zum Fluss kommen, sehen sie, dass dieser vollkommen zugefroren ist. Und so beschließen sie, Abbe auf diesem Weg zu besuchen. Nur dass es gar so furchtbar weit ist, merken sie erst, als sie immer länger unterwegs sind. Zum Glück geht in dieser kleinen Kinderwelt nie wirklich etwas schief.

Ein Vorweihnachtsbuch, das ein wenig Sitzfleisch von seinen Zuhörern oder jungen Lesern erfordert, diese dafür aber auch mit einer schönen Geschichte belohnt.

Titel Wie gut, dass es Weihnachtsferien gibt, sagte Madita / Astrid Lindgren. Dt. von Anna-Liese Kornitzky
Person(en) Lindgren, Astrid
Verleger Hamburg : Oetinger
Erscheinungsjahr 2003
Umfang/Format 54 S. ; 21 cm
ISBN/Einband 3-7891-4125-9 Pp. 
Sachgruppe(n) Kinder- und Jugendliteratur
Zustand Neuware
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/wie-gut-dass-es-weihnachtsferien-gibt-sagte-madita-p-1460.html

Astrid Lindgren: Guck mal, Madita, es schneit


Und noch einmal Lisabet und Madita, gleich mit einem neuen Abenteuer aus der Winterzeit. Madita hat Fieber und muss im Bett bleiben, gerade an dem Tag, als Alva mit den beiden in die Stadt fahren will, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Also darf Lisabet allein mit. Aber natürlich nicht mit rein in den Laden, wenn Alva die bestellten Geschenke abholt. Und so probiert sie in der Zwischenzeit aus, wie das ist, hinten auf den Kufen eines Pferdeschlittens heimlich mitzureisen.

Leider ist das Pferd so schnell, dass Lisabet sich nicht traut abzuspringen, als es aus der Stadt hinaus und in den Wald hineingeht. Und als der alte Andersson entlich bemerkt, wen er da mitgenommen hat, denkt er gar nicht daran, noch einmal umzukehren.

Abenteuer für die Kleinen, einfühlsam erzählt, voller Dinge, die zur Weihnachtszeit einfach dazugehören. Liebenswert.

Titel Guck mal, Madita, es schneit! / Astrid Lindgren. Bilder von Ilon Wikland
Person(en) Lindgren, Astrid ; Ilon Wikland ; Silke von Hacht (Übs.)
Verleger Hamburg : Oetinger
Erscheinungsjahr 2004
Umfang/Format 32 Seiten, 28,7 x 22 x 0,9 cm
ISBN 978-3789160356
Sprache(n) Deutsch (ger), Originalsprache(n): Schwedisch (swe)
Sachgruppe(n) Kinder- und Jugendliteratur
Zustand Neuware
Katalog-Linkhttp://www.shakespeare-and-more.com/catalog/guck-mal-madita-es-schneit-p-1447.html

Ich hatte ja gestern schon erwähnt, dass sich in dem Band 24 Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen ebenfalls zwei weihnachtliche Geschichten von Astrid Lindgren befinden, nämlich "Pippi plündert den Weihnachtsbaum" und "Madita und Lisabet bekommen ein Seligkeitsding".

Für die Erwachsenen habe ich auch ein paar Bücher in der Kiste. Da sind zum Beispiel zwei Bände mit Irischen Weihnachtserzählungen aus dem Gütersloher Verlagshaus:

 
















Wie ihr sehen könnt, sind beide Bände noch original verschweißt, auch wenn der Verlag selbst sie gar nicht mehr anbietet. Mir selbst gefällt die Idee irischer Weihnachtserzählungen. Ich mag das Land ohnehin, und erwarte von den Bänden - sollten sie sich nicht verkaufen lassen - eine dichte Atmosphäre.

