Samstag, Oktober 10, 2015

Neue Katzenbücher im Oktober 2015


Offenbar ist es die Zeit, in der die Menschen begreifen, was sie alles von Katzen lernen können. Gerade erst habe ich Eduardo Jaureguis "Gespräche mit meiner Katze"gelesen, in der eine Abessinierkatze für eine der Depression verfallene WebDesignerin den Therapeuten spielt. Und nun kam am 5. Oktober David Michie mit seinem Roman "Die Katze des Dalai Lama und die Kunst des Schnurrens". Laut Klappentext schickt der Dalai Lama darin seine Katze "Schneelöwin" auf Tour, um die Kunst des Schnurrens zu erforschen und so die Ursache für wahres, tiefes Glück herauszufinden.Weshalb eine Katze das Schnurren erforschen soll, wurde weder aus dem Klappentext noch aus der Leseprobe des Verlags deutlich. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht Schneelöwins, und nach einem Prolog, in dem der Dalai Lama ausgiebig gewürdigt wird, geht es gleich mit jeder Menge Action los: Die kleine Katze wird von zwei Golden Retrievern quer durch die Stadt gejagt. Dabei verwüsten sie nebenbei einen Gewürzladen, bevor sich die kleine Löwin über ein Spalier auf eine Mauer retten kann und die blutrünstigen Hunde von ihrem Besitzer an die Leine genommen werden. Sieht man von dem Prolog ab, lassen die im Klappentext versprochenen "wertvollen Inspirationen, in denen sich die Weisheit des Buddhismus spiegelt", ein wenig auf sich warten. Immerhin soll es in dem Buch um "neue Wege auf der Suche nach Glück und Sinn in der modernen Welt" gehen. Das ist zumindest vielversprechend.

In Australien, wo David Michie lebt, sollen seine Bücher Bestsellerstatus erlangen. Es "gelingt es dem praktizierenden Buddhisten und Meditationslehrer mit Bravour, buddhistische Gedanken in moderner, verständlicher Form einem breiten Publikum nahezubringen", sagt der Verlag. Dies ist übrigens schon der zweite Band um die "Die Katze des Dalai Lama".Was auf der einen Seite nahelegt, dass der Autor tatsächlich sein Handwerk versteht und der Verlag auf ihn setzt. Auf der anderen Seite legt es nahe, dass es für diese Suche nach Glück und Sinn, mit der auch der erste Band bereits beworben wurde, keine Abkürzung gibt. Nicht mal für Katzenfreunde.

Birga Dexel ist spätestens durch ihre eigene Fernsehserie "Katzenjammer" auf VOX bekannt. Außerdem tritt sie regelmäßig bei ""hundkatzemaus" und "3 Engel für Tiere" auf und gibt dort Katzentipps. Ich mochte ihr erstes Buch "Von Samtpfoten und Kratzbürsten", weil es sehr persönlich gehalten war und auch mir als langjährigem Katzenbegleiter noch hin und wieder die Augen darüber öffnete, wie Katzen die Welt sehen.
Nun ist also seit dem 5. Oktober ihr neues Sachbuch "Mehrere Katzen halten: Mein Wissen aus der Katzenpraxis" im Franckh Kosmos Verlag erhältlich. Dexel hatte mich schon von der Regel "Ein Klo für jede Katze plus eins extra" überzeugt, die ich früher für ziemlich übertrieben hielt, nun aber endlich verstand. Deswegen bin ich ziemlich zuversichtlich, dass dieses Buch für jeden Mehrkatzenhaushalt ein echter Gewinn ist. Ich gebe hier mal den Verlagstext wieder:
"Viele Katzenhalter wollen ihrer Wohnungskatze mit einem oder gar mehreren Katzenfreunden etwas Gutes tun. Doch statt ausgelassener Katzenspiele und Kuschelstunden zu zweit fliegen die Fetzen. Die potenziellen Freunde werden zu Feinden, es kommt zu Streitigkeiten, Mobbing und Markierduellen. Birga Dexel veranschaulicht anhand zahlreicher Fallbeispiele, warum die Katzen so reagieren, und erklärt, worauf bei der Auswahl und Vergesellschaftung zu achten ist, wie man Verhaltensproblemen vorbeugt und wie friedliches Zusammenleben im Mehrkatzenhaushalt gelingt."


