Dienstag, Dezember 04, 2012

Frisch ausgepackt - Tchibo Weihnachtshefte

Eben habe ich noch mal einen Stapel Weihnachtsbücher inventarisiert bzw. katalogisiert. Der spannendste Fund heute war eine Reihe Hefte, die in den 60ern vom Kaffee-Röster Tchibo als Giveaways in der Weihnachtszeit verbreitet wurden. Zuerst war ich mir nicht ganz sicher, ob die Dinger überhaupt etwas wert sind. Allerdings habe ich bei meiner Recherche schnell herausgefunden, dass es sich bei den Heften um - gerade in der Weihnachtszeit - heißbegehrte Sammlerobjekte handelt, die gelegentlich bis zu 15 Euro bei Auktionen einbringen. Und das trotz ihres bescheidenen Umfangs von gerade mal 32 Seiten.

(Die jeweils komplette Inhaltsübersicht habe ich der Einfachheit halber verlinkt. Einfach auf den orangen Titel des jeweiligen Bandes klicken, um zum Heft im Katalog von "Shakespeare and more" zu gelangen.)

1965: Es weihnachtet sehr

1966: Stille Nacht, heilige Nacht

1967: O, du fröhliche




1968: Fröhliche Weihnacht überall

1969: O du Fröhliche



1970: Alle Jahre wieder


Die Bände enthalten alle diverse Weihnachtlieder mit Noten, teilweise sehr bekannte Weihnachtsgedichte und auch je einige wenige Weihnachtsgeschichten. 1967 und 1968 enthielten sie darüber hinaus auch ein paar Bastelideen.

Ich glaube, was die Leute heute noch reizt, sich für diese Heftchen gegenseitig hochzubieten, ist der hohe Wiedererkennungswert. Ich selbst war damals im besten Blockflötenalter und kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich mehr oder weniger erfolglos an den in den Heften enthaltenen Noten versucht habe. Die Gedichte wiederum konnten meine Eltern teilweise auswendig und es gehörte damals zur Weihnachtstradition, dass sie unter dem Tannenbaum ihr Können mit "Knecht Ruprecht" oder dem Gedicht "Vom Christkind" ("Denkt euch - ich habe das Christkind gesehn!) zum Besten gaben. In einigen der Bände ist auch die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium enthalten, die zu einer traditionellen Weihnachtsfeier auch nicht fehlen durfte. Alles in allem ein dick gepacktes Paket Weihnachten im handlichen Format.













Kommentare:

  1. Tja, und wo sind wir heute hingekommen? Undenkbar, daß ein kommerzgeiler Kaffeeröster wie Tchibo heute noch ein solches Heft herausbringen würde. Und die Titel: Stille Nacht, HEILIGE Nacht. Die Weichnachtsgeschichte aus der Bibel. Geht gar nicht mehr

    Heute heißen die Weihnachtsfeiern in den Firmen Jahersschlußfeiern und es läuft Pop- und Rockmusik statt Weihnachtslieder von der örtlichen Bläsergruppe. Gerade noch darf der rotmützige Clown namens Weihnachtsmann auftreten, aber nur ja kein Nikolaus. Man will schon das St. Martins-Fest umbenennen, um keine Muslime vor den Kopf zu stoßen (die diese Hysterie gar nicht nachvollziehen können). Wir sind bei einer Gottlosigkeit angekommen, von der sozialistische Staaten nur träumen konnten. Und hat das unsere Gesellschaft besser gemacht?

    Ich glaube DAS ist der Grund, warum das kleine Häufchen der christlich-kulturell noch nicht völlig entwurzelten Menschen sich nach solchen Raritäten vergangener Zeiten zurücksehnt. Mir geht es jedenfalls so.

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  2. Kann meinem Vorredner nur zustimmen,die Zeiten haben sich leider nicht zum positiven geändert.Wir sollten Weihnachten wieder so feiern wie früher und es auch Weihnachten bzw.Weihnachtsmarkt und so weiter nennen und nicht Lichtermarkt und was es sonst noch für Auswüchse gibt, die unsere schöne Kultur zerstören. Zwei Hefte der Tschibo Weihnachtsreihe darf ich auch mein Eigen nennen.

    Martin

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