Dienstag, Januar 24, 2012

KrimiZeit Bestenliste Januar 2012












Leider komme ich nicht so viel zum Lesen, wie Tipps im Umlauf sind. Aber die KrimiZeit Bestenliste erwarte ich regelmäßig mit Spannung, weil sie mir hilft, mir durch den Dschungel der Neuerscheinungen einen Weg zu bahnen. Ich suche mir die Leseproben und die vollständigen Verlagsangaben. Und weil ich denke, dass das auch für den ein oder anderen Mitleser interessant sein kann, poste ich diese Informationen hier in diesem Blog.
Hier also die Ergebnisse für Januar 2012. Für die Newbies: Die KrimiZeit Bestenliste ist ein Service von DIE ZEIT, ARTE und NordwestRadio. Die besten Krimi-Neuerscheinungen, ausgewählt von 17 Literaturkritikern und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. (Mehr dazu unterhalb der Liste.)

1(-)

Mike Nicol: Payback

Titel: Payback : Thriller / Mike Nicol. Aus dem südafrikan. Engl. von Mechthild Barth
Person(en): Nicol, Mike ; Barth, Mechthild [Übers.]
Ausgabe: Dt. Erstveröff., 1. Aufl.
Verleger: München : btb
Erscheinungstermin: 9. November 2011
Umfang/Format: 573 S. ; 19 cm
Gesamttitel: btb ; 74283
Einheitssachtitel: Payback
Parallele Ausgabe(n): Online-Ausg.: Nicol, Mike: Payback <dt.>
ISBN/Einband/Preis: 978-3-442-74283-7 kart. : EUR 8.99 (DE), EUR 9.30 (AT), sfr 15.50 (freier Pr.)
EAN: 9783442742837

Buch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Leseprobe auf randomhouse.de

Cool, böse, abgebrüht

Postkartenidylle am Kap der guten Hoffnung? Das Ende der Apartheid ist besiegelt. Seit über einem Jahrzehnt. Die früheren Waffenschmuggler Mace Bishop und Pylon Buso wollen ihr Leben ruhig angehen. Ein entspanntes Kapstadt-Dasein, danach sehen sie sich. Ihr Sicherheitsservice für wohlhabende Touristen, die Schönheits-OPs mit anschließender Safari buchen, floriert. Denn wer nach Südafrika kommt, der hat Angst. Doch Mace schuldet einem alten Bekannten noch einen Gefallen. Und plötzlich ist ihm Sheemina February auf den Fersen, Anwältin einer islamistischen Antidrogen-Gruppe. Sie beobachtet Mace. Schickt seiner Frau Oumou Blumen. Stiehlt den heißgeliebten Teddy seiner Tochter. Kennen sie sich von früher? Maces Vergangenheit ist düster, bewegt, zwielichtig. Und Rache ist süß.


2(6)

Ulrich Ritzel: Schlangenkopf

Titel: Schlangenkopf : Roman / Ulrich Ritzel
Person(en): Ritzel, Ulrich
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: München : btb
Erscheinungstermin: 7. November 2011
Umfang/Format: 446 S. ; 22 cm
Parallele Ausgabe(n): Online-Ausg.: Ritzel, Ulrich: Schlangenkopf
ISBN/Einband/Preis: 978-3-442-75297-3 Pp. : EUR 19.99 (DE), EUR 20.60 (AT), sfr 30.90 (freier Pr.)
3-442-75297-3
EAN: 9783442752973

Buch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de
Hörbuch ansehen auf randomhouse.de

