Sonntag, November 29, 2015

Angela Lautenschläger: Zwei Katzen und das Weihnachtsglück [Rezension]

Und noch eine Katzen-Weihnacht. Ein kleines Büchlein, gerade mal 140 Seiten stark, verfasst von der Newcomerin Angela Lautenschläger: „Zwei Katzen und das Weihnachtsglück“. Frau Lautschläger arbeitet als Nachlasspflegerin, lebt mit Ehemann und Katzenbande in Hamburg, und hat den Rat beherzigt, als Autorin über das zu schreiben, was sie am besten kennt: Eine Geschichte, die mit dem Tod eines alten Mannes beginnt. Mit seinem letzten Willen, der für die Familie, die sich nie um ihn gekümmert hat, nur einen Pflichtanteil vorsieht. Der stattdessen Haus und Besitz der Tochter seiner einstigen Lebensgefährtin vermacht. Es beginnt mit dem Streit unter den Kindern, ob man das Testament nicht verschwinden lässt. Und natürlich mit einem Kater, der bei dem Alten lebte.

Bruno heißt der Kater, der zunächst vorübergehend sein neues Zuhause bei einem Neffen des Verstorbenen findet. Womit bereits geklärt wäre, wer in dieser Geschichte zu den Guten gehört, die sich dafür einsetzen, den letzten Willen umzusetzen.Stefan ist der Einzige der Sippe, dem es nicht in erster Linie um einen Teil des Nachlasses geht, sonder der sich darum bemüht, die besagte Tochter zu finden. Und das mit einem detektivischen Gespür, das dem Alltag eines Nachlassverwalters würdig wäre. Insofern macht sich der kleine Roman auch als Werbebroschüre für Angela Lautschlägers Zunft ganz hervorragend.

Weil eine Geschichte, damit sie sich gut verkauft, auch eine Liebesgeschichte beinhalten muss, hat der Roman eine zweite Ebene. Stefan lernt beim Tierarzt eine junge Frau kennen, die neu in der Stadt ist. Sie träumt davon, ein Café zu eröffnen, hat aber das zusammengesparte Geld einer Freundin zur Verfügung gestellt, die ihr Haus umbauen muss, weil deren Eltern nicht mehr allein leben können und nun zu ihr ziehen sollen.

Auch Sibylle, so der Name der Cafébesitzerin in spe, lebt mit einer Katze zusammen. Diese hat Diabetes und braucht täglich ihre Spritze. Nur bringt es die junge Frau einfach nicht übers Herz, die spitze Nadel in das weiche Bauchfell ihrer Daisy zu schieben. Und so wird sie Stammgast beim örtlichen Tierarzt.

„Zwei Katzen und das Weihnachtsglück“ gelingt es, ohne sentimentalen Zuckerguss beide Geschichten zusammenzuführen, wenn sich Frau Lautschläger auch etwas zu fest an gängigen Plotmustern orientiert und die Steigerung der Konflikte im letzten Drittel ebenso erwartungskonform wie unnötig wirkt. Hier war ich ein wenig genervt von der Geschichte, die ansonsten erstaunlich alltagsnah und glaubwürdig daherkam für eine Katzenstory, in der die vierbeinigen Protagonisten kräftig dazu beitragen, dass die Liebenden zusammenkommen und das Recht über die Raffgier der Hinterbliebenen siegt.

Die Katzen Daisy und Bruno verhalten sich dabei über weite Strecken artgerecht, reden zwar in einigen Szenen miteinander, aber zumindest merkt man der Geschichte an, dass eine Katzenbesitzerin sie geschrieben hat, die ihre Tiere sehr genau beobachtet.

Aufgeteilt ist das Buch in 8 Kapitel, beginnend am 16. Dezember, so dass sich der Roman auch gut als kleiner Adventskalender für die letzten Tage vor Heiligabend lesen lässt, mit gut verdaulichen Lesehäppchen und einem großen Happy End unter dem Weihnachtsbaum.

Titel/Bezeichnung Zwei Katzen und das Weihnachtsglück : Roman / Angela Lautenschläger
Person(en) Lautenschläger, Angela
Ausgabe 1. Aufl.
Verleger Berlin : Rütten und Loening
Erscheinungsjahr 2015
Umfang/Format 143 S. ; 20 cm
Parallele Ausgabe(n) Kindle eBook
ISBN/Einband/Preis 978-3-352-00669-2 Pp. : EUR 9.99 (DE), EUR 10.30 (AT), sfr 14.90 (freier Pr.)
3-352-00669-5
Bestellnummer(n) 657/20669
EAN 9783352006692

Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Aufbau Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar von Zwei Katzen und das Weihnachtsglück von Angela Lautenschläger zur Verfügung gestellt hat.