Bis dahin gebe ich hier mal Klappentexte wieder: „Wenn der Dezember anfängt - oder der Monat des Neugeborenen, wie er auf Altirisch heißt - , dann kann man die Begeisterung förmlich wachsen spüren überall in Green Erin. Selbst in einsamen Dörfchen längs der Küste ist das so, in fern gelegenen Farmen und Hütten, die hingewürfelt sind über die weiten Torfmoore und die Hügel voll Heidekraut oder versteckt in den romantischen Bergschluchten...“(Maud E. Sargent)
Dieses Buch versammelt ausgesuchte Erzählungen, die die Sehnsucht nach wärmender Geborgenheit spiegeln - Geborgenheit in einer Gesellschaft, die durch ihre Geschichte zerrissen ist. Mit Texten von David Armstrong, Christy Brown, Bobby Devlin, James Joyce, John B. Keane, Patricia Lynch, Patrick Macrory, Michael McLaverty, Frank OüConnor, Sean O'Faolain, Maud E. Sargent, Hilary Saunders, Pádraig O'Stochfhradha, L.A.G. Strong, William Trevor."
(Irische Weihnachtserzählungen)

Dietrich Kerlen legt hier einen weiteren Band irischer Weihnachtserzählungen vor. Es sind Geschichten, die ans Herz gehen, wie zum Beispiel die "Vom Weihnachtsmann, der nicht schmelzen kann". Darin erzählt Michael Keating vom Mädchen Anne-Marie, das keine Freunde hat und erst mit der Hilfe von Snowey entdeckt, wie sie das ändern kann ... Alle Erzählungen haben den typisch irischen Charme. Sie vereinen auf ungewöhnliche Weise Glanz und Schimmer mit den Schattenseiten des Lebens und sind geprägt von einer stillen Sehnsucht nach Vertrauen, Liebe und wärmender Geborgenheit.
Die Autorinnen und Autoren:
Maeve Binchy, Robert Cranny, Tim Daly, Michael Keating, Patricia Lynch, Bernard MacLaverty, Aisling Maguire, John McGahern, Val Mulkerns, Frank O'Conner, James Plunkett, Peig Sayers, Alice Taylor, William Trevor
(Neue Irische Weihnachtserzählungen)

(Gerade fällt mir ein, dass ich hier im Blog ja auf die ganzen bibliografischen Angaben verzichten wollte. Alte Gewohnheit ...)

Ebenfalls noch originalverpackt sind ein paar Exemplare des Bandes

Marion und Werner Tiki Küstenmacher: Die Weihnachtsfreude wiederfinden


Diesen Titel finde ich nun nahezu genial. In den letzten Jahren ist mir vermehrt aufgefallen, dass kaum ein Erwachsener mit dem Weihnachtsfest noch etwas anfangen kann. Die Adventszeit ist vor allem mit Stress verbunden, mit der Suche nach passenden Geschenken und der Vorbereitung des Festes. Diejenigen, die in intakte Familien eingebunden sind, treffen Vorbereitungen für andere und sind dann froh, wenn die Festtage halbwegs glimpflich überlebt werden. Für die Singles ohne Anbindung sind die Feiertage ohnehin eine Tortur. Überzeichne ich? Kaum. Zumindest fällt mir niemand in meinem Bekanntenkreis ein, der sich die Weihnachtsfreude erhalten hätte. In sofern scheint mir Simplify your life - Die Weihnachtsfreude wiederfinden ein ideales Büchlein für die Vorweihnachtszeit zu sein: "Lernen Sie vom Autor des Weltbestsellers Simplify your life bewährte Methoden kennen, mit denen Sie die Geschenk- und Konsumspirale unterbrechen können, und erleben Sie, wie Sie sich von übersteigerten Erwartungen befreien und so dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes wieder näher kommen."

Allem Stress zum Trotz war Weihnachten mal das schönste Fest des Jahres. Zumindest, als wir noch klein waren. Ich habe mal eine Geschichte geschrieben von einem Mann, der für sich beschloss, Weihnachten wieder so zu feiern, wie er es aus seinen Kindertagen in Erinnerung hatte. Die Story ist nicht einmal besonders kunstvoll umgesetzt, gehört aber nach wie vor zu den Geschichten von mir, die ich am häufigsten verkauft habe. Zuletzt ist sie in der Anthologie "Schneetreiben - 24 Geschichten zur Weihnachtszeit" erschienen, die ich natürlich ebenfalls über meinen Laden verticke. Ich erzähle das hier deshalb, weil ich glaube, dass in uns allen eine große Sehnsucht schläft, diese kindliche Weihnachtsfreude wieder auszugraben. Warum also nicht über den eigenen Schatten springen?