Rezension auf arte.tv
Leseprobe auf randomhouse.de

Ein neuer Fall für Ex-Kommissar Berndorf: aktuell, brisant, temporeich

Eine Frühlingsnacht in Berlin. Ein junger Mann geht am Alten Garnisonsfriedhof vorbei, ein Landrover lauert im Dunkel und nimmt langsam Fahrt auf, am Ende liegt ein Toter auf der Straße – und Ex-Kommissar Hans Berndorf, mittlerweile Fachmann für private Ermittlungen, scheint als einziger an der Auflösung dieses Verbrechens interessiert. Besonders brisant: der Tote war vermutlich Opfer einer Verwechslung, die eigentliche Zielperson schwebt immer noch in höchster Gefahr. Als Berndorf dies begreift, ist er selbst schon ins Visier von Leuten geraten, die drei Nummern zu groß für ihn sind. Die es nicht zulassen, dass die lukrative Endabwicklung der glänzenden Geschäfte, die sie im zurückliegenden jugoslawischen Bürgerkrieg getätigt haben, von einem ausgedienten Polizisten durchkreuzt wird.

Doch manchmal scheitern die Mächtigen an Dingen, die zu unbedeutend sind, als dass sie sie ins Kalkül gezogen hätten. Ein Politiker gerät in die Verlegenheit, sich nicht mehr groß äußern zu können. André, ein halbwüchsiger Taschendieb, erbeutet ein Notebook mit verfänglichen Informationen. Ein kleiner Betrüger wittert die Chance zum großen Betrug. Eine geschwätzige alte Dame hat einen verfänglichen Zeitungsausschnitt aufbewahrt. Und Berndorf lernt, was für ein nützliches Gerät ein Spaten sein kann. Aber wird er damit durchkommen?

3(3)

Don Winslow: Zeit des Zorns

Titel: Zeit des Zorns : Roman / Don Winslow. Aus dem Amerikan. von Conny Lösch
Person(en): Winslow, Don ; Lösch, Conny [Übers.]
Ausgabe: Dt. Erstausg.
Verleger: Berlin : Suhrkamp
Erscheinungstermin: 24. Oktober 2011
Umfang/Format: 338 S. ; 21 cm
Gesamttitel: Suhrkamp-Taschenbuch ; 4300
Einheitssachtitel: Savages
ISBN/Einband/Preis: 978-3-518-46300-0 kart. : EUR 14.95 (DE), ca. EUR 15.40 (AT), ca. sfr 23.50 (freier Pr.)
3-518-46300-4
Bestellnummer(n): 46300
EAN: 9783518463000

Buch ansehen bei amazon.de
Hörbuch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Rezension auf arte.tv
Leseprobe auf bic-media.com

Wenn dein Feind dich in die Enge treibt. Dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Wenn er dir nimmt, was du liebst. Dann bleibt kein Spielraum für Verhandlungen. Dann kommt die Zeit des Zorns. Ben und Chon betreiben ein exklusives Millionengeschäft mit erstklassigem Dope für erstklassige Kundschaft. Sie sind Yin und Yang, Gegensätze, die sich ergänzen. Sie lieben, was sie tun, und sie lieben Ophelia. Die drei sind ein unschlagbares Team: Ben investiert in Hilfsorganisationen, Ophelia bringt den Kreislauf des Geldes in Schwung, und Chon hält ihnen allen Ärger vom Hals. Doch nun macht das mexikanische Baja-Kartell ihnen ein Angebot, zu dem sie besser nicht nein sagen sollten. Aber Ben und Chon sagen nein. Und sie schlagen sich gut. Bis das Kartell Ophelia entführt. Um sie zu retten, sind Ben und Chon bereit, bis zum Äußersten zu gehen – gegen einen Feind, der keine Gnade kennt.

4(-)

Rob Alef: Kleine Biester

Titel: Kleine Biester : Kriminalroman / Rob Alef
Person(en): Oberndörfer, Ralf
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Rotbuch-Verl.
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang/Format: 348 S. ; 21 cm
Gesamttitel: Rotbuch-Krimi
ISBN/Einband/Preis: 978-3-86789-136-3 kart. : EUR 14.95 (DE), ca. EUR 15.40 (AT), ca. sfr 23.50 (freier Pr.)
EAN: 9783867891363

Buch ansehen bei amazon.de
Rezension auf arte.tv

In Berlin verschwinden Kinder von Spielplätzen. Genauer: Sie stürzen in riesige Krater, die sich urplötzlich dort auftun. Hysterie macht sich breit. Was die Kinder verbindet, ist ihre Schulsituation: Der Wechsel aufs Gymnasium stand kurz bevor. Kommissar Pachulke ermittelt im Kreis der Eltern …
Ein Krimi aus dem eisigen Milieu der Super-Mamis, wo das Leistungsprinzip noch Geltung besitzt und wo Schulmassaker und PISA-Schock eng beieinander liegen.