Über Simon Tofield brauche ich auch keine großen Worte mehr zu verlieren. Seit er seine ersten Videoclips von "Simons Cat" auf  Youtube gepostet hat, kennen ihn nicht nur die Katzenfreunde der westlichen Hemisphäre. Mittlerweile sind zahlreiche Bücher mit den Strips erhätlich - und für echte Fans ab 12. Oktober der neue Band "Bloß nicht zum Tierarzt: ... und andere Katz-astrophen". Mal abgesehen davon, dass sich manche Puns einfach nicht übersetzen lassen (oder in der Übersetzung zumindest dämlich klingen), kann man mit diesen 240 Seiten aus dem Hause Goldmann nicht viel falsch machen. Übrigens heißt der Originaltitel schlicht "Off To The Vet", also "Ab zum Tierarzt". Wir Deutschen brauchen es offensichtlich immer noch eine Spur lustiger.
Leider bietet der Verlag keine Leseprobe an, so dass mir auch hier nur bleibt, den offiziellen Verlagstext  zwecks Info weiterzureichen:
"Ob Schutzimpfung, Wurmkur, Katzenschnupfen-Therapie, Krallen-Check oder Zecken-OP: Der Tierarztbesuch ist hin und wieder unvermeidlich. Für Simons Katze heißt das: Stress. Und auch für Katzenhalter Simon birgt das Unternehmen gewisse Strapazen. Allein Kätzchens Einstieg in die Transportbox zwingt ihn zu immer neuer List und Tücke. So ein unfreiwilliger Ortswechsel verwandelt selbst den schnurrigsten Stubentiger schon mal in ein fauchendes Fellknäuel, die Autofahrt löst Panikschübe aus, und im Wartezimmer der Kleintierpraxis kauert der samtpfotige Patient wider Willen dann angespannt und leise vorwurfsvoll maunzend zwischen Wellensittich, Hamster und deutscher Dogge. Da wünscht man sich und seinem Liebling schleunigst: Gute Besserung!"

Ich selbst gehöre nicht zu den Fans der "Warrior Cats" von Erin Hunter, weil ich die Idee von Wildkatzen, die sich zu Clans zusammenrotten, wenig überzeugend finde. Soweit ich weiß, sind gerade in der Wildnis lebende Katzen überzeugte Einzelgänger. Aber mir ist auch klar, dass eine große Zahl an Katzenliebhabern ganz heiß auf diese Reihe mit ihren zahlreichen Bänden ist. Unter anderem, weil sie meinen, dass darin das Katzenverhalten sehr eindrucksvoll dargestellt sei. Für diese Fans zwei gute Nachrichten: Am 5. Oktober 2015 erschien als HC das neue "Special Adventure. Gelbzahns Geheimnis": "Die junge Gelbpfote hat sich voll und ganz dem SchattenClan verschrieben. Sie kann es kaum erwarten, endlich für ihre Gefährten zu kämpfen und Abenteuer zu bestehen. Als sie schließlich ihren Kriegernamen Gelbzahn erhält, wird ihr schmerzlich bewusst, dass ihre wahre Bestimmung die einer Heilerin ist. Ihre Treue zum Clan ist nach wie vor unangefochten, aber Gelbzahn trägt ein dunkles Geheimnis in sich, das sie auf Schritt und Tritt verfolgt, und das Leben aller Clans auszulöschen droht."