Henning Mankell: Der Junge, der im Schnee schlief

Noch ein anderes Buch aus meiner Kiste mit den verlagsneuen Weihnachtsbüchern. Henning Mankell hat einmal eine kleine Wintergeschichte für Jugendliche geschrieben: Der Junge, der im Schnee schlief heißt sie. Zugegeben, der Klappentext hat mich nicht umgehauen. Was interessiert mich ein Junge von 13 Jahren, der einmal das Meer und ein richtig nacktes Mädchen sehen will? Warum eine Geschichte, die in der dunklen Vergangenheit der 50er Jahre spielt?
So stand das Buch bei mir lange im Regal, ungelesen, ungeliebt. Und das, obwohl ich natürlich wie alle anderen die Wallander-Romane Mankells verschlungen habe. Mich verliebt habe in den detailreichen Stil des schwedischen Autors, in seine sanfte Psychologie, die nie belehrend, nie wissend daherkommt, sondern immer ahnend, fühlend.
Die Geschichte „Der Junge, der im Schnee schlief“ braucht ein klein wenig, bis sie in die Gänge kommt. Wirkt zunächst wie ein etwas verunglücktes Kinderbuch, das mit den gängigen Klischees spielt. Für Joel beginnt das Jahr mit Einbruch des Winters, mit dem ersten Schnee. Dann fällt er seine Neujahrsvorsätze, keine „Ab heute werde ich...“-Idiotien, sondern einen Jahresplan, ganz modern. Und er überlegt sehr klar, wie er diesen Plan umsetzen soll. Dazu gehört, sich dem weiblichen Geschlecht anzunähern. Dazu gehört auch – sein Papa Simon ist gestrandeter Seemann – endlich einmal das Meer zu sehen. Und abhärten will er sich, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen.
Joel lebt allein mit seinem Vater Simon. Seine Mutter hat die beiden vor Jahren verlassen. Eine Zeitlang hatte Papa eine neue Liebe gefunden. Aber die will nun nichts mehr von ihm wissen. Sie würden nicht zusammen passen. Jetzt muss Joel Simon wieder regelmäßig aus der Kneipe holen, und das, obwohl seine Tage gerade wieder spannend zu werden beginnen. Er lernt Gitarre spielen, verliebt sich und ist so jeden Abend unterwegs. Dann rettet er sogar noch einen Nachbarn und wird so zum Helden der kleinen Stadt. Nur seine Idee, sich abzuhärten, indem er in einem alten Bett im Freien schläft, erweist sich als wenig brauchbar. Schon in der ersten Nacht wacht er unter einer weißen Schneeschicht auf, das Bett vom schmelzenden Schnee halb durchweicht.
Stark wird die Geschichte dort, wo Mankell die aufkeimende Neugier Joels auf das andere Geschlecht beschreibt, mit all den Versuchen, sich seiner Angebeten zu nähern, seinen Versuchen, richtig küssen zu lernen und zu verstehen, wie man sich als Mann gegenüber einer Frau zu verhalten hat. Mankell schildert das augenzwinkernd, ein wenig wie Mark Twain seinerzeit die Annäherung von Tom Sawyer zu seiner Becky. Das geht natürlich nicht ohne Blessuren ab, zumal als „der Windhund“, eine Klassenkameradin, ihm eine üble Falle stellt. Aber hartnäckig, wie Joel seine Ziele verfolgt, schmunzele ich über weite Strecken des Buches, liebe es gerade für die Naivität, mit der Mankell Joel ausstattet, für all die schrulligen Nebenfiguren, die im Roman auftauchen und für den sozialen Realismus, mit dem der Autor dem Buch seinen unverkennbaren Stempel aufdrückt.


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