5(5)

Matthias Wittekindt: Schneeschwestern

Titel: Schneeschwestern : Kriminalroman / Matthias Wittekindt
Person(en): Wittekindt, Matthias
Ausgabe: Orig.-Veröff., Erstausg., 1. Aufl.
Verleger: Hamburg : Ed. Nautilus
Erscheinungstermin: 24. August 2011
Umfang/Format: 349 S. ; 21 cm
Parallele Ausgabe(n): Online-Ausg.: Wittekindt, Matthias: Schneeschwestern
ISBN/Einband/Preis: 978-3-89401-743-9 kart. : EUR 18.00 (DE), EUR 18.50 (AT), sfr 25.90 (freier Pr.)
EAN: 9783894017439

Buch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Rezension auf arte.tv
Leseprobe auf edition-nautilus.de

Im Wald von Fleurville wird die sechzehnjährige Geneviève tot aufgefunden. Sie war mit drei betrunkenen Jungs zum Knutschen in den Wald gefahren, einer von ihnen gilt als gewaltbereit. Die Lokalzeitung bekommt einen anonymen Hinweis auf einen Sexualstraftäter aus Deutschland. An Verdächtigen herrscht kein Mangel. Doch dann tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf: Woher wusste der anonyme Anrufer so unmittelbar nach dem Mord von der Tat? Und welche Rolle spielt Kristina, Genevièves beste Freundin? Ausgerechnet der vernünftige Kommissar Colbert gerät ins Trudeln; die Vorstellung, dass eine Sechzehnjährige die Täterin sein könnte, wirft ihn aus der Bahn. Für Marie Grenier von der Spurensicherung ist ein Mordfall nichts anderes als Arbeit. Und Sergeant Conrey ist leider immer zu schnell, mit allem.

Auch der Mörder ist Teil des Ensembles. In ihm wirkt am stärksten, was sie alle bewegt: der vergebliche Versuch, seinen Trieben mit Vernunft beizukommen. Ausgerechnet der faule Ohayon, dem kaum einer etwas zutraut, kommt ihm auf die Spur.

6(9)

Jo Nesbø: Die Larve

Titel: Die Larve : Kriminalroman / Jo Nesbø. Aus dem Norweg. von Günther Frauenlob
Person(en): Nesbø, Jo ; Frauenlob, Günther [Übers.]
Verleger: Berlin : Ullstein
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang/Format: 563 S. ; 22 cm
Einheitssachtitel: Gjenferd
ISBN/Einband/Preis: 978-3-550-08873-5 Pp. : EUR 21.99 (DE), EUR 22.70 (AT), sfr 37.50 (freier Pr.)
EAN: 9783550088735

Buch ansehen bei amazon.de
Hörbuch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Rezension auf arte.tv
Leseprobe beim Ullstein Verlag

Oslo. Harry Hole ist endgültig aus dem Polizeidienst ausgestiegen und lebt in Hongkong. Doch dann erreicht ihn ein Alarmruf: Oleg, der Sohn seiner großen Liebe Rakel, sitzt im Gefängnis. Angeklagt wegen Mordes an einem Freund. Sämtliche Indizien deuten darauf hin, dass Oleg tatsächlich der Täter ist. Harry Hole glaubt nicht an diese einfache Lösung. Er kehrt nach Oslo zurück, um den wahren Mörder zu finden – und muss sich seiner eigenen Vergangenheit stellen.