Und für diejenigen, die am liebsten auch auf langen Autofahrten (oder einfach nur so) in der Waldwelt ihrer Katzen weiterträumen wollen, gibt es, ebenfalls seit 05. Oktober, die vierte Staffel der "Zeichen der Sterne" auf 30 CDs, gelesen von Marlen Diekhoff. 39 Stunden mit der
der vierten Generation der Warrior Cats. Klingt nach einem idealen Weihnachtsgeschenk für Fans und solche, die es werden könnten. Immerhin sorgt Erin Hunter regelmäßig für Nachschub, so dass ein Ende der Produktion derzeit nicht absehbar ist.


Da wir gerade beim Thema "Reihen" sind: Der Ullstein-Verlag veröffentlicht im Augenblick mit Hochdruck die Mrs. Murphy-Krimis von Rita Mae Brown. Nachdem sie im September Band 21 auf den Markt geschmissen haben, holen sie jetzt am 9. Oktober die Veröffentlichung von Band 20 nach: "Vier Mäuse und ein Todesfall: Ein Fall für Mrs. Murphy". Sicherlich, kein ganz neuer Band, erstmals auf Deutsch erschienen im März 2014. Diesmal aber als Taschenbuchausgabe für den kleinen Geldbeutel. Und wer Mrs. Murphy noch nicht kennt, hat die Gelegenheit, sie über eine Leseprobe kennenzulernen. Sollte eigentlich ein selbstverständlicher Service werden. Hier noch der Verlagstext:
"Crozet im Mai - eine schöne Zeit, findet Mary Minor »Harry« Haristeen. Doch es läuft nicht alles rund: Eine gute Freundin landet mit ihrem schönen alten Wagen im Straßengraben, und der Pick-up des Reverend bleibt plötzlich liegen. Als schließlich die Leiche eines Mechanikers gefunden wird, stürzt sich Harry trotz aller Warnungen in die Ermittlung. Sie hat einen Ruf zu verlieren, nämlich den der besonders neugierigen Nachbarin. An ihrer Seite die beste Katzendetektivin der Welt: Mrs. Murphy!"

Und noch ein Katzenkrimi. Diesmal besonders kinderfreundlich. Zumindest vier Bände umfasst die Winston-Reihe von Frauke Scheunemann ab dem 12.Oktober 2015. Dann kommt nämlich "Winston - Im Auftrag der Ölsardine" auf den Markt. Winston hält sich zumindest selbst für den schlausten Kater der Welt. Er kann sprechen,  lesen, schreiben, Englisch, das große und das kleine Einmaleins. Und sogar Russisch. Zumindest ein wenig. Mit viel Witz löst er die kritischsten Kriminalfälle. Seine Erfinderin erhielt dafür 2013 den deutschen Katzen-Krimi-Preis.
Im aktuellen Fall will jemand dem Feinkosthändler Sandro ans Leder, der so etwas wie der Freund der Familie ist. Erst wird das Festtagsessen vergiftet, an dem sich Winston gütlich tun will. Und schon bald landet die nächste Person mit einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus. Klar, dass sich Winston und seine Freundin Kira auf die Suche machen, um den Fall zu lösen.
Auch zu diesem Buch gibt es online eine Leseprobe zum Testschmökern, die Lust auf mehr macht. Geeignet ab 11 Jahre.