7(-)

Lee Child: Outlaw

Titel: Outlaw : ein Jack-Reacher-Roman / Lee Child. Aus dem Engl. von Wolf Bergner
Person(en): Child, Lee ; Bergner, Wulf [Übers.]
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: München : Blanvalet
Erscheinungstermin: 21. November 2011
Umfang/Format: 446 S. ; 22 cm
Einheitssachtitel: Nothing to lose <dt.>
ISBN/Einband/Preis: 978-3-7645-0420-5 Pp. : EUR 19.99 (DE), EUR 20.60 (AT), sfr 30.90 (freier Pr.)
EAN 9783764504205

Buch ansehen bei amazon.de
Hörbuch ansehen auf randomhouse.de
eBook ansehen bei amazon.de

Leseprobe auf randomhouse.de

Zwei gottverlassene Dörfer in Colorado. Hope und Despair. Hoffnung und Verzweiflung. Dazwischen nichts weiter als meilenweit Niemandsland. Jack Reacher, per Anhalter unterwegs, strandet ausgerechnet in Despair. Er will nur einen Kaffee trinken und dann weiterziehen, doch vier düstere Gesellen wollen ihn wegen Landstreicherei von der Gemarkung verweisen. Reacher geht die Freiheit zwar über alles, aber einen Platzverweis lässt er sich nicht bieten. Und sein untrüglicher Instinkt sagt ihm, wenn jemand etwas zu verbergen hat …

Der neue Fall für den eigenwilligsten Ermittler der Thrillerliteratur!

8(1)

Deon Meyer: Rote Spur

Titel: Rote Spur : Roman / Deon Meyer. Aus dem Afrikaans von Stefanie Schäfer
Person(en): Meyer, Deon ; Schäfer, Stefanie [Übers.]
Ausgabe: 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Rütten & Loening
Erscheinungsjahr: 19.09.2011
Umfang/Format: 625 S. ; 22 cm
Einheitssachtitel: Spoor <dt.>
ISBN/Einband/Preis: 978-3-352-00810-8 Pp. : EUR 19.99 (DE), EUR 20.60 (AT), sfr 30.50 (freier Pr.)
3-352-00810-8
EAN: 9783352008108

Buch ansehen bei amazon.de
Hörbuch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Rezension auf arte.tv
Leseprobe beim Aufbau Verlag

Kapstadt/Südafrika/Simbabwe. Es ist nur ein Gerücht: ein islamistischer Anschlag in Südafrika. Doch warum gelingt es dem Geheimdienst nicht, Genaueres herauszufinden? Warum fährt die CIA schweres Geschütz auf? Deon Meyer legt einen neuen atemberaubenden Roman vor. Eine Schmugglerin führt alle hinters Licht, eine Agentin verliebt sich in den Falschen, und ein Drogenboss geht über Leichen. Mittendrin der Bodyguard Lemmer, für den das Motto gilt: „Nicht ich suche Ärger – der Ärger sucht mich.“

„Versuchen Sie es: Nehmen Sie dieses Buch in die Hand und legen Sie es dann wieder weg. Versuchen Sie es. Man schafft es einfach nicht. Ich bin ein Profi, und nicht mal ich konnte es.“ Don Winslow

9(10)

Rainer Gross: Kettenacker

Titel: Kettenacker / Rainer Gross
Person(en): Gross, Rainer
Ausgabe: Orig.-Ausg.
Verleger : Bielefeld : Pendragon
Erscheinungstermin: 1. August 2011
Umfang/Format: 362 S. ; 19 cm
Gesamttitel: Krimi bei Pendragon
ISBN/Einband/Preis: 978-3-86532-271-5 kart. : EUR 12.95 (DE)
EAN: 9783865322715

Buch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Rezension auf arte.tv

In Kettenacker, einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb, entdeckt der pensionierte Lehrer Mauser ein Skelett.
Kommissar Greving nimmt die Ermittlungen auf. Schon bald stellt sich heraus, dass es sich um die Leiche eines Mädchens handelt, das in den 1930er Jahren spurlos verschwand.
Nur mit Mausers Hilfe kommt der Kommissar gegen die Mauer des Schweigens der Dorfbewohner an. Was soll hier vertuscht werden?
Und welche Rolle spielt Mausers eigene Familie­ in dieser Geschichte? Der Fall lässt Mauser nicht mehr los. Bis er letztlich feststellen muss, dass die Schatten der Vergangenheit länger sind als gedacht.

10(4)

Joe R. Lansdale: Gauklersommer

Titel: Gauklersommer: Roman / Joe R. Lansdale. Dt. von Richard Betzenbichler
Person(en): Lansdale, Joe R. ; Richard Betzenbichler [Übers.]
Verleger: Berlin : Golkonda
Erscheinungsjahr: August 2011
Umfang/Format: 300 S. ; 21 cm
Einheitssachtitel: Leather Maiden <dt.>
ISBN/Einband/Preis: 978-3-942396-09-7 kart : EUR 16.90

Buch ansehen bei amazon.de
eBook ansehen bei amazon.de

Rezension auf arte.tv
Leseprobe beim Golkonda Verlag

Beruflich und persönlich gescheitert kehrt Cason Statler, Veteran des ersten Irak-Kriegs und einst vielversprechender Journalist, als menschliches Wrack in seine Heimatstadt Camp Rapture zurück. Er trinkt zu viel, kann sich nicht damit abfinden, dass ihm seine Freundin den Laufpass gegeben hat, und versinkt in Selbstmitleid.

Um wieder auf die Beine zu kommen, tritt er bei der Lokalzeitung eine Stelle als Kolumnist an. In den Notizen seiner Vorgängerin stolpert er über den unaufgeklärten Fall einer Studentin, die im Jahr zuvor spurlos verschwunden ist. Statler sieht die Chance, sich wieder einen Namen zu machen, und greift die Geschichte auf. Doch damit sticht er in ein Wespennest ...

Quelle der KrimiZeit Bestenliste Januar 2012: arte.tv/krimiwelt

"An jedem ersten Donnerstag des Monats geben 17 Literaturkritiker und Krimispezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Kriminalromane bekannt, die ihnen am besten gefallen haben. Die KrimiZeit-Bestenliste entsteht in Kooperation von DIE ZEIT, ARTE und NordwestRadio"

Wie immer weise ich an dieser Stelle explizit darauf hin, dass die KrimiZeit Bestenliste lediglich aus einer Liste von zehn Büchern mit Platzierungen und Kurzbeschreibungen besteht (zur Erinnerung: hier einsehbar). Die längeren Buchbeschreibungen hier im Blog, die sich zumeist auf die Verlagsangaben beziehen, sowie die kompletten bibliographischen Angaben, die Links zu Leseproben der Verlage oder Verweise auf Hörbucheditionen sind ein Service dieses Blogs und nicht Bestandteil der in Kooperation von DIE ZEIT, ARTE und NordwestRadio veröffentlichten Bestenliste.

Freitag, Januar 20, 2012

Soli-Note zum Bücherzeit-Blog

Gerade wollte ich die KrimiZeit Bestenliste durcharbeiten, bin aber - warum lasse ich auch facebook nebenher laufen? - an dem durchaus faszinierenden Streit zwischen der Bloggerin Astrid Prüger (Myriel) und dem Autoren John Asht, bzw. dessen Verlegerin hängengebliebe. Spannende Fragen tun sich auf: Muss man ein Buch ganz gelesen haben, um darüber eine Meinung zu verbreiten? Und: Kann ein Autor eine Bloggerin abmahnen, die öffentlich gesteht, ein Buch nicht zu mögen?