Ab 19. Oktober 2015 gibt es einen vielversprechenden Bildband von Meike Birck, sonderbarerweise im Hundebuch-Verlag Fred und Otto: "Alte Katzen: Vergessliche Königinnen und taube Helden". Leider gibt es bis jetzt keine Leseprobe, dafür aber einen Klappentext, der mich berührt: "Wer einen Katzenwelpen zu sich nimmt, denkt kaum daran, dass das winzige Energiebündel eines Tages den Spaß am Toben verlieren könnte. Irgendwann lässt das Gehör nach, der Gang wird steif, der Kater putzt sich nicht mehr sorgsam und möchte den Großteil seiner späten Lebenszeit an einem warmen und sicheren Ort verschlafen.
Diese Zeit des Alterns ist für uns Katzenhalter(innen) ein Moment zwischen den Welten – die Freude an der unbändigen Lebenslust der jungen Tiere weicht einem Bewusstsein für die Endlichkeit dieses Lebens und des Zusammenseins.
Das Alter bietet aber auch die Chance, diesen letzten Abschnitt bewusst mitzuerleben, Tag für Tag wach zu sein und teilzuhaben an der zunehmenden körperlichen Zerbrechlichkeit und Zartheit wie auch der seelischen Veränderung, hin zu einer ausgeprägter Versessenheit nach Ritualen und einem großen Bedürfnis nach Nähe und Vertrautheit der alten Katzen.
Über Jahre fotografierte und porträtierte die Filmemacherin und Fotografin Meike Birck, selbst Katzenbesitzerin, Menschen mit ihren alten Katzen. So entstand ein Bildband mit eindringlichen Texten voll Zärtlichkeit, Respekt und Poesie. Für alle Katzenbesitzer(innen), die sich mit dem Altern und dem Abschied von ihrem geliebten Tier beschäftigen. Für Menschen, die trauern, aber auch Mut schöpfen und einen neuen Blick auf das Leben mit ihren Tieren gewinnen wollen."


Zu den etablierten Stimmen im deutschen Kulturbetrieb zählt Eva Demski. Sie hat zahlreiche Romane veröffentlicht und etliche Preise eingeheimst. Nun erscheint am 24. Oktober 2015 ihr Katzenbuch: "Katzentreffen", illustriert von Volker Reiche. Sie selbst sagt über das Buch: »In mein Menschenleben passten viele Katzenleben. Manche waren lang, andere endeten viel zu früh, aber alle trugen zu einer Geschichte bei, meiner Geschichte. In ihr findet sich Komisches und Trauriges, gereimt und ungereimt, und immer von neuem der Versuch, dem auf die Schliche zu kommen, was mich lebenslang an der Katzenseite gehalten hat. Ich liebe Hunde, Elefanten, Schmetterlinge, Goldhamster, Rotkehlchen, Häuschenschnecken und noch viele andere Tiere. Darwins ganzer großer Farbkasten ist für mich eine ständige Quelle des Staunens und der Freude. Was kommt bei Katern und Katzen dazu, das mich immer wieder zu ihnen zieht? Oder sie zu mir? In diesen Geschichten und Gedichten treffen sich viele von ihnen, denn für mich hat die Katze mehr als sieben Leben. Volker Reiche schickt seine Katzen zu meinen, man weiß nie, ob sie schnurren oder fauchen werden.«

Eva Demski ist übrigens auch in folgendem Buch dabei, das ab 19. Oktober 2015 erhältlich ist: "Weihnachtskätzchen: Die schönsten Geschichten zum Fest" aus dem Piper Verlag ist eine Anthologie mit kurzen Texten internationaler Autoren. Ein paar dieser Texte sind mir bekannt, etwa T.S. Eliots "Wie heißen die Katzen" oder Robert Gernhardts  "Lektion 11". Daher gehe ich davon aus, dass Weihnachten kein zentrales Motiv dieser Sammlung ist, sondern vor allem als Verkaufshilfe auf dem Einband steht. Aber wer gern Katzengeschichten in kleinen Happen mag, kann mit diesem Buch nicht viel falsch machen. Dafür sorgen Namen wie Ian McEwan, Ruth Rendell oder Axel Eggebrecht.
Eine Leseprobe aus Jan D'Lords Geschichte "Weihnachtsfrisur" gibt es beim Piper-Verlag, auf amazon.de gibt es einen etwas sprunghaften, dafür aber längeren Blick ins Buch.

Soweit für dieses Mal. Viel Spaß beim Schmökern. Falls ihr zwischenzeitlich das ein oder andere Buch, das ich auf dieser Seite vorgestellt habe, in die Finger bekommt, gebt gern euren Kommentar unten auf der Seite. Ich selbst bin mit meinem SUB-Stapel mal wieder hoffnungslos in Verzug und werde daher wohl nicht dazu kommen, die Bücher ausführlicher zu rezensieren. Euch alles Liebe, Norbert

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