Hier die beiden Fronten: buecherzeit.wordpress.com/2011/11/16/john-asht-twin-pryx-zwillingsbrut/ (wobei hier vor allem die Lektüre der Kommentare lohnt, in denen sich der Zwist abspielt) und die Blog-Erwiderung des Autors: john-asht.blogspot.com/2012/01/literatur-kriminalitat-im-internet.html

Interessant finde ich, dass Antje Roder, Geschäftsführerin des Verlags, in dem der Roman "Twin-Pryx. Zwillingsbrut" von John Asht erschienen ist, sofort mit rechtlichen Konsequenzen droht. Zwar mag die Veröffentlichung eines 900-Seiten-Romans wie "Zwillingsbrut" ein gewisses geschäftliches Risiko darstellen, das es zu minimieren gilt. Auf eine Rezension aber derart heftig zu reagieren, wirkt auf mich wie ein Kamikaze-Akt.

Spannend auch, dass Astrids Blog ohne jegliche Werbung auskommt, also eine reine Nonprofit-Aktivität ist. Monitäres Denken lässt sich da also nur schwerlich unterstellen. Dass sie unter dem Namen "Myriel" postet, mag ein Spleen sein - aber da in ihrem Blog selbstverständlich auch ein Impressum vorhanden ist, kann niemand behaupten, sie würde aus dem Hinterhalt auf wehrlose Autoren schießen. Bzw. wie Frau Roder sagt, "sich hinter einem anonymen Decknamen (zu) verstecken und einfach ein Buch (zu) verreißen".

Kurzum: Hier stellt sich die Frage nach der Meinungsfreiheit - und zwar, so wie ich das sehe - auf beiden Seiten. Wie das Ganze ausgehen wird, kann ich nicht beurteilen. Ich merke jedoch, dass es wichtig ist, für ein solches Vorgehen von Verlagen Öffentlichkeit zu schaffen. Astrid mit ihrem Bücherzeit-Blog hat meine volle Solidarität. Rezensionen-Blogs schaffen eine wichtige Öffentlichkeit gerade für kleinere Verlage und wirken damit ein wenig dem Werbeetat-Overkill der Großen entgegen. Und solange Meinungen - und sei es auch nur zu den ersten zehn Prozent eines Buches - begründet werden, so dass der Leser nachvollziehen kann, wie eine Position entstanden ist, bin ich gegen jede Form von Zensur. Damit, den Rezensenten die Lust am Bloggen zu nehmen, schadet sich die Verlagswelt mit solchen rechtlichen Aktionen in meinen Augen nur selbst.

Samstag, Januar 14, 2012

Carla Berling: Vom Kämpfen und vom Schreiben

Carla Berling ist das Pseudonym einer Autorin aus Westfalen-Lippe, Jahrgang 1960. Von ihr stammen zwei erotische Romane („Im Netz der Meister 1 + 2“), ein paar selbstverlegte Satirebände bei BoD („Jesses Maria“) und nun ihre Künstlerautobiografie, erschienen beim Berliner Kulturmaschinen-Verlag: „Vom Kämpfen und vom Schreiben“. Hybris? Mit Sicherheit. Trotzdem ist ihr neues Bändchen eine Lektüre, die ich jedem Nachwuchsautoren ans Herz lege.

Alles beginnt 1994 mit einer Phase der Arbeitslosigkeit. Kein Geld, um die Wohnung zu heizen. Partner ebenfalls ohne Job. Zwei kleine Kinder an Bord. Vom letzten Geld kauft sich Berling auf dem Flohmarkt eine gebrauchte Schreibmaschine, um darauf einen Roman zu tippen und so ihre Geldsorgen zu beenden. Dass auf der Maschine das „e“ klemmt und sie stattdessen die Leertaste nutzen muss, um die fehlenden Buchstaben später per Hand nachzutragen, tut dem Enthusiasmus keinen Abbruch. So weit die Legende.

Nun mögen kritische Leser bemerken, dass zwei Erotik-Bände und eine Reihe BoD-Publikationen nicht unbedingt Zeichen für eine steile Autoren-Karriere sind. Trotzdem liest sich Berlings „Vom Kämpfen und vom Schreiben“ wie eine Erfolgsstory, die durch das fortgesetzte Elend der Protagonistin kontrastiert wird. Auch wenn der erste Roman lange im Schrank liegenbleibt, bevor sich ein Verlag für ihn interessiert: Bald folgt ein erstes Sachbuch, das ihr Interviews bei verschiedenen Fernsehsendern einbringt. Lesereisen führen sie durch die Republik und das benachbarte Ausland. Verlage finden sich eigentlich für alles, was sie schreibt, wenn auch ihre Erfahrungen mit den Verlagspraktiken nicht immer gut sind. Berling tut eine Menge für ihren Erfolg, und auch, wenn das Geld lange ausbleibt, bleibt beim Lesen das Gefühl, dass diese Geschichte durchaus wahr sein könnte.

Da tut es keinen Abbruch, dass der Name des von ihr geschriebenen Sachbuchs tatsächlich nicht existiert, genauso wenig wie der Verlag, in dem es erschienen sein soll. Denn was Berling in ihrem Buch beschreibt, will nicht als wörtliche Wahrheit verstanden werden, sondern als Hinweis auf die Unwägbarkeiten des Marktes. Und warum sollte sie, die unter ihrem Pseudonym so viel Zeit in den Social Media verbringt, ihren wahren Namen outen - oder sich Prozesse mit Verlagen einhandeln, denen es nicht gefällt, dass deren zweifelhaften Praktiken an die Öffentlichkeit gezerrt werden?

Was Carla Berling im Rahmen ihres leicht konsumierbaren „Tagebuchs eines Romans“ deutlich macht, ist, dass die kleinen Erfolge als Autorin noch lange nicht gleichbedeutend mit Reichtum und Luxus sind. Wie erklärt man einem Mitarbeiter vom Sozialamt, dass die zweifelhafte Berühmtheit, mit dem eigenen Buch mit Sat1-Frühstücksfernsehen aufgetreten zu sein, noch lange nicht dazu führt, dass die Miete bezahlt werden kann?

Der tatsächliche Informationsgehalt dieses 180-Seiten-Bandes ist gering. Gut zu wissen, dass ein Nachdruck nicht das Gleiche ist wie eine neue Auflage - vor allem dann, wenn einem der Verlag verspricht, erst aber der zweiten Auflage eine prozentuale Beteiligung zu bezahlen. Oder das einen die komplette Rechteabtretung für ein Fernsehinterview bei einmaliger Vergütung spätestens nach der zwanzigsten Wiederholung zu ärgern beginnen kann. Aber das sind Nebenschauplätze.

Was von der Lektüre bleibt, ist das unbestimmte Gefühl einer demütigen Haltung gegenüber den kleinen, eigenen Erfolgen im Literaturbetrieb. Vielleicht hilft es dem Leser, den ein oder anderen Anfängerfehler zu vermeiden, den Berling anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte illustriert. Oder zu verstehen, warum die Veröffentlichung in einer Anthologie nicht gleichbedeutend ist mit dem Beginn einer Karriere als Autor.

Gnadenlos und zuweilen hart am Rand der Karikatur erzählt sie von den Fallen, denen sich werdende Autoren gegenübersehen. Ihre Beschreibung sind gelegentlich exhibitionistisch, vielleicht aber auch einfach gut konstruiert. Des Öfteren habe ich beim Lesen das Gefühl, weniger einem Ratgeber - wie es der Klappentext behauptet - als einem Roman über das Schreiben zu folgen. Ihre Freundin Marita beispielsweise eignet sich genauso gut als Prototyp des ewig vom Erfolg träumenden Autors wie auch als Alter Ego für die eigenen Phasen der Depression. Tut es der Geschichte einen Abbruch, wenn es diese Marita nie gegeben hat? Ins Konzept dieses Buchs passt sie zumindest ganz wunderbar.

Selten in den letzten Monaten habe ich einen Band derart in einem Rutsch verschlungen wie Carla Berlings „Vom Kämpfen und vom Schreiben“. Das hat sicher mit ihrer Sprache zu tun, aber auch mit dem Plot, dem sie ihrem „Tagebuch eines Romans“ zugrunde legt. Dieser Plot ist sorgsam strukturiert. Das Buch endet, wo es anfängt. 15 Jahre, nachdem sie die erste Textfassung ihrer Liebesgeschichte um Rena und Mike auf der alten Schreibmaschine zu Papier gebracht hat, nimmt sie sich des Romans wieder an. Überarbeitet ihn. Wird ihn veröffentlichen. Dessen ist sich der Leser sicher.

Titel: Vom Kämpfen und vom Schreiben : Tagebuch eines Romans / Carla Berling
Person(en): Berling, Carla
Ausgabe: Erstausg., 1. Aufl.
Verleger: Berlin : Kulturmaschinen-Verl.
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang/Format: 183 S. ; 20 cm
Gesamttitel: Kulturmaschinen Sachbuchedition
Anmerkungen: Literaturangaben
ISBN/Einband/Preis: 978-3-940274-40-3 kart. : EUR 16.80 (DE)
EAN: 9783940274403
Schlagwörter: Roman ; Kreatives Schreiben ; Erlebnisbericht

Leseprobe beim Verlag Kulturmaschine

Montag, Januar 02, 2012

Shakespeare-Challenge 2012 - Januar: Romeo und Julia

Manche Ideen sind so gut, dass ich einfach dabei sein will, egal, wie zeitintensiv sie sind. Eine Shakespeare-Challenge hat Karla Paul, die Redaktionsleiterin von lovelybooks.de und Frau für den dortigen Bereich Social Media ins Leben gerufen. Begleitet wird die Challenge durch ihren Blog Buchkolumne.de und natürlich von einer Leserunde auf lovelybooks.de.

Los geht es aktuell mit Romeo und Julia, der wohl herzergreifendsten Liebesgeschichte aller Zeiten. Wie immer bei good old Will kein Stoff, den er sich selbst ausgedacht hat (mal ganz abgesehen von der Frage, ob nicht der adlige de Vere tatsächlich Urheber der Version ist). De facto aber existiert von der Geschichte bereits eine Fassund von 1562 aus der Feder Arthur Brookes, der Shakespeare inhaltlich weitestgehend folgt und von der er sogar ein paar Formulierungen geklaut hat. Immerhin strafft Will das ausladende Versepos von Brookes, macht aus der monatelangen Affaire eine einzige stürmische Nacht, und erhöht so deutlich das Tempo der Geschichte. Dichten heißt verdichten, so das offensichtliche Motto, dem er hier folgt.

Wer Lust hat, bei der Challenge mitzumachen, legt sich am Besten die Gesamtausgabe zu, die mittlerweile relativ günstig zu haben ist. Eine Hörbuchversion mit dem kompletten Text gibt es eingelesen von Katharina Thalbach, allerdings in der leicht modernisierten Fassung von Thomas Brasch, die ich persönlich ein wenig gewöhnungsbedürftig finde. Für die Schlegel-Übersetzung gibt es leider nur eine Szenenauswahl als Hörversion. Und wer nicht ernsthaft an der Challenge teilnehmen will, sondern einfach Lust hat, sich den Stoff zu vergegenwärtigen, der mag auch mit der Erzählversion von Barbara Kindermann auskommen.

Natürlich gibt es auch famose Verfilmungen. Als ich noch deutlich jünger war, hatte es mir Olivia Hussey als Julia in der Zefirelli-Inszenierung
angetan. Wenn ich mich recht erinnere, arbeitet Zefirelli - ebenso wie Baz Luhrmann in der Neuinszenierung mit Leonardo di Caprio - mit dem Originaltext. Und ist sogar in Verona abgedreht worden, während die neue Version in Mexico entstand.

Wie auch immer: Das neue Jahr bietet die Möglichkeit, sich einmal in einer Gruppe Gleichgesinnter an Shakespeare abzuarbeiten und sich mit anderen darüber auszutauschen. Klingt vielversprechend.